Bioware. Ganz egal, wofür der Name in euren Augen heute stehen mag – früher waren es vermutlich ihre Geschichten, Abenteuer, Baldur's Gate, Mass Effect und KotOR. Ihre Welten, die nicht auf einem Schmierpapier entstanden, und packende Schicksale in beeindruckenden Reichen der Fantasie.
Einer von ihnen war Trent Oster. Warum ihr ihn mögen solltet? Unter anderem weil es ohne ihn kein Neverwinter Nights gegeben hätte und weil er der Mann hinter der "Eclipse"-Engine von Dragon Age: Origins war. Vierzehn Jahre arbeitete er im Bioware-Büro in Edmonton, Kanada – und irgendwann kommt für jeden der Moment.
"Bioware ist nicht mehr die Firma, die ich damals mitaufgebaut habe", denkt Oster heute zurück, nach über einer Dekade "in der Familie" – die irgendwann im Laufe der Zeit den Rahmen der eingespielten Bande sprengte. Es muss zumindest ein wehmütiger Moment für ihn sein, so etwas zu sagen. Man versteht es vielleicht etwas besser, wenn man sich vorab ansieht, womit er inzwischen sein Geld verdient.
Oster ist seit drei Jahren Geschäftsführer der IdeaSpark Labs, betreibt die Download-Plattform Beamdog und leitet das Entwicklerstudio Overhaul Games in Edmonton, ein zur Hälfte aus Bioware-Veteranen bestehendes Indie-Team, nur wenige Meter vom alten Bioware-Büro entfernt. "Overhaul", das bedeutet so viel wie "Überholung" oder "Instandsetzung", ein Begriff, der vielleicht auf ganz eigene, unbeabsichtigte Weise Osters Bemühen in den letzten Jahren bei Bioware aufgreift.
Der Bezug zu seinem neuen Studio: Neuauflagen bekannter Klassiker.
Eine Liste mit zwanzig pflegebedürftigen Titeln erstellte er nach der Firmengründung zusammen mit seinen Geschäftspartnern, darunter Klangvolles wie "Icewind Dale" und "Descent". Ganz oben allerdings zwei Wörter, mit denen Oster viel Persönliches verbindet, Schweiß, Freude, Tränen, lange Nächte und kurze Pausen, eine Welt, die er selbst mitgestaltet hat: "Baldur's Gate".
Hier fing die große Geschichte Biowares an.Die Vorstellung, diese in verbesserter Form neu aufleben zu sehen – für ihn in dem Moment eine unheimlich gute Idee. Die bequemen Möglichkeiten eines Tablets, mit einem Stift und in Kombination mit Imoen, Minsc und Boo, die man an der Schwertküste entlangscheucht, und zwar durch ein spannendes Couch-Abenteuer, wie es seit Jahren keines mehr gegeben hat, ohne langwieriges 'Gem-RB'-Gefummel. Es klang nach dem perfekten Plan. Die Idee der "Baldur's Gate: Enhanced Edition" war geboren.
Oster erlebte in diesem Moment eine geistige Heimkehr. Der Motorsportfan war in all den Jahren als Projektleiter, Producer und Director of Technology in Edmonton beschäftigt; hinterließ seine Fingerabdrücke überall, in vielen verschiedenen Projekten und Bereichen – und im Gründungsbuch von Bioware, dessen erste Seiten bis in den Sommer des Jahres 1994 zurückdatiert sind. "Wir haben damals als kleine Firma namens Finite Element angefangen", erinnert er sich.
"Wir", das waren nur eine Handvoll Leute, unerfahren, gerade mal Anfang bis Mitte zwanzig: Oster selbst, sein Bruder und Marcel Zeschuk, Cousin des kürzlich von seinem Posten als Generaldirektor von Bioware Austin zurückgetretenen Greg Zeschuk. Nachdem ein Shareware-Titel namens "Blasteroids 3D" fertiggestellt wurde, begannen die wenigen Leute mit der Arbeit an etwas, das später als "Shattered Steel" bekannt werden sollte. Ein Spiel um Mechs, Aliens und das Aussterben der Menschheit, eines der ersten 3-D-Spiele, das die Technik des deformierbaren Terrains einsetzte. Eines, von dem heute nicht mehr so wahnsinnig oft die Rede ist, wenn man von Bioware spricht.
Bevor das erste Bioware-RPG entstand, entwickelte das junge Team Shattered Steel."Greg Zeschuk erfuhr von unserem kleinen Unternehmen durch seinen Cousin Marcel", erinnert sich Oster daran, wie alles ins Rollen kam. "Er brachte Augustine Yip und Ray Muzyka mit ins Büro, um mit uns zu sprechen, und schließlich nahmen sie Geld in die Hand. So entstand Bioware". Finite Element wurde dichtgemacht und alles, was noch so an Technik da war, in das neue, frisch bezogene Büro verfrachtet, in dem wahrscheinlich gerade jemand das Bioware-Logo über den Türrahmen nagelte.
Während die Doktoren Zeschuk, Yip und Muzyka heutzutage als alleinige Gründer angeführt werden, gab es anfangs sechs Gesellschafter, von denen am Ende nur zwei übrigbleiben sollten (Stand September 2012: keiner mehr) . Augustine Yip streifte seine Vergangenheit in der Spielebranche ab und sich selbst wieder den Arztkittel über. Auch Osters Bruder sowie Zeschuks Cousin suchten ihr Glück woanders. Übrig blieben die Doktoren. So entstand langsam das, was man heute zu Biowares Geschichte beim Googlen findet.

























Fals nich bekannt, BG+BG2 lassen sich zu einem Spiel moden, inclusive höherer Auflösung: www.gog.com/.../page1
Ich bin skeptisch dass Bioware unter EAs Fuchteln wieder so ein geiles Spiel produziert
Toller Bericht!