Bloodrayne 2 (Xbox Review)
von Patrick Streppel

Vampirjägerin Buffy bekommt blutige Unterstützung: Bloodrayne, selbst halb Mensch, halb Vampir, metzelt sich bereits zum zweiten Mal durch Horden von Blutsaugern. Während in den USA Uwe Bolls Kinofilm für Gesprächsstoff sorgt, naht endlich die Deutschland-Premiere der rothaarigen Schönheit.

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BloodRayne 2 - Buffy's böse Halbschwester: Vampirische Action auf der Xbox!

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Noch bevor Vampirjäger Blade seinen letzten Kinostreifzug vollendete (eine TV-Version ist gerade in Arbeit) und Kollegin Buffy ihr Serien-Finale feiern durfte, machte in den USA eine andere Vampirjägerin Karriere. Rayne, rothaarige Schöpfung vom Nocturne-Entwickler Terminal Reality, schlitzte 2002 in ihrem ersten Videospiel-Abenteuer als Nazis verkleidete Vampire auf. Die löchrige Story um die Verstrickung zwischen Hitlers Regime und einem bedrohlichen Vampir-Kult, das sexy Leder-Outfit der Heldin sowie die ausufernde Gewaltdarstellung waren nicht nur Gründe für den ersten Überraschungshit des kleinen Publishers Majesco, sondern zugleich auch eine Erklärung dafür, warum der Name Bloodrayne den meisten deutschen Zockern nichts sagen dürfte.Das Spiel erschien hierzulande gar nicht erst - und auch der zweite Teil hat ganze 16 (!) Monate auf sich warten lassen, bevor THQ den Europa-Vertrieb des Majesco Lineups (u.a. auch Advent Rising und Aeon Flux) übernahm.

A Star was Born
Seit dem ersten Teil hat sich einiges getan: Heldin Rayne hat es inzwischen in den Playboy geschafft, steht als Actionfigur bei manchem Spieler daheim und macht "dank" dem umstrittenen Videospiel-Verfilmer Uwe Boll (House of the Dead, Alone in the Dark) derzeit die Leinwand unsicher - in einem düster-brutalen Splatterfilm, der zwar die bisherigen "Werke" des deutschen Fonds-Saugers übertrifft, aber noch immer nicht Hollywood-Standart erreicht. Mit "Terminatrix" Kristianna Loken in der Hauptrolle, erzählt Boll die Vorgeschichte unserer Heldin, die im Laufe des Jahres auch einen PSP-Ableger spendiert bekommen soll. Und das alles, obwohl bereits das zweite Bloodrayne in den USA nicht an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen konnte.
Besonders hilfreich ist die Feed Attack, bei der Rayne entweder von hinten nach einem saftigen Hals schnappt oder ihren Gegner frontal anspringt um sich sexy um die Hüften zu klammern.

Dabei ist Bloodrayne 2 eine rundum verbesserte Fortsetzung, die eine hübschere Grafik (u.a. mehr Polygone für die Heldin, Spiegeleffekte und geschmeidigere Animationen), neue Moves und eine neue Storyline bietet, die dieses mal in der Gegenwart spielt. Nachdem unsere Heldin am Ende des ersten Teils ihren Vater - Vampir-Lord Kagan - getötet und damit die Menschheit vorerst gerettet hat, bricht knapp 50 Jahre später neues Unheil herein. Die Nachfahren Kagans sammeln sich an einem Ort, um eine Art Superwaffe einzusetzen, die den Himmel blutrot färben und Vampiren erlauben soll, sich auch bei Tageslicht zu bewegen. Klar, dass Rayne auch diesen Plan vereiteln und dafür Hunderte Widersacher zerstückeln muss. Gut, dass sie in all den Jahren nicht aus der Übung gekommen ist.

Packshot zu BloodRayne 2BloodRayne 2Erschienen für PC, PS2 und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Action pur
Bloodrayne 2 bietet wie der Vorgänger kompromisslose Non-Stop Action aus der 3rd-Person Perspektive.

Die Kamera ist auf unsere Heldin fixiert, lässt sich mit dem Analog-Stick drehen und verschafft so stets eine gute Übersicht, wenn sich Rayne mit allerlei Waffen durch Dutzende Vampire schnetzelt, die sie meist gleichzeitig und von allen Seiten angreifen. Die linke Schultertaste aktiviert einen Target Lock, so dass wir uns ganz auf die richtigen Attacken konzentrieren können. Die meiste Zeit ist Nahkampf angesagt, wofür Rayne die an ihre Arme montierten Klingen einsetzt und ordentliche Tritte austeilt.

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Durch die Kombination beider Angriffe, sind kinderleicht Special Moves möglich. Dann saugt die gute Dame nicht nur ihrem Widersacher das Leben aus, sondern füllt zugleich auch ihre eigene Energie, respektive ihren Blutvorrat, auf.

Blut wird aber nicht nur zur Heilung von Wunden, sondern auch als Munition verwendet: Bereits im ersten Level finden wir eine Waffe, die in Raynes Arme gesteckt wird und ihre Kugeln aus der roten Flüssigkeit formt. Um das Magazin zu füllen, stecken wir die Mündung beim Saugen in den wehrlosen Körper und zapfen so die ausreichende Menge ab. Wer genug Vorrat hat und nur schnell zum Ziel kommen will, der kann die Nahrungsaufnahme aber auch mit Finishing Moves beenden.Ebenfalls hilfreich ist die Kette, mit der Rayne Gegner von weitem erfassen und durch die Luft schleudern kann. In vielen Level-Abschnitten gibt es dafür spezielle Ziele: So schleudern wir Vampire in einen Ventilator, um ihn so zum Stillstand bringen und durch die Öffnung fliehen zu können.

Akrobatikshow
Mal abgesehen von diesen Einlagen, richtige Rätsel gibt es eigentlich nicht. Hier müssen wir einen Schalter finden, dort einen Geheimgang auslösen, wobei uns eine Spezialsicht bei der Ortung hilft. Weitere zuschaltbare Kräfte, die entsprechend Energie verbrauchen, sind die hinlänglich bekannte Bullet Time sowie der Rage-Modus, in dem Rayne quasi unverwundbar und mit doppelter Schlagkraft auch große Gegnermengen wegputzt. Wer diese Fähigkeiten geschickt nutzt, der wird beim Durchspielen keine großen Probleme haben.Für Abwechselung sorgen die Entwickler zum einen durch die opulenten Bossgegner, zum anderen durch die häufigen Akrobatikeinlagen im Stil eines Prince of Persia: Rayne klettert Rohre hinauf, jongliert über Drahtseile oder schwingt sich elegant von einer Stange zur nächsten, um schließlich das Dach eines mehrstöckigen Gebäudes zu erreichen. Vor allem letzteres erinnert an Catwoman, ist hier jedoch deutlich besser umgesetzt, was nicht zuletzt der präzisen Steuerung zu verdanken ist. Wer fällt, der hat eben einen Fehler gemacht und lernt daraus. Besonders cool ist es, wenn Rayne auf Geländern herunterrutscht und dabei mit ihren Messern Gegner zerstückelt.

Roter Anstrich
Wie unschwer zu erkennen ist, gehört Bloodrayne 2 nicht in Kinderhände. Das ganze Spiel wirkt wie ein interaktiver Splatterfilm, in dem literweise Blut fließt und die Heldin am Ende eines Kampfes in einer wahren Mär aus zerstückelten Leichen steht.

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Die Entwickler liefern ein wahres Schlachtfest, auch wenn die überzeichnete Gewaltdarstellung unserer Meinung nach weniger eindringlich ist als so mancher WW2-Shooter: Ähnlich wie auch Uwe Bolls zweifelhafte Kinoabenteuer muss man bei dem actionreichen Treiben so manches Mal lachen - einen Realitätsanspruch, der uns mitfühlen lässt, hat das Spiel sicher nicht. Wer auch Zombie-Movies wie City of the Dead, Ghost of Mars oder Resident Evil eher komisch als brutal findet, der wird bei Bloodrayne 2 keine Bedenken haben. Apropos: Unserem Test lag die ungekürzte, englische Fassung zu Grunde, die auch ohne Nazis einige schwere Stunden bei der USK haben dürfte.

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Daher sind wir gespannt, ob die deutsche Version ab 18 freigegeben oder eventuell noch gekürzt wird.

Blut oder nicht - Optisch ist Bloodrayne 2 ein echter Leckerbissen. Vor allem sexy-Rayne überzeugt mit ihrem polygonreichen wie knappen Leder-Outfit, den detaillierten Texturen und geschmeidigen Animationen - die übrigen Widersacher haben leider weniger Aufmerksamkeit bekommen, sind aber abwechselungsreich und zweckmäßig gestaltet. Eine weitere Ausnahme sind die Bossgegner, die fantasievoll und teils besonders groß ausgefallen sind.Aber auch die Umgebungen können sich sehen lassen: Detaillierte Räume im Gothic-Stil mit spiegelnden Oberflächen, Transparenzeffekten und runden Skulpturen sorgen für Flair, auch wenn sich die Abschnitte für unseren Geschmack ein wenig stark wiederholen. Auch wenn Bloodrayne 2 nur eine rudimentäre Physik-Engine hat, sind die meisten Umgebungen komplett zerstörbar, so dass Kampfspuren wirklich sichtbar sind. Auf der getesteten Xbox-Fassung waren noch ein paar Clipping- bzw. Animationsfehler zu sehen, diese sollten aber zumindest in der PC-Fassung ausgemerzt sein.