Die Zufälligkeit so mancher Entscheidung deutscher Institutionen muss dem Normalbürger langsam aber sicher wie himmlische Willkür erscheinen. Insbesondere im Bereich der Zensuren wird hier eine Inkonsequenz offenbart, wie sie verwirrender nicht sein könnte. Manch ein Spiel wird zensiert, ein anderes mit ähnlichem Inhalt nicht, von manchen wird gesagt, sie seien unzensiert, obwohl sie es nicht sind usf. Die Überraschung dieser Woche: BioShock 2 erscheint in Deutschland ohne jegliche Zensur.
"Mh, wenn ich ihn piekse, blutet er dann oder nicht?"Der an die philosophische Sichtweise Ayn Rands angelehnte Steampunk-Shooter im Art Deco-Design steht damit in direktem Kontrast zu seinem Vorgänger, der in der deutschen Version seinerzeit doch einiges an Federn lassen musste. So wurden u.a. Bluteffekte, Brandtexturen und Cutscenes geändert.
In der Datenbank der USK ist Bioshock 2, das nach dem bislang erschienenen Material zu urteilen sowohl in Gestaltung als auch Gewaltgrad seinem Vorgänger sehr ähnlich sein wird, mit einer Einstufung "ab 18 Jahren" versehen. Das bedeutet, dass das Spiel ohne Zensur in Deutschland an Personen, die über 18 Jahre alt sind, frei verkäuflich ist.
Natürlich sind einige Spieler misstrauisch, ob das retro-designte Paket denn hält, was es verspricht, nicht zuletzt nach dem jüngsten Debakel in Bezug auf Call of Duty: Modern Warfare 2, das eine Zensur enthielt, die vom Publisher aber nicht angegeben wurde, weil es "gar keine Zensur sei". Die deutschen Fans erhalten erst am 12. Februar absolute Gewissheit, da erscheint der Unterwasser-Kampf um Dystopia hierzulande.






















Das macht nichts. Wir sind alle Spieler, manche von uns seit der Zeit, als die BPJM noch BPJS hieß und in Printmagazinen die Namen indizierter Spiele mit Sternchen versehen werden mussten (D*k* N*k*m 3D), wir kennen also alle den Frust, der mit dem Thema und natürlich auch der Berichterstattung darüber einhergeht. Hauptsächlich sollten wir alle vor allem eins tun, nämlich cool bleiben. Wenn die vehementen Zensurgegner ausfallend werden und solche Fehlinformationen verbreiten, wie Du sie angesprochen hast, ist das natürlich sehr schädlich, aber damit, sie im Gegenzug anzufahren, ist letztlich auch niemandem geholfen. Wir sollten in solchen Debatten immer prinzipiell zweierlei sein, nämlich qualifiziert, wobei Du mir geholfen hast, und sachlich, wobei ich Dir geholfen habe. Wir werden also besser, und das ist doch gut.
Nein... schneiden muss ein Hersteller gar nichts... er könnte es ja auch problemlos indiziert auf den Markt bringen... das würde halt in ein Werbeverbot münden....
Im klartext: der Hersteller schneidet seine Spiele mehr oder weniger freiwillig um mehr Geld zu verdienen. Punkt.
@Leo Schmidt
Ja... du hast recht... sorry...
Dieses Gejammere über die "bösen Deutschen Behören die Agenten in die engelsgleichen Spieleschmieden einschleusen um Spiele umzuprogrammieren und zu zensieren", welches man seit 20 Jahren jeden Tag aufs neue ertragen muss, geht mir nur langsam tierisch auf den Senkel. Ich bekomm da immer das Gefühl, dass die Medien Recht haben und Videospiele dumm machen.
Sorry für meine Überrreaktion.
Deine Kritik ist natürlich völlig berechtigt, das Wort "Behörden" war in dem Fall tatsächlich missverständlich, unpassend und schlichtweg faktisch falsch. Ich habe es durch "Institutionen" ersetzt, als solche darf man die USK z.B. getrost bezeichnen. Ich danke auch Ternok, dass er versucht hat, diese Schludrigkeit zu relativieren.
Zu den Implikationen, ich oder andere Mitarbeiter von gamona seien unfähig, würden bei der Arbeit schlafen oder Drogen nehmen: Ich würde es begrüßen, wenn Kritik an meiner Person zum einen nicht auf Kollegen überschwappt, zum anderen einigermaßen sachlich, höflich und konstruktiv bleibt und nicht in einen hysterischen Verschnitt einer Kolumne von Franz Josef Wagner ausartet. Wir sind hier doch nicht bei der BILD-Zeitung.
Es ist jedoch so, dass die usk eine bewertende instanz bei der zulassung von spielen in deutschland ist. Und wenn die sagt "nope" dann ist klar das der Publisher gemäß den von der USK genannten punkten nachbessern/wegschneiden/Zensieren muss. Das einige Publisher schon ihre Erfahrung mit der USK haben und schon im Vorfeld (sei es Zeit ersparnis o.ä.) die Schere ansetzen ist dann auch nichtmehr zu verdenken, wobei dreh- und angelpunkt des ganzen Übels die USK ist und bleibt.
Zumindest von einem "professionellen" Online-Magazin kann man in dieser Hinsicht doch wohl sowas wie Kompetenz erwarten... wieso um alles in der Welt glaubt ein Online-Spiele-Redakteur, der sich wohl selbst als "fähig" erachtet allen ernstes, dass die Deutschen Behörden was mit der Zensur zu tun hätten... was habt ihr denn geraucht?
Das man diesem Mist im Jahre 1990 vielleicht noch angenommen hat mag ja sein, aber wir haben mittlerweile fast 2010.
Hallo! Aufwachen! Ihr seit doch nicht die Bildzeitung!
Zumal es meist dann sogar billiger ist. :-)