Bloodborne. Kein Souls-Spiel, aber eben doch ein Souls-Spiel. Eines der meisterwarteten Games des Jahres, von Hobby-Masochisten und knallharten Hardcore-Gamern gleichermaßen heiß ersehnt. Natürlich bedeutet es auch für die Gaming-Presse eine der gewaltigen Spitzen des Jahres. Alle reden darüber, zeigen es, lobpreisen, der Metacritic-Schnitt wandert in ungeahnte Höhen – es ist das Paradies.

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Was die nicht ganz unbedeutende Frage aufwirft: Warum zum Fuchs verlieren wir bei gamona bislang kein einziges Wort darüber?

UPDATE: Im Bemühen, etwas mehr Licht auf die insgesamt desolate Situation zu werfen, haben wir weitere Rücksprache mit der PR von Sony gehalten. Man hat uns mit einigen Klarstellungen und Fakten versehen, die wir an dieser Stelle an euch weitertragen möchten.

Die Exemplare von Bloodborne, die seit Ende letzter Woche durch Deutschland gehen und an uns aber vorbeigegangen sind, waren „mit ganz wenigen Ausnahmen“ Kaufexemplare, keine zur Verfügung gestellten Testmuster, wie das im Text dargestellt wurde. Die Muster, die von Seiten der Sony-PR an die Presse verschickt werden, sind insgesamt spät eingetroffen. Daher auch die Situation mit zahlreichen Youtubern, die das Spiel bereits früh testen konnten – schlichtweg Glück, dass das Spiel für sie früher käuflich zu erwerben war.

Dass wir bei gamona „abgestraft“ würden oder dass eine Art Verschulden bei der PR von Sony läge, scheint nicht den Tatsachen zu entsprechen, und tatsächlich war es ja auch eher eine Mutmaßung als eine Unterstellung oder Tatsachenbehauptung. Sollte also der Eindruck entstanden sein, das Anliegen des Textes sei gewesen, Sony oder deren PR anzugreifen oder zu kritisieren, möchten wir das klarstellen: Es ging uns darum, euch Lesern unsere schwierige Lage etwas greifbarer zu machen. Wenn wir uns vielleicht auch zwischendurch etwas Luft machen wollten, ging es uns nie darum, mit dem Zeigefinger von uns wegzuweisen und bei Sony einen Sündenbock zu suchen.

Die Situation ist verworren, längst nicht alle Fragen geklärt, aber gerade deshalb sollte man mit etwaigen Urteilen sehr vorsichtig sein. Es ist eine unglückliche Situation für die Beteiligten, die wir nun alle gemeinsam meistern müssen. Wadenbisse liegen uns dabei fern.

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Die konkrete Antwort ist genauso einleuchtend wie ernüchternd: Wir haben es nicht. Während gefühlt halb Gaming-Deutschland mit Testmustern und ähnlichem versehen wurde, haben wir kein Exemplar erhalten. Heute soll das Spiel wohl ohnehin fast überall erhältlich sein, und jetzt werden auch wir zähneknirschend in ein Geschäft schlendern und das Spiel unter aus dem Bart gemurmeltem Protest anschaffen können. Jetzt, wo es aus Spielejournalisten-Sicht komplett und viel zu spät ist, können wir damit anfangen, in eines der umfangreicheren und schwereren Spiele des Jahres reinzuschnuppern. Und wenn ich meine Skills nicht komplett falsch einschätze, werde ich mich 80 Stunden lang durch Bloodborne so durchsterben, bevor ich einmal komplett durch bin. Soll ja niemand behaupten, dass Games-Redakteure fähige Spieler sein müssen.

Bloodborne - Spiel des Jahres - und, wo ist es nun?!

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Der Fairness halber: Nicht nur die Abwesenheit von Bloodborne löst bei Leo diese Reaktion aus.
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Sobald wir das Spiel haben, legen wir hier auf gamona mit einem Test-Tagebuch und einer umfangreichen Komplettlösung los. Letztere wird unserer Lösung zu Dark Souls 2, die bei euch sehr gut ankam, in nichts nachstehen. Und vielleicht, hoffentlich sogar, wird euch die persönliche Reise, die wir dann gemeinsam im Tagebuch miteinander erleben, informieren und unterhalten, sodass wir aus der ungünstigen Situation das Beste machen können.

Wir wissen nicht, wie diese ganze Situation genau entstanden ist. Wir wissen nicht, ob ein logistischer Fuck-Up passiert ist, ob wir abgestraft werden, ob jemand eine Wette gewinnen wollte, ob der Uranus im Haus des Neptun stehen muss, damit wir, wie augenscheinlich jeder zwergische Youtuber mit 5000 Abonnenten, vielleicht auch gnädigerweise ein Testmuster empfangen dürfen. Vielleicht haben wir jemanden verärgert. Vielleicht sind wir nicht hübsch genug. Man weiß es nicht.

Packshot zu BloodborneBloodborneErschienen für PS4 kaufen: Jetzt kaufen:

Es gibt aber kaum etwas Ärgerlicheres oder Kritischeres, was in einem Job wie unserem passieren kann. Das wissen auch unsere Kollegen bei der PR bei Sony, und es ist undenkbar, dass sie uns unseren Ärger und unsere Verzweiflung angesichts dieser Situation verdenken oder sie nicht nachvollziehen können. Wir bleiben alle Kumpels, versprochen, aber unter Kumpels muss man sich eben auch mal sagen können, wenn man enttäuscht ist.

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Nein nein, wir sabbern nicht...
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Vielleicht aber können wir ja aus der entstehenden Distanz zum Spiel sogar das Beste machen. Immerhin bestaunen wir gerade, wie der Metacritic-Schnitt bei stolzen 93 Punkten steht, und es wird die Frage erlaubt sein, wieviel davon Hype und wieviel davon jetzt bereits substantielle Berichterstattung ist oder sein kann. So sehr unsere verspätete Kuschelnummer mit Bloodborne einer zeitnahen Berichterstattung das Genick bricht, aber sie erlaubt uns doch den Luxus, jetzt ohne größeren Zeitdruck und ohne Deadline im Nacken das Spiel richtig intim kennenzulernen – und ihr seid dabei, wenn wir mit dem Tagebuch loslegen. Anschließend folgt ein ausführlicher Test.

Wird sich Bloodborne auch bei uns langfristig in olympischen Wertungshöhen platzieren, weil wir uns neidlos dem Chor unserer Kollegen anschließen und es an dem Spiel eine Unmenge zu zelebrieren gibt? Wird es die alten Souls-Qualitäten wiederaufleben lassen, verbessern? Die altbekannten Schwächen beheben oder relativieren? Oder ist auf der Spitze des Hype-Berges einfach die Luft so dünn, dass alle schon aus Reflex eine hohe Wertung vergeben, die in den nachfolgenden Monaten und Jahren, bei der zwangsläufig und quasi programmatisch passierenden Backlash-Welle, wieder peu à peu zurückgenommen wird? Wie bei Dark Souls 2? Wie bei hochgepeitschten aber makelbehafteten Titeln im Stil von GTA IV?

Wir wissen es nicht, und wir maßen uns nicht an, jetzt schon darüber zu spekulieren. Wir machen uns Sorgen und ärgern uns über die Situation, das geben wir ehrlich zu, aber wir wollen gemeinsam mit euch das Beste daraus machen. Daher lasst uns in den nächsten Tagen gemeinsam einen Blick auf dieses so sehnsüchtig erwartete Game werfen – wenn der Blick vielleicht auch ein schielender ist. Wir werden viel entdecken und jede Menge Spaß haben, so viel ist sicher. Wir wollten euch nur nicht im Dunkeln darüber lassen, warum bei uns alles momentan strukturell etwas unüblich ist. Seht es uns nach.

Wir freuen uns darauf, euch in unserem Test-Tagebuch und unserer Komplettlösung wiederzusehen!