Der Zweite Weltkrieg findet virtuell nach wie vor zu Wasser, zu Lande und in der Luft statt. Letzteres unter anderem mit »Blazing Angels«, einer WK-II-Flugaction, die schon vor knapp eineinhalb Jahren für die Xbox 360 erschienen ist und vor kurzem sowohl für die PS3 als auch für Nintendos neuestes Baby auf den Markt kam.

Mit der Version für Sonys neues Edelspielzeug haben wir uns ja schon eingehend beschäftigt und sie für recht gut befunden. Bleibt eigentlich nur die Frage, ob die actionlastige Flugballerei auch auf der Wii eine annehmbare Figur macht.

Blazing Angels - Squadrons of WWII - blazing_angels_ps3_hd.wmvEin weiteres Video

Es ist zum In-die-Luft-gehen
Sowohl spielerisch als auch von der Hintergrundgeschichte her unterscheidet sich die Wii-Ausgabe des Spiels nicht von derjenigen für die PS3, hat also einige Missionen mehr zu bieten als die Xbox-Ausgabe. Der Spieler ist immer noch als Captain der amerikanischen Fliegerstaffel Blazing Angels auf Welttournee und kämpft an diversen Schauplätzen gegen die Schergen des Bösen. Hier wie dort werden in verschiedensten Einsätzen die Engländer beim fluchtartigen Verlassen von Dünkirchen unterstützt, die kaiserliche japanische Flotte aufgerieben und Paris vom Joch des Faschismus befreit. Selbstverständlich darf auch der abschließende Besuch über der Reichshauptstadt nicht fehlen.

Blazing Angels - Squadrons of WWII - Wenn die Wolken schlafen gehn, kann man uns am Himmel sehn...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 51/561/56
Die Welt wartet darauf, von uns gerettet zu werden. (Screenshots von der PS3-Version)
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Im Laufe der Handlung, die sich über den Zeitraum von 1940 bis 1945 erstreckt, bestreitet man seine Einsätze mit diversen Fluggeräten, angefangen mit einem schwachbrüstigen Doppeldecker der Vorkriegszeit bis hin zu frühen Düsenjägern.
Wer die Version für die PS3 kennt, weiß um die gewichtige Rolle der drei Staffelkameraden Joe, Frank und Tom, die dem Spieler nicht nur in verzwickten Situationen den Allerwertesten retten, sondern die auch mit einfachen Befehlen zu eigenständigem Handeln motiviert werden können. Daneben verfügt jeder der Drei über eine nette Spezialeigenschaft, die das virtuelle (Über-)Leben deutlich erleichtert.

Mechaniker Joe repariert die Flugmöhre im Falle von Treffern, Frank legt sich mit allen Gegnern in Reichweite an und Tom riskiert Leib und Leben, um seinen Boss zu schützen. Die Spezialfähigkeiten lassen sich auf Tastendruck aktivieren, sofern sie gerade verfügbar sind. Die anderen Befehle - Ziel des Spielers angreifen, alles angreifen, Spieler schützen -können dagegen jederzeit erteilt werden.

Blazing Angels - Squadrons of WWII - Wenn die Wolken schlafen gehn, kann man uns am Himmel sehn...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden5 Bilder
Ritt in den Sonnenuntergang...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Angesichts des auch auf der Wii vorhandenen hohen Gegneraufkommens sollte man jedoch darauf bedacht sein, seine Kumpels nicht blind ins Feuer zu schicken. Die Einsätze können zwar auch erfolgreich abgeschlossen werden, wenn einer oder mehrere von ihnen ins digitale Gras gebissen haben, nur ist dann auch die jeweilige Spezialfähigkeit futsch. Und das ist, je nach Schwierigkeit der zu bewältigenden Aufgaben, ärgerlich und verursacht eine Menge Kummer.

Steuermann, lass die Wacht!
Auch auf der Wii ist der Kampagnenmodus am spannendsten und recht gut umgesetzt. Inhaltlich identisch mit der PS3-Version unterscheidet sich das Programm grundlegend in der Steuerung der Flugzeuge. Dazu wird man über einen ausgedehnten Übungsflug an die Besonderheiten herangeführt, die sich aus der Nutzung der Wii-Mote und des Nunchuk ergeben.

Zwar unterscheidet das Programm zwischen einer Arcade- und einer Simulationssteuerung, es überwiegt aber eindeutig der Arcadeaspekt. Je nach gewähltem Flugzeugtyp reagieren die Maschinen unterschiedlich auf Richtungsänderungen. Kleine, wendige Jäger lassen sich mit der Wii-Mote sehr schnell und exakt steuern, schwere Bomber hingegen brummen schwerfällig ihrem Ziel entgegen und reagieren träge auf abrupte Bewegungen mit dem Controller.

Blazing Angels - Squadrons of WWII - Wenn die Wolken schlafen gehn, kann man uns am Himmel sehn...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 51/561/56
Da brennt die Luft...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ebenfalls hinlänglich bekannt ist die Wahl zwischen der realistischeren, allerdings mangels Übersicht schwerer zu fliegenden Ego- und der Verfolgerperspektive, die den besseren Überblick bietet. Grundsätzlich lassen sich die Fluggeräte auf mehrere Arten steuern, bei denen man entweder nur die Wii-Mote einsetzt oder - weitaus empfehlenswerter - das Teil in Kombination mit einem Nunchuk nutzt. Benutzt man nur die Fernbedienung, hält man sie quer in Händen und steuert die Kisten durch Drehen, Schwenken und Neigen des Prügels.

Das klappt zwar recht gut, erfordert aber mangels ausreichend vorhandener Buttons eine Doppelbelegung der vorhandenen Tasten des Controllers. So dient beispielsweise das Steuerkreuz sowohl zum Beschleunigen und Abbremsen, als auch - bei gedrückter B-Taste - zur Befehlsvergabe an die Kollegen. Das führt in hektischen Situationen durchaus zu heiteren Verwechslungen und unnötigen Komplikationen, weshalb wir den kombinierten Einsatz der Fernbedienung und ihres Sidekicks favorisieren.

Doppelter Einsatz
Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, Wii-Mote und Nunchuk sinnvoll zu kombinieren. In der ersten Variante ist die Fernbedienung für das Neigen und Schwenken der Kisten zuständig, während man mit den Schultertasten des kleinen Sidekicks ballert und mit dem Ministick beschleunigt beziehungsweise abbremst. Seitliche Bewegungen des kleinen Sticks zeigen den nächstgelegenen Feind beziehungsweise die größte Bedrohung an. Gleichzeitig erteilt man mit dem Steuerkreuz der Fernbedienung seinen Wingmen Befehle und wechselt die Perspektive.

Blazing Angels - Squadrons of WWII - Wenn die Wolken schlafen gehn, kann man uns am Himmel sehn...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 51/561/56
Blau macht glücklich...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Variante zwei ist allerdings deutlich praktischer und legt den Schwerpunkt auf den Nunchuk. Neben der Geschwindigkeit, dem Ballern und dem Durchschalten der Ziele übernimmt man mit ihm durch Schwenken und Neigen auch die Flugkontrolle. Die Wii-Mote fungiert in dem Falle über das Steuerkreuz als Eingabegerät für die Staffelbefehle, und außerdem wechselt man zwischen der Perspektive hin und her. Diese Kombination hat den Vorteil, dass sie buchstäblich leichter von der Hand geht, denn aufgrund seiner Bauform liegt der kleine Nunchuk wie ein Steuerknüppel in der Pfote. Das hat natürlichere Bewegungen zur Folge, als wenn man die Fernbedienung mit leicht abgeknickter Hand vor der Sensorleiste hin und her schüttelt.

Wem das alles nicht zusagt, der kann im Menü die »klassische« Steuerungsart auswählen, bei der außer einem Cocktailglas zwischen den Missionen nichts geschwenkt wird. In dem Falle ist nämlich der Analogstick des Nunchuks für das Kippen und Hochziehen verantwortlich, während man mit dem Steuerkreuz der Wii-Mote beschleunigt oder abbremst. Das klingt nicht nur langweilig, sondern ist es auch. Schließlich haben sich die meisten Zocker Nintendos weißen Liebling vermutlich deshalb angeschafft, weil man mit deren Controllern so schön herumfuchteln kann. Und genau darauf ist »Blazing Angels« natürlich auch abgestimmt.

Schwanzvergleich
Analog zu seinem »großen« Konsolenbruder ist auch die Wii-Ausgabe des Spiels stimmig umgesetzt. Die Grafik ist - zumindest auf Röhrenfernsehern - jener der PS3-Version ebenbürtig und sieht gut aus. Das liegt fraglos daran, dass »Blazing Angels« die PS3 nicht gerade zu technischen Höchstleistungen zwingt, dafür aber die Wii auf Augenhöhe der anderen erscheinen lässt.

Blazing Angels - Squadrons of WWII - Wenn die Wolken schlafen gehn, kann man uns am Himmel sehn...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 51/561/56
Nichts wie weg!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Akustisch hat das Spiel, wie schon bekannt, leider nicht allzu viel zu bieten. Zwar werden die Motorengeräusche deutlich differenziert, auch Geschütz- und Bombenlärm sind zu vernehmen, doch an den multimedialen Rundum-Overkill moderner Highend-Games vom Schlage eines »Motorstorm« kommt das Programm mit seiner einfachen Stereo-Ausgabe nicht heran. Angesichts der technischen Möglichkeiten des Nintendo-Spaßklotzes ergeben sich dafür aber auch hier praktisch keine Einbußen gegenüber der Ausgabe für den Sony-Edelschlitten.

Was die Spielmodi betrifft, so finden sich neben dem Storymodus auch hier das »Duell der Asse«, bei dem man sich mit einem einzelnen Flieger ein Gefecht liefert, die »Mini-Kampagne« sowie »Arcade«, bei dem man fleißig Welle um Welle anrückender Bösewichte vom virtuellen Himmel holt. Voraussetzung für das Spielen dieser Extrawürste ist auch auf der Wii der erfolgreiche Abschluss von Teilen der Kampagne, um sie freizuschalten. Mehrspielerisch ist naturgemäß weit weniger drin als auf der PS3, die ja von Hause aus auf umfassende Online-Modi ausgelegt ist. Maximal zwei Spieler liefern sich im Splitscreen heiße Instantgefechte oder ballern sich als Team durch diverse Herausforderungen.