Bloodborne wird nicht umsonst der müßige Dark-Souls-Vergleich vorgehalten. Auch wenn Hidetaka Miyazaki stets darum bemüht war, die Eigenständigkeit seiner neuen IP zu betonen, sind die geistigen Ursprünge doch auf Anhieb festzustellen. Trotz allem bedeutet Bloodborne für eingefleischte Fans der Souls-Reihe die größten Umstellungen in der Serienhistorie und deshalb haben wir im Folgenden alle nennenswerten Unterschiede aufgeführt, in denen Bloodborne mit der Serientradition bricht. Damit eignen sich diese ergänzenden Tipps und Tricks besonders für Kenner und Liebhaber der Souls-Spiele, genauso können Neulinge hier aber auch erste detailliertere Hinweise zu den Kernmechaniken des Titels erfahren.

Bloodborne: Das ist neu – Ergänzende Tipps und Tricks für Dark-Souls-Kenner

1. Nach den mittelalterlichen Reichen Boletaria, Lordran und Drangleic mit hohen Fantasy-Einschlag wagt FromSoftware nun erstmals den Sprung nach vorne und verfrachtet Bloodborne in ein vergleichsweise modernes Setting, dass irgendwo im viktorianischen Zeitalter angesiedelt sein könnte. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf einige Kernelemente der alten Spiele - das prominente Schild hat entsprechend der Gegebenheiten stark an Relevanz verloren, dicke Rüstungen und Harnische haben ledrigen Kutten Platz gemacht. Auch klassische Schmiede findet man nicht mehr, genauso wenig wie die schrulligen Magier und Kleriker aus den früheren Serienteilen. In unseren FAQs klären wir euch über neue und alternative Systeme von Bloodborne auf und erklären ihre Funktionsweisen.

Bloodborne - Komplettlösung, Tipps & Tricks

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In Yharnam ist einiges anders, das betrifft nicht nur Stil, sondern auch diverse spielerische Kernelemente.
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2. Das altgediente System des Seelensammelns ist nun auch passé, stattdessen werdet ihr auf eurer Monsterhatz nun mit Blutechos belohnt, was aber außer des Namens und einiger zusätzlicher sprudelnder Effekte in den Gefechten keine nennenswerte Umstellung für euch bedeuten sollte. Noch immer gilt dasselbe Prinzip, dass die Zähler als Erfahrungspunkte und Währung zugleich dienen und nach einem unglücklichen Tod erst wieder zurückerlangt werden müssen.

3. Bei eben diesem Prinzip des Zurückeroberns gewonnener Blutechos gibt es allerdings eine kleine Veränderung zu beachten: Gegner sind seid neuestem dazu in der Lage, sich eure Gebeine einzuverleiben - gerade bei sich bewegenden Mobs eine ungünstige Situation, wenn sich euer gesammeltes Blut plötzlich nicht mehr auffinden lässt. Die diebischen Kreaturen sind zum Glück recht leicht auszumachen - ein Gegner, der euren Nachlass mit sich herumträgt, schaut euch mit blitzenden, hell glühenden Augen an und lässt sich so gut vom Rest der Feindeshorden in den Straßen von Yharnam unterscheiden. Tötet ihr den Räuber, kehren eure wertvollen Blutechos automatisch in euren Besitz zurück.

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4. Ihr habt übrigens ganz richtig gehört - ja, es gibt nun sich bewegende Gegner und Gegnergruppen, die sich selbstständig durch die Straßen der düsteren Stadt bewegen und nicht mehr wie noch in den beiden Dark-Souls-Teilen stets untätig auf einer festen Postion verharren, bis sie euch entdecken. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich: Zum einen seid ihr nun zwar in der Lage, Feindestruppen effektiv umgehen zu können, wenn ihr euch gut anstellt, zum anderen wächst auch die Gefahr, plötzlich von einem patrouillierenden Mob attackiert zu werden, über den ihr vorher noch nicht Bescheid wusstet. Wachsamkeit wird also deutlich wichtiger, während ihr euch durch die Gassen von Yharnam bewegt.

5. Die verschiedenen Änderungen im Kampf wurden bereits unter den allgemeinen Tipps und Tricks angeschnitten, sollen an dieser Stelle aber noch einmal vertieft behandelt werden. Eure Spielfigur ist seit Neuestem zu einem schnellen Ausfallschritt fähig, der die bekannte Rolle ersetzt, sofern ihr die Zielaufschaltung bei einem Gegner angewendet habt. Die Bewegungen verbrauchen natürlich ebenso wertvolle Ausdauer, lassen sich aber auch sinnvoll aneinanderreihen und lassen so extrem schnelle Stellungswechsel zu, was besonders bei Kämpfen gegen mehrere Gegner essentiell für das eigene Überleben ist. In einigen Kämpfen kann es nötig werden, zwischen der Fixierung des Ziels hin- und herzuschalten, um einen schnellen Wechsel zwischen Rolle und Ausfallschritt zu ermöglichen.

6. Wie bereits zum Einstieg erwähnt, haben Schilde stark an Relevanz verloren, sogar so weit, dass sie standardmäßig vollkommen durch die beiden neuen Alternativen von Flinte und Fackel ersetzt wurden. Die Fackel, die ihr später im Spieldurchlauf erhaltet als Schusswaffen, erhellt die deutlich düstere Umgebung, wenn es notwendig ist und lässt sich auch für Angriffe auf engstem Raum nutzen. Die Schrotflinten und Pistolen mögen als neue Sekundärbewaffnung zuerst sehr stark anmuten, teilen jedoch nur geringen Schaden aus und sind stattdessen dazu da, um euch kleine Gegner wie Hunde vom Leib zu halten und angreifende Widersacher in ihren Bewegungen zu unterbrechen und mit einem schnellen Konter zu reagieren. Gutes Timing ist für die effektive Nutzung absolut essentiell.

7. Neuerdings sind eure Nahkampfwaffen dazu in der Lage, sich in eine alternative Form zu transformieren, die es euch erlaubt, besser mit größeren Gruppen zurechtzukommen. So wird aus einer kurzen Stangenwaffe eine ausladende Peitsche oder eine kurze Axt verwandelt sich in eine lange Sense. Das schnelle Wechseln der Waffenform selbst innerhalb einer Kombo erlaubt euch einen deutlich flexibleren Kampfstil und sollte frühzeitig gemeistert werden, um seine Effektivität in Auseinandersetzungen gegen größere Feindgruppen zu erhöhen.

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8. Noch ein letztes Wort zum Kampfsystem: Kommt es zum unausweichlichen Fall, dass ihr von einem oder mehreren Angriffen eines Gegners erwischt werdet, solltet ihr nicht sofort zum Heiltrank greifen, sondern lieber das neu eingeführte Regain-System zum Tragen bringen, sofern es sinnvoll erscheint. Dieses erlaubt es euch, in einem kurzen Zeitfenster nach Einstecken von Schaden eure eigentlich verlorene Energie zurückzuerlangen, indem ihr einen schnellen Konter startet und dem Gegner seinerseits Gesundheit entzieht. Hier ist jedoch das Abwägen von Nutzen und Risiko wichtig, um nicht in einen weiteren Angriff des Kontrahenten hineinzulaufen.

9. Wie bereits unter Punkt zwei und drei deutlich gemacht, spielt Blut eine zentrale Rolle in Bloodborne und dieser neue Schwerpunkt ist auch visuell in den Kämpfen umgesetzt. Der rote Lebenssaft sprudelt bei Treffern aus den offenen Wunden und eure Spielfigur ist nach einem ausladenden Gemetzel in einen roten Schleier getaucht. Diese Form der Darstellung lässt sich auch ganz konkret für euch ausnutzen, denn die Schwachstellen, die jedem neu auftauchenden Einheitentyp eigen sind, werden bei Treffern besonders in Mitleidenschaft gezogen und so könnt ihr recht intuitiv ausmachen, wo eure Schläge am meisten bewirken. Mag am Anfang etwas überzogen wirken, doch gerade gegen härtere Brocken lohnt sich das visuelle Feedback.

10. Bloodborne gibt sich noch einmal ein gutes Stück zugänglicher als das schon etwas weniger verschrobene Dark Souls 2 und so ist es euch nun ganz standardmäßig erlaubt, Gegenstände die ihr mehrfach im Inventar habt oder schlicht nicht braucht gegen ein paar zusätzliche Blutechos bei jedem Händler einzutauschen. In den Vorgänger musste man hierfür schon ganz spezielle Gesichter aufsuchen, was euch etwas die Mühe nimmt.

11. Mit Bloodborne wurden das System der Charakterwerte deutlich entschlackt, bei Levelaufstiegen lassen sich gewonnene Blutechos jetzt nur noch in sechs Attribute investieren: Vitalität, Dauerhaftigkeit, Stärke, Geschick, Blutfärbung und Arkan. Die ersten vier Namen sollten euch recht gut bekannt vorkommen, wenn man erklärt, dass mit Dauerhaftigkeit die Ausdauer gemeint ist. Hier steuert ihr Lebensenergie, Puste und Waffenstärke, wirklich neu sind nur die zwei Attribute Blutfärbung und Arkan. Während ersteres die Effektivität eurer Schusswaffen steuert, die sich auf Blutschaden verlassen skaliert der Arkan-Wert Elementarschaden, der beispielsweise durch Feuerbomben oder Fackeln ausgelöst wird.

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Levelaufsteige finden im Traum des Jägers bei der menschlichen Puppe statt.
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12. Bloodborne hat mit Dark Souls nichts mehr zu tun und entsprechend sind auch die Estus Flakons aus dem Spiel verschwunden. Stattdessen greift ihr nun auf Blutphiolen zurück, die sich kaufen, in der Spielwelt finden und von Gegnern droppen lassen und nach einmaligem Gebrauch verzehrt werden. Der Heilung wurde mit der Dreieck-Taste nun ein eigener Button zugewiesen und fixiert unter der Lebensleiste findet ihr einen permanenten Slot, der angibt, wie viele Phiolen ihr noch bei euch tragt. Da auch die Blutphiolen nur rar gesät sind, seid ihr über kurz oder lang dazu gezwungen, ihren Gebrauch mit dem Regain-System zu kombinieren, um langfristig bestehen zu können.

13. Das Wegfallen von Wundern und Zaubern macht eine Vereinfachung des gewohnten HUDs möglich: Fortan legt ihr ausgewählte Gegenstände nur noch in zwei statt vier Slots ab, während sich auf dem einen unterschiedliche Munitionstypen durchwechseln lassen, ist der andere für die diversen anderen Gegenstände gedacht, die euch so auf eurer Reise nützlich sein könnten. Eure Waffen lassen sich nach wie vor über den linken oder rechten Pfeil des Steuerkreuzes austauschen, hier hat sich nichts verändert.

14. Neben Magie und Estus Flakons werdet ihr auch die Leuchtfeuer vergeblich suchen, die in Dark Souls noch die Horte von Ruhe und Erholung darstellten. Bloodborne nutzt ein ähnliches System wie einst auch Demon's Souls und lässt euch Checkpoints in der Form von Lampen aktivieren, die Yharnam mit eurem zentralen Hub, dem Hunter's Dream, verbinden, aus dem ihr nach einem Tod erneut ins Spiel einsteigen könnt. Entsprechend könnt ihr euch auch nicht mehr an den leuchtenden Flammen niederlassen und regenerieren, stattdessen erledigt ihr eure Vorbereitung vor der Schlacht nun direkt aus dem Traum des Jägers heraus.

15. Yharnam gibt euch erstmals ein besseres Gefühl für die Bevölkerung und das Zusammenleben innerhalb des Spiels, indem es euch mit den zahlreichen verängstigten, doch lebendigen Bewohnern der Stadt sprechen lässt, die sich in ihren beleuchteten Häusern verschanzen. Entdeckt ihr ein erleuchtetes Fenster, so tut euch keinen Zwang an und macht euch bemerkbar – die Bewohner des Hauses haben interessante Geschichten parat und leisten euch zum Teil sogar Hilfe im späteren Verlauf des Spiels, wenn sie auf euch aufmerksam geworden sind.

16. Durchforstet ihr die Welt von Bloodborne zusammen mit etwas Unterstützung, so macht es euch das Spiel nicht mehr ganz so einfach wie noch die geistigen Vorgänger. Tritt einer oder mehrere Spieler eurem Spiel bei, so skaliert die Stärke der Gegner nun neuerdings mit, ihr seid also dazu gezwungen koordinierter und vorsichtiger vorzugehen. Besonders bei den Bossen könnt ihr nun nicht mehr auf einen sicheren Sieg hoffen, sondern müsst eure zahlenmäßige Überlegenheit auch entsprechend ausspielen.

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