Ähnlich wie der erst kürzlich erschienene Genre-Konkurrent Split/Second ist Blur in neun Events aufgeteilt, in denen jeweils sieben Rennen auf euch warten. Neben "normalen" Konkurrenz-Rennen tretet ihr allein in Kontrollpunktparcours und "Zerstörung" an. Bei Ersterem müsst ihr mithilfe von Nitros und gesammelten Stoppuhr-Symbolen (Zeitgutschriften) rechtzeitig ins Ziel gelangen. Dagegen geht es bei "Zerstörung" darum, mit Energieblitzen ausgerüstet, so viele Wagen wie möglich aus dem Rennen zu befördern.
Wer Fan-Herausforderungen annimmt, kann sich zusätzliche Wertungspunkte erfahren.Wer am Ende als Krönung noch gegen den Levelboss antreten will, muss zuvor in allen Rennen eines Events vier spezifische Herausforderungen meistern. Als Belohnung winkt nicht nur die prächtig ausgestattete Karosse des Konkurrenten, sondern auch eine neue Modifikation, mit der eigene Wagen aufgepimpt werden.
Im Vergleich zum bereits erwähnten Split/Second wirkt Blur optisch nicht besonders imposant, sondern eher altbacken. Die Bildrate bleibt allerdings trotz großem Fahrerfeld und einem sehr guten Geschwindigkeitsgefühl immer konstant bei 30 FPS. Stotterer haben wir während unseres Tests praktisch keine erlebt. Was beide Titel jedoch noch gravierender voneinander unterscheidet, ist der Faktor (Langzeit-)Motivation und Spieltiefe.
Während Blur massig freischaltbare Goodies, Socialnetwork-Spielereien (Facebook- und Twitter-Anbindung für Online-"Schwanzvergleiche"), Freunde-Herausforderungen und massig Zusatzinhalte bietet, ist beim grafisch opulenteren Konkurrenten sehr schnell die Luft raus, nachdem man dort alle Powerplays gesehen hat. Im Vergleich zu Mario Kart überzeugt dagegen das deutlich anspruchsvollere Wagenhandling und der zurückgeschraubte "Glücks"-Effekt.
Wer seinen Konkurrenten vom Thron stoßen will, wird dies nicht mit einem blauen Panzer allein (aka "Schock") bewerkstelligen, sondern muss fahrerisches Können mit Streckenkenntnis und taktischer Raffinesse verbinden. Blur ist dadurch zwar für Einsteiger weniger zugänglich als das Nintendo-Werk, dafür aber im Endeffekt befriedigender.
Das gilt natürlich umso mehr, wenn ihr online gegen menschliche Gegner antretet. Die Zahl der verfügbaren Modi ist zwar auf den ersten Blick überschaubar, doch bereits die "Werkseinstellungen" (inklusive Splitscreen-Rennen für vier Teilnehmer) bieten Unterhaltung für viele Stunden. Wenn jedoch noch die vielen Einstellungsoptionen (Strecken- und Fahrzeugwahl, mit/ohne Upgrades oder Powerpus usw.) berücksichtigt werden, die alle möglichen individuellen Rennevents gestalten lassen, zuzüglich einer Vielzahl freischaltbarer Mods und Upgrades, Legendenmodus oder Herausforderungen, eröffnet sich eine unglaublich variationsreiche und motivierende Mehrspielerwelt.
Schade, dass im Singleplayer freigeschaltete Objekte nicht in den Mehrspielermodus übernommen werden. Allerdings erscheint diese Design-Entscheidung angesichts der Masse an freispielbaren Inhalten im Mehrspielermodus verständlich. Einen gewichtigen Minuspunkt handelt sich Blur in dieser Kategorie allerdings wegen der starken Lag-Neigung ein, die einige Rennen zu unspielbaren Geisterevents machte.
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