Black Mirror 2 – Test

PC

Wahnsinn ist vererbbar

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von Thomas Goik, 25. September 2009 16:00 Uhr

Launischer Held

Sämtliche Vorfälle, Aufgaben und Rätsel dokumentiert Darren in seinem Tagebuch. Das erleichtert nicht nur den Wiedereinstieg nach längerer Spielpause, es verhindert auch, dass wir uns verirren oder einen Hinweis aus den Augen verlieren. Auch für die Fortbewegung hat sich Entwickler Cranberry etwas besonderes ausgedacht: Mit Hilfe einer Postkarte von Biddeford beziehungsweise dem Gebiet um Willow Creek können wir bequem und schnell zwischen verschiedenen Orten hin- und her reisen. Lästige und ausufernde Laufwege entfallen.

Screenshot zu: Wahnsinn ist vererbbarStimmungsschwankungen beim Protagonisten? Wir vermuten eine bipolare Störung.

Neben unserem unliebsamen Chef und der netten Angelina lernen wir noch weitere Charaktere in Biddeford kennen. Etwa den grimmigen und blinden Trödelladenbesitzer Eddie, die tratschende Leiterin des Touristenzentrums mitsamt ihrer Klatschfreundin oder die zurückhaltende Wirtin Biba des gleichnamigen Diners. Die meisten Bewohner des öden Städtchens haben alle etwas gemeinsam: Sie sind unsympathisch. Und wenn sie doch mal nett zu sein scheinen, reagiert Darren harsch selbst auf freundliche Worte – unser Held leidet nämlich an schweren Stimmungsschwankungen.

War er gerade noch gelassen und liebenswürdig, ist er plötzlich zornig und abweisend. Diese spontanen Wandlungen machen die Identifizierung mit dem Helden zunächst schwer, bessern sich aber mit der Zeit. Gerade Darrens sarkastische und zeitgenössische Kommentare machen ihn letztlich doch sympathisch, etwa wenn er die neuen Pentium-Prozessoren als überflüssig abschreibt, da er auf seinem 386er locker Sierra-Adventures spielen kann. Black Mirror 2 spielt nämlich im Jahr 1993, zwölf Jahre nach Samuels erstem Schlossbesuch.