Wer den Shooter-Entwicklern Glauben schenken will, kann sich eigentlich auch gleich den Strick nehmen. Die Welt sieht düster aus, Hi-Tech-Wissen wird grundsätzlich in Waffensysteme umgesetzt und es gibt immer jemanden, der den Protagonisten aus nichtigen Gründen ans Leder will. Obendrein ist die Menschheit meistens auch noch verratzt oder das Mad-Max-Zeitalter angebrochen.

Auch wenn unsere Regierungsbeamten es gerne sähen, wie gestandene Battlefield-Veteranen in Ego-Perspektive mit Blumen um sich werfen, in Blei und Rüstung funktionieren die Military-Schwarzmalereien nun einmal besser.

Blacklight: Tango Down setzt den düsteren Visionen fast schon die Krone auf. Die Story ist dabei schnell erzählt: In einem Forschungslabor entfleucht ein Virus, das die Menschen in Windeseile zombifiziert. Wer nun ein Szenario wie in Left 4 Dead erwartet, unterliegt einem tödlichen Irrtum. Die Untoten stolpern weder in Romero-Manier als dumpfe Grabschnecken auf den Spieler zu, noch setzen sie einfach auf Masse. Sie organisieren sich zur Rebellentruppe „The Order“, greifen zu Automatikgewehren, Pistolen, Nachtsichtgeräten und Schrotflinten und verwickeln die Menschheit in taktische Gefechte. Die Menschen werden durch die Kampftruppe „Blacklight“ vertreten und versuchen, weiterhin die Spitze der Nahrungskette zu bilden. Herr Dr. Boll, bitte übernehmen sie!

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In einem Land nach unserer Zeit

Die ausführliche Geschichte wird tatsächlich noch in einem Film präsentiert. Auch ein Comic soll folgen. In den bewegten und den gezeichneten Bildern wird näher auf die Entstehung des Krankheitserregers und die beklemmende Dystopie eingegangen. Da bleibt dem Spiel der Rücken frei, sich um die Action zu kümmern. Verantwortung für das Spektakel hat das Studio Zombie übernommen. Letztes Jahr kümmerte sich Zombie schon um den finsteren Look der Saw-Versoftung und erschuf damit immerhin einen soliden Vertreter der Survival-Horror-Zunft. Für Blacklight: Tango Down holten sich die Jungs aus Seattle Entwickler ins Boot, die bereits mehrere Zentner Blei an Baller-Erfahrung auf dem Buckel haben.

Blacklight: Tango Down - Counterstrike mit Zombies: Wer wird denn gleich Schwarzlicht sehen?

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Endzeit und Zombies: Blacklight geht mit dem Trend.
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Unter das Namedropping fallen Titel wie MAG und SOCOM: Confrontation, aber auch F.E.A.R. und Borderlands. Wenn diese Spielemacher sich also gemeinsam an einen Shooter setzen, sollten doch die Weichen auf packende Schießereien gestellt sein. So entspannt, wie sich das Line-Up liest, wird auch mit dem Release-Datum umgegangen. Im Sommer soll es soweit sein. Das könnte Juni bedeuten, oder erst September. Wir tippen einfach mal auf den Juli, was aber unsere eigene kleine Spekulation ist. Keine Mutmaßung ist hingegen der Vertriebsweg: Blacklight: Tango Down wird ausschließlich als Download-Game für PC, Xbox 360 und PS3 erscheinen.

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In Blacklight schlägt das Herz der Unrel 3 Engine.
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Wir nahmen in Hamburg Platz an einem der bereitgestellten Rechner, um im LAN ein paar Probeläufe zu starten. Im Team-Deathmatch traten zwei Vierer-Mannschaften gegeneinander an. Die Maps boten sich für diese etwas kleinere Truppenstärke gut an, denn das Areal war von moderater Größe. Man konnte sich nicht verlaufen, aber auch nicht einfach in einer dunklen Ecke sein Zelt aufschlagen und auf den nächsten Dummen lauern. Licht und Schatten gab es zwar eine Menge zu bestaunen, verrieten dem Kenner-Auge aber eher, dass es sich bei der Grafik-Grundlage um die Unreal-3-Engine handelt. Die Reflexionen wirken also plastisch-plakativ und setzen die Rüstungen der Kämpfer effektvoll in Szene.

Blick durch die Kulissen

Neben Team-Deathmatches können auch Conquest-Runden oder Domination-Fights ausgetragen werden. Insgesamt sollen sieben Spielmodi auf die Zocker zurollen, die zwölf Maps, eine Koop-Kampagne und massenweise Waffenmodifikationen unter einen Hut bringen werden. Die Waffenklassen erstrecken sich dabei über den gängigen Inhalt einer gut sortierten Knarrenkammer: Sturmgewehre, Maschinenpistolen und Schrotflinten. Letztere waren übrigens im Nahkampf überaus mächtig, während die Maschinenpistolen zum Ausgleich gerne noch mehr Power in der Endfassung bekommen dürfen.

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Nicht nur der Charakter, auch die Waffen werden hochgelevelt.
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Auch ein Auflevel-System wird beigefügt, bei dem man nicht den Charakter, sondern die Wummen hochzüchtet. Spätestens bei Level 70 gehört man dann zur Riege der eisernen Shooter-Veteranen und sollte in der heutigen Zeit nicht allzu sehr in der Öffentlichkeit mit dieser Errungenschaft prahlen.

Auch technische Gimmicks gehören zur Ausrüstung der Zukunftssoldaten. Blendgranaten verursachen für ein stark aufgepixeltes Feld, in dem man sich gut verstecken kann, EMP-Granaten hinterlassen einen Bluescreen auf dem Visor des Gegners und ein „legaler Wallhack“ verrät die Position der Feinde. Einfach ist die Suche damit aber trotzdem nicht. Durch den Gebrauch des technisierten Röntgenblicks ist man für einige Zeit schutzlos. Außerdem muss die Energie für dieses Feature immer wieder nachgeladen werden. Unbegrenzt steht diese Fähigkeit also nicht zur Verfügung, und auch das Zielobjekt kann durch Wände sehen.

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Blacklight wird ausschließlich zum Download angeboten.
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Als Preis für den Download werden etwa 15 Euro angepeilt. Auf dem Xbox-Marktplatz und dem PSN will man unter zwei Gigabyte Größe bleiben, während die PC-Version leicht drüber liegen soll. Dafür werden dort noch bessere Texturen spendiert – der Personalcomputer bleibt nun mal die Shooter-Plattform Nummer 1. Der Umfang toppt dabei locker andere Spiele, geizt nicht mit Waffen und Modi, so dass der Titel während der Präsentation immer wieder zu erneuten Griffen zur Tastatur verleitete. Und das sind für ein Spiel schon einmal gute Voraussetzungen, um dauerhaft auf der Festplatte verweilen zu dürfen.