Das war sie also, die vierte BlizzCon. Verglichen mit der des letzten Jahres gefiel mir Blizzards diesjährige Hausmesse deutlich besser. Einfach, weil es mehr Neues zu sehen gab. Allen voran natürlich Cataclysm, die nächste Erweiterung für World of WarCraft, aber auch eine neue Heldenklasse für Diablo 3 und die Singleplayer-Kampagne von StarCraft 2.

Wir erinnern uns: Letztes Jahr gab's in Sachen WoW wenig Neues, denn der Lich King stand schon vor der Tür. Diablo 3 war sogar schon auf Blizzards World Wide Invitational in Paris enthüllt worden. Weiterhin geheim bleibt Blizzards zweites MMO-Projekt, das auf keinem der drei großen Universen WarCraft, Diablo und StarCraft basieren, sondern eine völlig neue Spielwelt ins Leben rufen soll.

Taurenpaladine und Exklusiv-Goblins sorgen für Unmut

Doch es gab nicht nur Positives zu vermelden. In Sachen World of WarCraft wurde der kommende Fraktionswechsel zwischen Allianz und Horde vom Publikum in Anaheim mit Buhrufen quittiert, mit dubiosen Klassenkombinationen wie Tauren-Paladinen oder Zwerg-Schamanen probiert Blizzard vermutlich, diesen Wechsel so geschmeidig wie möglich vorzubereiten, verbiegt dabei jedoch kräftig die WarCraft-Hintergrundgeschichte.

BlizzCon 2009 - Der Messereport: Das ändert sich mit WoW Cataclysm

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(Nur) Für die Horde! Auf die grünen Gesellen müssen passionierte Allianzspieler wohl verzichten.
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Auf der Haben-Seite verbucht Cataclysm die zwei neuen Rassen, wobei es mich als großen Goblin-Fan etwas schmerzt, das die grünen Jungs auf Seiten der Horde landen. Das Dreigestirn Archäologie, der Pfad der Titanen und die Mastery-Eigenschaft sorgen dafür, dass sich mein Charakter nicht nur durch gelegentlich eingeheimste Gegenstände aus Raid-Instanzen verbessert. Hoffentlich schafft es Blizzard, dass hier möglichst viele gleichwertige Charaktereigenschaften zum Vorschein kommen, damit es nicht, wie so oft, nur die eine einzige gute Blaupause gibt, nach der sich jede Klasse für optimale Tank-, Schadens- und Heilfähigkeiten zu richten hat.

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Die neuen Dungeons machen schon einen feinen Eindruck und sehen wie schon in Lich King wunderschön aus. Ich hoffe nur, dass wir die nicht noch schneller absolvieren können als die derzeitig im Spiel vorhandenen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich wünsche mir nicht die Zeiten zurück, in denen man drei und mehr Stunden im Schattenlabyrinth verbrachte, aber etwas epischer dürfte eine Instanz für meinen Geschmack dann schon sein. Interessant wird die Gruppensuche über mehrere Server sein - das birgt ganz neues Ninja-Loot-Potenzial.

Gespannt bin ich, wie sich die neuen gewerteten Schlachtfelder auf die Arenen auswirken werden. Geht die Zahl der potentiellen Gladiatoren noch weiter zurück, könnte es zu einer Teilung kommen: Hardcore-Kämpfer treffen sich in der Arena, während alle anderen sich in den Schlachtfeldern bekriegen. Spannend dürfte auch die Länge der Warteschlangen sein, wenn dort vor allem große Gruppen auf ihren Einsatz warten.

Mit Gilden in alten Gefilden

Apropos Gruppen: Blizzard scheint mit den aufgebohrten Gildenfunktionen nicht nur von Gilde zu Gilde springende Spieler bremsen zu wollen, die bei jedem Wechsel alle Boni und Gegenstände ihrer letzten Gilde verlieren. Mit einem solchen Gilden-Hofieren binden die Entwickler die Spieler noch stärker an ihr Spiel und machen es neuen MMO-Konkurrenten schwerer, einen festen Spielerstamm zu etablieren. Denn die erreichen besonders dann die kritische Spielermasse, wenn ganze Gilden von einem anderen Spiel herüber wechseln.

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Nicht einmal ein Zergling hätte auf der Messe noch zusätzlich Platz gefunden.
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Woran Blizzard bei der nächsten BlizzCon auf alle Fälle arbeiten muss, ist der Kartenverkauf. Es kann nicht sein, dass rund 20,000 Tickets in weniger als einer Minute verkauft sind. Sicher schön für Blizzard, doch für Gilden, deren Mitglieder sich auf der BlizzCon treffen wollen, gerät der Trip zum Glücksspiel. Eine Kartenverlosung macht auch wenig Sinn - vielleicht wäre ja im Zuge von Blizzards gestiegenem Gilden-Support auch eine Art Gildenticket für fünf bis zehn Personen eine Lösung?

Einfach mehr Karten zu verkaufen ist es jedenfalls nicht. Die Hallen des Anaheim Convention Center waren in diesem Jahr so überlaufen wie selten zuvor und können schlicht und ergreifend keine weiteren Besucher mehr fassen. Und ob die Goodie-Tasche nicht auch etwas mehr Liebe verdient hätte? So flau wie in diesem Jahr war sie in keinem der anderen bestückt. Ob all das Geld für die kleinen Gimmicks in Ozzie Osbournes Gage geflossen ist?

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Ein neues Sunwell? Trotz Todesschwinge wohl eher nicht.
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Manch einer mag meckern, dass Cataclysm zu wenig Neues bietet und dass es sich Blizzard damit zu einfach macht - schließlich geht es ja weder auf einen anderen Planeten noch in den Norden, sondern wir bleiben in der alten Welt zurück. Andererseits ist diese deutlich größer als Outland und Northrend zusammen, da haben die Entwickler jede Menge zu tun, um die einzelnen Zonen design- und questtechnisch umzustricken.

Außerdem ist eine Rückkehr nach Azeroth ein cleverer Zug, um all den Spielern, die lange nach dem Start von World of WarCraft eingestiegen sind, ein etwas stärker bevölkertes Spielerlebnis in der alten Welt zu bieten.

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Mit Cataclysm zieht apokalyptisches Flair in die Wow-Welt ein.
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Wir spekulieren in der Redaktion noch hin und her, wann die nächste Erweiterung erscheinen mag - ich hoffe, nicht zu früh im von Blizzard-Boss Mike Morhaime angekündigten 2010, damit wir noch die Gelegenheit haben, dem Lich King ordentlich eins auf die Mütze zu geben. Davon, dass die Icecrown Citadel sowohl schwierigkeitstechnisch als hinsichtlich der Besucherzahlen zu einem neuen Naxxramas oder Sunwell verkommen könnte, gehe ich nicht aus.

Zu groß sind schließlich Blizzards Anstrengungen, in der aktuellen Erweiterung möglichst vielen Spielern möglichst viele Inhalte mundgerecht zu präsentieren. All diejenigen, die sich im Gegenzug darüber beschweren, dass World of WarCraft mit The Wrath of the Lich King zu einfach geworden sei, würde ich gerne fragen: Habt Ihr eigentlich schon Algalon besiegt?

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