Papa Docomodake? Was in unseren europäischen Ohren einen etwas seltsamen Klang hat, ist nichts anderes als ein Bestandteil der japanischen Werbekultur. Der knuffige Pilz ist das offizielle Maskottchen eines der größten Mobilfunkkonzerne im Reich der aufgehenden Sonne und im eigenen Land entsprechend bekannt. Wer nun ein langweiliges rein auf den Werbeeffekt ausgerichtetes Spiel erwartet wird schnell eines besseren belehrt. Boing! Docomodake beweist, dass auch klassische Jump and Runs noch mit pfiffigen Ideen aufwarten können.

Boing! Docomodake - Trailer: Gameplay

Minirästel mit den Minis

Wie schon gesagt ist Papa Docomodake ein Pilz. Ein laufender, rennender und springender Pilz obendrein. Aber im Gegensatz zum offensichtlichen Vorbild Super Mario ist er nicht allein. Nein, er schleppt eine ganze Familie mit sich im Schlepptau. Als da wären Mama Docomodake, Sohn Docomodake, Tochter Docomodake, Großvater Docomodake, Großmutter Docomodake und Kind Docomodake.

Boing! Docomodake - Kawaii desu ne? Japanischer Telefonpilz sucht Familie

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Ein Pilz allein macht noch keinen Eintopf.
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Leider haben diese die etwas unpraktische Angewohnheit bei allen möglichen Alltagsverrichtungen spurlos zu verschwinden. So verläuft sich die Oma beim Beerenpflücken im Wald, der Opa fällt in den Fluß und die Tochter muss aus der großen gefährlichen Stadt zurückgeholt werden. Also muss der Vater es richten und geht in Spielabschnitten zu je acht Levels auf die Suche nach seinen Anverwandten.

Da Papa Docomodake weder über besondere Sprungkraft oder Kletterkünste verfügt, ist er auf die Hilfe der „Minis“ angewiesen. Dies sind kleine Ebenbilder des Protagonisten, welche ihr mittels Stylus aus ihm herauszieht. Dadurch wird Papa Docomodake aber stets kleiner und kleiner. Mithilfe dieser Minis baut ihr zunächst einfache Leitern und Treppen für eure Spielfigur, um durch die Level zu gelangen.

Friss meine Klößchen!

Aber schon bald darauf wird es kniffliger. So müsst ihr die Minis auf dem Touchscreen durch Stachellabyrinthe ziehen, mit ihnen ferne Schalter auslösen, sie als Gegengewicht auf Plattformen absetzen, um Papa Docomodake in die Höhe zu ziehen oder einen Weg frei zu machen. Manchmal müsst ihr mit den Minis auch Muster in freischwebenden Halterungen nachbauen, um eine Tür zu öffnen oder die kleinen Pilze durch Teleporter schicken, um sie anderswo einen wichtigen Hebel umlegen zu lassen.

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Solidarische Docomodakes. Kein Mini bleibt zurück!
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Zum Glück verfügt euer Anführerpilz aber über die praktische Fähigkeit, alle Pilze wieder durch Decken und Wände in sich zu vereinen, wenn ihr diese einmal aus den Augen verliert. Da die Rätsel zwar recht vielfältig aber nicht allzu knifflig sind, gibt es auch Gegner, Stachelgruben und die Möglichkeit sich selbst den Weg zu verbauen. Feindliche Bienen, Vögel oder Spinnen müsst ihr mit einem sogenannten „Klößchen“ bewerfen. Das ist ein mit Doppelklick zur Wurfkugel umfunktionierter Mini.

Dann verschwinden sie oder sind zumindest für kurze Zeit gelähmt. Jedoch werden eure Minis bei jeder Feindberührung ohnmächtig. Könnt ihr sie dann nicht innerhalb von zehn Sekunden wieder eurer Spielfigur einverleiben, schweben sie als nutzloses Gespenst herum und können per Blasen ins Mikrophon ein wenig in der Gegend herumgewirbelt werden. Um sie wieder ins Spiel zu bringen, müsst ihr einen der vielen herumstehenden Glocken an Heiligenstatuen mit einem Klößchen beschießen. Oder aber ihr beendet einfach den Level, dann habt ihr euer Team in der nächsten Mission wieder komplett bei euch. Im Laufe der Missionen wird die Anzahl verfügbarer Minis stetig größer.

We are family

Kaum zu glauben aber wahr: Boing! Docomodake bietet euch sogar eine kleine Story zu jedem Spielabschnitt. In kleinen Standbildern wird vor und nach den jeweils acht Levels ein wenig Familienzusammenhalt zelebriert. Jedes Bild endet mit dem Text „Ihr seid schließlich eine Familie!“.

Boing! Docomodake - Kawaii desu ne? Japanischer Telefonpilz sucht Familie

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Pass auf, sonst hol ich meine Klößchenbrüder.
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So weit, so unspektakulär kann man hier den Stellenwert der Familienbande in Japan herauslesen. Das ist aber auch das Maximum an Interpretation zu der ich mich in diesem Test verführen lasse. Wem diese kleinen Bilder gefallen, der kann sie sich auch per im Spiel reichlich auffindbarer Münzen für die im Spiel integrierte Galerie einkaufen. Im Grunde sind die Münzen aber zusammen mit gefunden Schatztruhen und benötigter Zeit pro Level eher ein Anreiz für Highscore-Süchtige.

Papa Docomodaka wa baka ja arimasen! Ich habe mich während des Tests ordentlich unterhalten…und dann das Spiel wieder ins Regal gestellt.Fazit lesen

Zumindest ist das wohl der einzige Anreiz für Fortgeschrittene Zocker sich an das Spiel heranzuwagen. Wirklich schwierig wird es nie und auch, wenn man sich den Weg durch einen vor den Ausgang geschobenen Klotz verbaut hat, verliert man nur wenige Spielminuten durch den erforderlichen Neustart der Mission.