Drei Stunden lang haben wir getanzt. Fast am Stück. Es waren wirklich schöne Schritte, so angenehm bekannt, in Teilen ja schon irgendwie neuartig, aber doch sehr vertraut. Ein süßes Paar waren wir, die spröde Déjà-vu-Schönheit und ich. Dann habe ich Bioshock 2 ausgemacht.
Die ersten Kapitel zitieren den großartigen Vorgänger: Atmosphärisch, wie man es kennt zwar, aber ohne großen inhaltlichen Fortschritt.AusblickDer Anfang war alles andere als unbefangen: bis obenhin voller Vorfreude, romantisch nach hinten blickend auf das, was Irrational Games vor zweieinhalb Jahren auf uns losließ, erwartungsvoll eben. Diese Momente, wenn das Herz schon im Hauptmenü schlägt wie ein kleiner Tyson, wenn die Hände kribbeln und die Augenbrauen nervös zucken, gibt's heute viel zu selten. Ja, ich muss gestehen, dass mich die Vorfreude im fast identisch aussehenden Startbildschirm umgarnt hat wie eine Spinne den im Netz zappelnden Käfer.
Blitzdingens, wie man es kennt: Der Electro-Bolt brutzelt Splicer besonders gern, wenn sie im Wasser stehen.Dann geht’s los, ich erwache erneut hier unten. In Rapture. Zehn Jahre nach dem Vorgänger und diesmal als Big Daddy mit der griffigen Bezeichnung „Delta“, der Prototyp aller Taucherglockenritter, der sich behäbig vom Boden schält. Warum Mr. Big Foot so lange hier unten geschlummert, wer ihn aufgeweckt hat und vor allem warum, das ist zwar brennend, aber erst mal egal. Wichtig ist jetzt nur der Weg nach vorne. Und der ist gepflastert mit einer Mischung aus Staunen und Ernüchterung. Staunen deshalb, weil 2K Marin die Vision der entarteten Unterwassermetropole gestalterisch auch im zweiten Teil erstklassig durchzieht. Hier gibt es so viele kleine Details, so viele Blickwinkel abseits des starren Einbahnstraßendesigns.
Euch erwartet ein von Verfall, Wahn, Hass und Neid zerfressenes Utopia, gefangen zwischen filigranem Art-Déco, blinkenden Sicherheitssystemen und surrenden Kameras. Obendrein eine aus den Fugen geratene Stadt voller Dreckecken, in Trümmern liegenden Träumen, Zerstörung und Mord. Leichen und Müllberge stapeln sich in den Korridoren, brennende Mülltonnen zeugen vom letzten bisschen Leben, von irgendetwas, das hier unten noch atmet.
Nach einem Feuerball schmilzt die Gute wie ein Eisberg dahin.Die Wände sind beschmiert mit Lettern aus Blut und hastig gekritzelten Nachrichten. Risse durchziehen Fensterscheiben wie dicke Narben ein Gesicht, überall tritt Wasser ein und plätschert auf den Boden. Immer wieder sieht man Big Daddies, die undichte Stellen von außen mit der Nietenpistole flicken. Dann verschwinden sie zurück in die Fluten.
Kurzum: Die Illusion des im Chaos versinkenden Utopia ist da, so intensiv und bildgewaltig wie 2007. Das Ernüchternde: Die Entwickler gehen nicht weiter. Keinen Schritt. Trotz liebevollen Art-Déco-Designs, trotz überschwänglicher Spendierlaune in Bezug aufs Interieur stellt man in der Tiefseemetropole (noch) keinen kreativen und vor allem technischen Fortschritt fest. Was damals für ungläubiges What-the-Heck-Gestammel sorgte, ist zweieinhalb Jahre später noch gut, keine Frage.
Aber die Texturen an Mülleimern, Kassenautomaten und Rohren wirken zu grob, um immer noch restlos begeistern zu können. Aus der Nähe sehen die Oberflächen von Schreibtischen und der einen oder anderen Wand merkwürdig verschwommen aus, einige Ecken Raptures kommen im Detail gar altbacken rüber. Gewöhnt sich das Auge wirklich so schnell an den technischen Fortschritt?
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das wird janz dolle hart werden ^^
Angespielt wird es so oder so, sei es nur um mal wieder durch Rapture zu stapfen.
Vor allem: Rapture in voller Pracht! *schwärm*
irgendwie schon kimsch, das die solange zeit nix gezeigt haben, und man nur wenig darüber erfahren hat.