Vor der Veröffentlichung von Bloody Good Time köderte Ubisoft die Spielergemeinde mit Filmplakaten, um die Aufmerksamkeit auf den Titel zu lenken. Die Gerüchteküche um den Titel brodelte. Jetzt allerdings droht Outerlight, dem Entwicklerstudio des Spiels, die Schließung.

Bloody Good Time - Entwicklerstudio droht die Schließung

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Keine gute Zeit für Outerlight.
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Als Grund für die plötzliche Schließung des Studios gibt Chris Peck, Mitbegründer der Firma, die finanziellen Vereinbarungen an, die mit Ubisoft getroffen wurden.

In einem Interview verriet er mehr über die Probleme, die Entwicklerstudios mit Spielen haben können:

„Das traditionelle Veröffentlichungsmodell ist schrecklich für die Entwickler. Es ist ihr goldener Käfig. Die Publisher werden durch ihre Geldgier angetrieben, aber durch ihre Angst vor dem Risiko zurückgehalten. Sie suchen sichere Geschäfte, Lizenzen und Fortsetzungen der Spiele. Das macht das Einbringen von Innovationen nahezu sinnlos.“

Laut Peck bekommt man üblicherweise für die Entwicklung eines Spiels 20% der Lizenzgebühren. Zuvor gehen allerdings 50% der Lizenzgebühren an die Endverkäufer, sodass sich die 20% von der übriggebliebenen Hälfte errechnen. Effektiv bleiben also 10% des Verkaufspreises für das Entwicklerstudio übrig, so Peck.

„Das klingt erst mal nicht schlecht. Zumindest bis man realisiert, dass der Entwickler derjenige ist, der die Kosten für die Entwicklung bezahlen muss. Der Publisher muss dem Entwicklerstudio nur seinen Anteil an den Lizenzgebühren weiterleiten, um ihn für die Entwicklung des Spiels zu bezahlen.“

Die Konsequenz daraus ist, dass die Arbeit des Studios auf ein Minimum reduziert wurde.

„Outerlight ist so gut wie aufgelöst. Das Team und das Büro sind verschwunden. Nur ich allein bin noch übrig und arbeite unbezahlt in der Hoffnung, noch ein paar Lizenzgebühren für das Spiel hereinzubekommen.

Es war eine verdammt grausame Zeit. Das Team zu verlieren war der härteste Teil, zumal es der größte Bestandteil des Unternehmens war und wir eine ziemlich tolle Zeit miteinander verbrachten.“

Peck verflucht Ubisofts Geschäftspraktiken und sieht darin die grundsätzliche Ursache für den Zusammenbruch seines Studios. Aber er wettert auch gegen die generelle Beziehung zwischen Entwickler und Publisher.

Es wäre vergleichbar mit einer Band, die den nächsten Hit produzieren will. Der Publisher ist dabei in der Position des Agenten der Band, der vorschlägt, den Text zu ändern, um auf ein aktuelles Zeitgeschehen einzugehen, und vielleicht noch Hintergrundsänger einzufügen, während die Band selbst in Affenkostümen auftritt, weil das ja aktuell angesagt ist.

Bloody Good Time ist für PC und Xbox 360 erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.