Und ich bin wieder hier. Wieder hier unten in Rapture. Zum dritten Mal innerhalb eines Monats. Und diesmal nicht nur zum kurzen touristischen Winken nach der Ankunft, nicht zum Luftholen oder -schnappen. Nein, die letzte Woche war kein Reinschnuppern-und-wieder-abhauen-Kurzurlaub, sondern ein Tauchgang bis an die Grenzen von Andrew Ryans gescheitertem Utopia.
Am Ende wirkt es fast wie ein versöhnlicher Handschlag in Richtung all derer, die sich beim ersten Teil über ein Meisterstück abgründiger Schönheit freuten, aber über ein lückenhaftes Erzählgebilde klagten. Technisch mag der zweite Teil heute nicht mehr die Wucht haben, die der Erstling damals hatte, aber rein erzählerisch ist es die Kur für so viele „Das versteh ich nicht“-Stirnfalten, die sich beim ersten Tiefseegang nur durch ausgiebige Eigeninitiative des Spielers lichteten. Und das auch nur vielleicht. Bioshock 2 nötigt einem viel Laufarbeit ab, wenn man hinter die von Löchern zerfressene Fassade der Stadt blicken will. Und noch mehr Zeit für nachdenkliches Lauschen all der Tonbandaufnahmen, sofern ein fortgeschrittener Erkundungsdrang herrscht. Diese wichtigen Antworten kommen nicht auf dem dicken Goldtablett, werden nicht in „Da, schau her“-Zwischensequenzen breitgetreten.
Trotz Schwächen im feinen Texturdetail ist Rapture ein gestalterisches Kunstwerk.Das ist das Tolle an der Stadt: Entdecker werden nicht nur belohnt, wenn sie fleißig Kameras, Geschütze und Co. hacken, sondern vor allem dann, wenn sich ein neues Teil ins große Puzzle namens Rapture einfügt. Eines, das viel wertvoller als Munition oder der platzende Medikit-Jackpot sein kann. In dieser stoischen Zurückhaltung macht es dem Konsumenten mehr als jedes andere Spiel deutlich: „Ich bin um Himmels Willen kein Wald-und-Wiesen-Shooter; wenn du mehr wissen, mehr verstehen und reflektieren willst, musst du es dir erst erarbeiten.“ Versteckt sind die Hinweise hinter Fässern, Rohren, Kisten oder in Ritzen. Und danach, wenn das Band rauscht und sich die Stimme erhebt, hinter Schicksalen und den Andeutungen der Leute, die hier unten alles gewinnen wollten, aber im Gegenzug alles verloren haben.
Und das ist auch gleichzeitig das Traurige an der Stadt: Die Mühe, die sich 2K Marin beim Auslegen dieser erzählerischen Mausefallen, bei der Charakterzeichnung von Sofia Lamb bis Sinclair und bei all den feinen ideologischen Untertönen gegeben hat, wird nicht jeder Spieler fühlen. Und wenn, dann auch nur, sofern man bereit ist, gedankliche Stopfarbeit zu leisten, zu resümieren, zu akzeptieren und zu vervollständigen. Manch einer wird den Riesenbohrer vielleicht zigmal in Splicer-Körper rammen, ohne über die elementaren Fragen nachzudenken, die das Spiel in den letzten Stunden aufwirft. Wird sich freuen über den Stromschlag, der auf Stufe 3 großflächiges Zappeln verursacht, aber keinen Gedanken daran verschwenden, wie tragisch das Big-Daddy-Schicksal ist, das man in Bioshock 2 am eigenen Leib zu spüren bekommt.
Düster, bedrohlich, starrend - an der Grundstimmung hat sich in Rapture nichts geändert.Diejenigen werden das Arm in Arm tanzende Splicer-Paar einfach rösten und ihnen nicht eine Sekunde lang das letzte bisschen Herzenswärme in diesem verkommenen Drecksloch gönnen. Sie werden genüsslich schießen, aufrüsten, nachladen und einen guten, sehr unterhaltsamen Shooter erleben, nur stolpern werden sie nicht. Schon gar nicht über die zwar altbekannten, aber hervorragend funktionierenden Fußangeln, die das 2K-Marin-Team auch ohne Rückendeckung von Bioshock-Schöpfer Ken Levine verteilt hat. Bis zum Ende werden sie immer feiner und führen das Stück der niedergehenden Stadt auf, in dem viele Fragen geklärt werden: Unter anderem, woher die Masken der Splicer stammen, wie ein Teil Raptures in seiner Glanzzeit aussah und warum die Little Sisters zu Leichen immer „Engel“ sagen...
Final Fantasy XIII-2XBox 360, PS3: 3.2.2012 Vorschau lesen
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Immer nur am nörgeln.
Dies veraltet,das fehlt usw.
Ihr wißt gar nicht, wie sehr das langweilt.
Mein Tipp an euch:
Lernt programmieren und macht es besser!
Sorry aber ich weiss net ob ihr die Pc Version in den Fingern hattet, jedenfalls ist die Grafik dort das schlechteste was ich im letzten jahr gesehen habe. wie konnte man schlechtere Grafik als im Vorgänger machen ?
das sagt ja wohl alles...
du noob
Der Testbericht hat mir extrem gut gefallen, weil hier endlich mal nicht nur geschaut wird, wie gut der "Shooter" ist oder wie irre die neusten Grafiktricks, sondern das herausgestellt wird, was den ersten Teil schon für mich ausmachte: die vielen vielen Mosaiksteinchen, die aus den Fragmenten vieler Schicksalsgeschichten eine Atmosphäre vom Untergang eines großartigem Traumes erzählen. Nicht zwingend durch die "Tiefgründigkeit" der Hauptgeschichte (die es shootermässig ja auch nicht wirklich ist) sondern durch die Summe aller Teile, die man beim schnöden durchballern übersehen würde.
Selbst habe ich gerade erst fertig installiert, stehe gerade "im Schwimmbad" (mehr Zeit war noch nicht) und weiß jetzt schon: genau so wollte ich es haben, ich bin wieder in Rapture!
Du meinst das Niveau, das Du in Deinem Kommentar nicht halten kannst? ;)
@Sebastian
Mal wieder klasse geschrieben der Test. Der erste Teil war eine Wucht, ich freue mich auf die Wiederkehr nach Raptur.
Das Schreibniveau der Gamona-Redakteure ist wirklich hervorragend. Fesselt mich immer wieder Eure Tests zu lesen. Weiter so. ;)
@Topic
Guter Test, werde mir das mal aus der Videothek ausleihen. =)
freu mich auf neue episoden aus rapture. Mir egal obs neue waffen, plasmiden etc gibt. Hauptsache story und atmo stimmt.
Ich erhoffe mir eine ehrliche (!!!11elf) Antwort auf gutem Niveau.
By the way: Die Wertung ist zu hoch und einige Pro/Cons eher lächerlich bzw. doppelt genannt (Kraftvolle Bohrerattacke (EPIC WIN! :-P), "[Überraschende Plasmide] … aber unterm Strich zu wenige / Die meisten Plasmide bereits bekannt (Ist das Gleiche, oder?) Außerdem: "Die meisten Plasmide sind bekannt", richtig. Genau genommen ALLE, abgesehen vom "Decoy", der einzige Neuzugang in Sachen Plasmide... zudem wurden die Tonics im Vergleich zu Teil 1 reduziert, und beinhalten KEINEN EINZIGEN NEUZUGANG. Zudem gerade einmal 4 neue Gegnertypen (Brute Splicer, Alpha Big Daddies, Big Sisters, Rumbler Big Daddies)... das rechtfertigt 87% im Vergleich zum Vorgänger...? Wie... ganz abgesehen davon dass der SP-Part kürzer ausfällt als bei "BioShock 1".
Grüße
Ich sehe oben das Bild von der Xbox Verpackung aber am Test steht PC PS3 und Xbox360 und die Screenshots sehen auch nach Xbox aus.
Bezüglich der Kritik an der Grafik und dem Einbrechen der Framerate bin ich doch schon stutzig geworden.
Bei der Xbox kann man da ja nicht viel machen aber wenn die PC Version die gleichen Macken hat hol ich mir lieber das Spiel für die PS3, das ist viel entspannter mit dem Gamepad auf dem Sofa :-)
Achja das mit der Kantenglättung wüsste ich auch gerne da ich normal auf einem FullHD TV Spiele und man da doch schon Kantenglättung stark spürt.
Gruß
Ich hätte gern gewusst ob diesmal auch die Kantenglättung (am PC) funktioniert. Könnt ihr mir da bitte weiter helfen?
Gruß
Lucky
Habt ihr die deutsche Version gehabt ? könnt ihr sagen ob die Uncut ist ?
danke für den sehr guten test.
mfg
Ich geh dann mal....
nach Rapture.
aber spaß beiseite. sebastian schreibt einfach nur noch gut. schreib mal wieder schlecht, damit wir nen kontrast haben, soviel zauber aus deinen fingern lässt uns sonst einfach jeden außer dir mit missachtung strafen :)