Black (PS 2 Review)
von Patrick Streppel

Zum Ende ihrer Lebenszeit lässt es Criterion mit Black auf Xbox und PS2 noch einmal so richtig krachen. Doch wo Konsolenshooter zunehmend komplexer wurden und innovative Ideen das Genre bereicherten, entsinnen sich die Briten zum Abschied zurück auf die Wurzeln.

Black - Fette Action im Hollywood-Stil: Der letzte Blockbuster für die Playstation 2?

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Der britische Entwickler Criterion - seit knapp einem Jahr Tochter von EA - dürfte den meisten Zockern aus zwei Gründen etwas sagen: Zum einen entwickelt das Studio die so oft verbaute Renderware-Engine, die zahllosen Spielen als Grafikmotor dient, zum anderen begeistern sich Rennspiel-Fans seit einigen Jahren für die Burnout-Reihe.

Anstatt komplizierter Rennen und einem realistischen Fahrverhalten begeistert die Serie mit dem Urtrieb eines jeden Rennspielers, nämlich den möglichst spektakulären Crashes, die hier nicht bestraft, sondern im Gegenteil belohnt werden.

Terminator meets Rambo
So ähnlich müssen die Jungs auch das Konzept von Black entwickelt haben, denn Criterions jüngster Spross ist quasi "das Burnout der Ego-Shooter". Spieler müssen sich hier nicht um Rätsel, Team-Kameraden und Fahrzeuge sorgen, sondern können sich voll und ganz aufs wesentliche konzentrieren: Die knallharte Action. Dabei stehen nicht Realismus und Spielfreiheit, sondern der eigentliche Spaßfaktor im Mittelpunkt: Dem Anrichten größtmöglicher Zerstörung. Anstatt nur gezielt einzelne Gegner aufs Korn zu nehmen, jagen wir in den Duellen Dutzende Sprengstofffässer, Glaswände und ganze Gebäudeteile in die Luft - Kollateralschäden sind an der Tagesordnung und selten sieht ein Raum nach dem Kampf wie vorher aus.

Im Gegenzug ist Black ein bis auf die Knochen reduzierter Ego-Shooter, der anspruchsvolle Genre-Fans unbefriedigt lässt. Wer gerne Rätsel löst, der wird hier unterfordert.
Zwar gibt es in manchen Leveln einen Trick um weiterzukommen, die Frage ist jedoch lediglich, was man wie in die Luft jagen muss um weiterzukommen. Schalter gibt es nicht, ebenso wenig wie Türen. Es gibt nicht einmal eine Benutzen-Taste auf dem Gamepad. Übrigens ebenso wenig wie eine Sprung-Taste, d.h. wer Objekte passieren will, der muss zwangsläufig um sie herum laufen. Als Resultat ist Black äußerst linear - die Level sind wie Schläuche, durch die man sich stur voranballert. Hier und da gibt es eine Verzweigung, doch das Ziel ist immer gleich. Aber ist Black deswegen trist? Zum Glück nicht.

Packshot zu BlackBlackErschienen für PS2 und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

The Rock meets Spy Game
Black steht eigentlich für Black Operations, d.h. die Arbeit der dunkelsten Abteilungen der großen Geheimdienste. Und die Jobbeschreibung hat es durchaus in sich: Mal preschen wir durch die Schützengräben einer umkämpften Innenstadt um Terroristen aus einem Gebäude zu vertreiben, mal kämpfen wir uns durch dichten Walt und zerlegen ein abgelegenes Waffenlager.

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Ein anderes Mal snipern wir über einen Friedhof oder es ist eine alte Fabrikanlage, die von Feinden gesäubert werden soll. Das Leveldesign ist abwechslungsreich und gut durchdacht. Um nicht nur stumpf ballern zu lassen, haben die Designer aber kleine Variationen eingebaut: So liegt vor der Anlage ein Minenfeld, das wir durch gezielte Schüsse entschärfen müssen.

Wer das geschickt angeht, der jagt Gegner mit ins Jenseits. Immer grinsen müssen wir, wenn sich plötzlich ein einziger Treffer verselbständigt und das halbe Minenfeld in Explosionen vergeht - um dabei selbst redend die halbe Anlage zu demolieren.

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Wichtig ist auch die Wahl der Waffen: Wie inzwischen üblich dürfen wir stets zwei Schießprügel mit uns führen, Double Wielding (je eine Waffe in jeder Hand) ist jedoch nicht drin. Statt dessen sollte im richtigen Augenblick z.B. zum Sniper-Gewehr oder Raketenwerfer gewechselt werden. Im Praxis-Test haben wir meist das Maschinengewehr oder eine halbautomatische Knarre verwendet, in Nahkämpfen bietet sich jedoch die Shotgun an. Außerdem empfiehlt sich der geschickte Einsatz von Granaten, um größere Feindmengen in den Griff zu kriegen. Sind diese bei manchen Spielen nur Gimmicks, wären wir ohne einen geschickten Granatwurf aus manchen Situationen nicht lebend herausgekommen.Interessant wird es zudem, wenn plötzlich ein Gegner mit Raketenwerfer feuert: Innerhalb kürzester Zeit müssen wir den Bösewicht ausfindig und unschädlich machen, denn bereits zwei bis drei direkte Treffer schicken uns ins Jenseits. Apropos: Der Schwierigkeitsgrad ist gerade in den späteren Leveln ordentlich gesalzen, denn die großen Level haben meist nur einen Checkpoint, so dass man häufig Passagen mehrmals spielen muss. Im Gegensatz zu anderen Titeln läst sich die Lebensenergie nicht wieder auf. Zum Glück ist ordentlich Munition vorhanden.

Effektschlacht
Wer Filme von Produzent Jerry Bruckheimer (u.a. The Rock, Armageddon oder Bad Boys) kennt, der kann in etwa erahnen welches Feuerwerk Criterion in den Missionen abfackelt: Ständig zerbersten Glasflächen, Kisten und Fahrzeuge explodieren, Raketen zischen durch die Luft oder Granaten gehen hoch.Beim Nachladen wird das Blickfeld kurz unscharf, bei schweren Treffern verlangsamt die Spielgeschwindigkeit, die Sicht verschwimmt und das Gamepad pocht. Das ganze ist optisch mehr als imposant - die uns vorliegende PS2-Version war mit Abstand das schönste Spiel, das wir auf dieser Plattform bislang gesehen haben. Wer Angst hat, dass die zahllosen Effekte die Framerate in die Knie zwingen, der wird von der butterweichen Darstellung überrascht. Zwar quellen manche Texturen bei genauerer Betrachtung auf, doch hier erwarten wir auf der Xbox eine Besserung. Für PS2-Verhältnisse ist Black in jedem Fall eine Augenweide.

Ähnliches gilt für den Sound: Die Effekte sitzen, die Sprachausgabe ist ordentlich und der hollywoodreife Soundtrack - wenn auch sparsam eingesetzt - unterstreicht perfekt die Atmosphäre. Apropos Hollywood: Die Geschichte des Spiels wird in nett gemachten Zwischensequenzen erzählt, die ausnahmsweise mal wieder echte Schauspieler bieten.

Verhindern kann dies jedoch nicht, dass die Missionen eher zusammenhangslos wirken und die Story so recht nicht fahrt aufnehmen will. Weiterer Schwachpunkt: Das Spiel bietet keinen Mehrspielermodus, dabei wäre doch gerade Koop perfekt gewesen.Beim Nachladen wird das Blickfeld kurz unscharf, bei schweren Treffern verlangsamt die Spielgeschwindigkeit, die Sicht verschwimmt und das Gamepad pocht. Das ganze ist optisch mehr als imposant - die uns vorliegende PS2-Version war mit Abstand das schönste Spiel, das wir auf dieser Plattform bislang gesehen haben. Wer Angst hat, dass die zahllosen Effekte die Framerate in die Knie zwingen, der wird von der butterweichen Darstellung überrascht. Zwar quellen manche Texturen bei genauerer Betrachtung auf, doch hier erwarten wir auf der Xbox eine Besserung. Für PS2-Verhältnisse ist Black in jedem Fall eine Augenweide.

Ähnliches gilt für den Sound: Die Effekte sitzen, die Sprachausgabe ist ordentlich und der hollywoodreife Soundtrack - wenn auch sparsam eingesetzt - unterstreicht perfekt die Atmosphäre. Apropos Hollywood: Die Geschichte des Spiels wird in nett gemachten Zwischensequenzen erzählt, die ausnahmsweise mal wieder echte Schauspieler bieten.

Verhindern kann dies jedoch nicht, dass die Missionen eher zusammenhangslos wirken und die Story so recht nicht fahrt aufnehmen will. Weiterer Schwachpunkt: Das Spiel bietet keinen Mehrspielermodus, dabei wäre doch gerade Koop perfekt gewesen.