Seit 25 Jahren fegt Blizzard nun schon wie ein Sturm durch die Unterhaltungsbrache und hat unterwegs so ziemlich alles und jeden irgendwann mal ein Stück weit mitgerissen. 25 Jahre sind es also nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für dessen Fans, die in diesen Tage so etwas wie eine Silberhochzeit mit dem Publisher feiern – mit allem, was dazugehört.

Blizzard Entertainment - 20 Jahre Blizzard: Die Entwickler erinnern sich

Silberhochzeit – wer dieses Fest feiert, hat 25 nicht immer nur glorreiche Jahre hinter sich. Jahre, in denen die anfängliche Verliebtheit irgendwann verblasst und einer gewissen Vertrautheit weicht. Man kennt sich, man schätzt sich, man kann oder möchte nicht ganz ohne den anderen sein. Gleichzeitig jedoch fallen einem im alltäglichen Trott die Fehler und Unzulänglichkeiten des Partners umso mehr ins Auge – all die schlechten Angewohnheiten, die Lustlosigkeit und die fehlende Spontanität.

Bisweilen fragt man sich, wie man es so lange miteinander aushalten konnte. Welche Momente waren es, die zusammengeschweißt haben, welche hätten beinahe zur Trennung geführt. Gibt es überhaupt ein Happy End oder geht am Ende gar alles den Bach runter? Vielleicht sollten wir uns einfach noch mal in Erinnerung rufen, wie die ganze Geschichte begann.

Blizzard wird 25 - Wir feiern Silberne Hochzeit

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RPM Racing: Blizzards erstes Machwerk war das Remake eines Klassikers.
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Fürs Abkupfern bezahlt

Wahrscheinlich ahnten nicht einmal die drei frischgebackenen Absolventen der University of California, Michael Morhaime, Frank Pearce und Allen Adham, wie gigantisch das Bauwerk mal werden würde, dessen Grundstein sie am 8. Februar 1991 legten. Damals hieß es auch noch nicht Blizzard, sondern trug den kreativen Namen Silicon & Synapse.

Unter diesem Namen arbeitete man vor allem für andere Publisher an Portierungen und an einem ersten eigenen Titel namens RPM Racing – programmiert von Mitgründer Allen Adham. Wobei – so ganz selbst ausgedacht hatte sich Adham das Spiel und seinen Nachfolger Rock n’ Roll Racing nicht, waren es doch Remakes des legendären Racing Destruction Set, das sechs Jahre zuvor für den C64 erschienen war.

Hüpfen und springen mit Blizzard

Etwas kreativer und bis heute gefeiert war dann schon The Lost Vikings, bei dem Silicon & Synapse 1992 drei Wikinger vom bösen Alien-Herrscher Tomator entführen ließen, der sie in einen intergalaktischen Zoo sperren wollte. Der Spieler konnte das verhindern, indem er die drei abwechselnd steuerte. Der Clou: Jeder der drei hatte unterschiedliche Fähigkeiten, was das Spiel zu einer bis heute legendären Mischung aus Knobelspiel und Jump-and-Run macht.

Weit weniger bekannt war dann schon Blackthorne, das erste Spiel, das man dann schon unter dem Namen Blizzard veröffentlichte, den man kurz nach der Übernahme durch Davidson & Associates für nicht einmal sieben Millionen Dollar angenommen hatte. Eine Übernahme, die nicht die letzte in der bewegten Geschichte Blizzards werden sollte.

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Sie waren damals kreativ und sind es noch heute: The Lost Vikings.
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Blackthorne war von der Steuerung bis ins spielerische Detail hinein ziemlich offensichtlich an den Klassiker Prince of Persia aus dem Jahre 1989 angelehnt, ohne jedoch dessen Genialität und Atmosphäre erreichen zu können. Auch das Prügelspiel The Death and Return of Superman schaffte es 1994 nicht wirklich zur Legende.

Die Geburt einer Legende

Ganz anders sah schon das bei einem Titel namens Warcraft: Orcs & Humans aus. Dessen Produktion hatten Bill Roper und Patrick Wyatt vor allem deswegen übernommen, weil der Großteil der Entwickler bei Blizzard jede mehr oder weniger freie Minute nutzte, um Dune II zu spielen, Westwoods Titel, der bis heute als Urvater moderner Echtzeitstrategiespiele gilt.

Und da man für ein Spiel dieser Art zwei starke Fraktionen benötigte, stand man zeitweise in Verhandlung mit Games Workshop, wollte deren immerwährenden Kampf samt Geschichte im Computerspiel umsetzen. Die Verhandlungen kamen allerdings nicht so recht in Gang. Vor allem aber wollte man bei Blizzard, wie Patrick Wyatt später erklärte, die Kontrolle über das eigene Spiel behalten. Bei Games Workshop beißt man sich dafür wahrscheinlich heute noch in den Allerwertesten.

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Wie dreist dieses coole Spielzeug von Warcraft abgekupfert wurde...
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Wer klaut hier von wem?

Denn Warcraft: Orcs & Humans schlug ein wie eine Bombe und machte sogar den Erfindern von Westwood mächtig Konkurrenz. Obwohl man sich dabei schon ziemlich schamlos sowohl der Ideen von Dune II als auch der Geschichten von Warhammer bediente, schaffte es Blizzard, mit Warcraft ein eigenes Universum zu begründen.

Wobei es laut Patrick Wyatt hier und da durchaus zu Verwirrungen kam. So habe ihn sein eigener Vater darauf hingewiesen, dass er einige “coole Spielsachen” entdeckt habe, die man mal der Rechtsabteilung zeigen sollte, weil sie doch sehr stark ab Warcraft erinnerten und wahrscheinlich abgekupfert seien. Tatsächlich handelte es sich natürlich um Figuren aus dem Warhammer-Arsenal, die weit älter waren als Blizzards neuer Titel.

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