Bioshock (PC & Xbox 360 Preview)
von Nedzad Hurabasic

Einer der Titel, der auf der E3 fast ebenso viel Interesse hervorgerufen hat wie Gears of War, ist Bioshock. Das Action-Rollenspiel des Entwicklers Irrational Games (IG), wurde gleich vier Mal für

Auszeichnungen bei der Spielemesse nominiert, darunter in den Kategorien bestes Spiel und bestes Konsolenspiel. Die Spieleschmiede ist bisher unter anderem für Titel wie SWAT 4 und vor allem System Shock 2 (1999) verantwortlich gewesen.

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Bioshock gilt als inoffizieller Nachfolger des letztgenannten Spiels, die Entwickler selbst sprechen von einem "Nachfolger im Geiste", einer spirituellen Fortsetzung sozusagen. Obwohl derzeit verschiedene Gerüchte über eine Veröffentlichung des Spiels auch für PlayStation 3 kursieren, ist derzeit lediglich gesichert, dass es 2007 für Xbox 360 und PC erscheinen wird.

Das ökologisch veranlagte Horror-Szenario verschlägt den Spieler in eine Unterwasserstadt namens Rapture. Warum er dort ist, wie er dorthin gekommen ist und wieso dort Halbtote, Verrückte und andere merkwürdige Gestalten herumlaufen, ist zunächst unbekannt und soll auch so bleiben. IG möchte dem Spieler vorab nicht zu viele Informationen geben, um die Spannung hoch zu halten. Bisher ist lediglich bekannt, dass man in ein Öko-System verfrachtet wird, in dem es genetische Manipulationen gegeben hat. Die im Zweiten Weltkrieg gegründete, autarke Lebensgemeinschaft beruhte einst auf "feinstem Genmaterial", das "Adam" getauft wurde.

BioShock - Der inoffizielle Nachfolger von System Shock kommt! Wir haben die ersten Fakten für euch gesammelt.

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Im Verlauf der Jahre kam es unter den Bewohnern aber offensichtlich zu einem Konflikt, dessen Folgen und Ursachen aufgeklärt werden sollen.

Das Spiel soll nach dem Willen der Entwickler aus einer fast lebendigen Welt bestehen, in den sich das Geschehen quasi von selbst weiterspinnt. Das nennen sie "emergent gameplay" und wollen mit einer besonders dafür ausgelegten KI dafür sorgen, dass die computergesteuerten Lebensformen mit verschiedenen Maßstäben auf Reize reagieren und so auch nicht unbedingt vorhersehbar sind. So wird es wohl auch nur eine Gattung an Gegnern geben, die sich ständig im "Aggro-Mode" befindet.

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Bei allen anderen ist es abhängig vom Verhalten des Spielers, wie sie auf ihn reagieren. Bestes Beispiel dafür ist wohl das Zusammenspiel von "Big Daddys", riesenhaften Kolossen in stählerner Taucherausrüstung, und den "Little Sisters", kleinen Mädchen, die Leichnamen das "Adam"-Genmaterial entnehmen und dabei von den Erstgenannten beschützt werden.

Nähert sich der Spieler den Mädchen, verstecken diese sich hinter ihren Beschützern und bauen sich bedrohlich auf oder geht aggressiv gegen ihn vor, wenn er nicht zurückweicht.Da diese Titanen furchteinflößende Gegner abgeben, ist eine direkte Konfrontation nicht angeraten. Trotzdem gehört es zu den Zielen, ebenfalls an das "Adam" zu gelangen, da dies quasi die "Währung" des Spiels ist. Mit ihr können der Spielfigur verschiedene genetische Upgrades verpasst werden, so genannte Plasmide, die bestimmte Fähigkeiten verbessern oder auch die Umweltbedingungen zugunsten des Spielers verändern. Diese Eingriffe in das öko-soziale Netzwerk der Unterwasserstadt und ihre Wirkung auf die Bewohner sind einer der Schlüssel des Spielgeschehens. Durch Manipulation der Umgebung kann der Spieler sich Vorteile verschaffen.

Das Sicherheitssystem mit seinen Kameras, Schussanlagen und Drohnen kann beispielsweise so umgangen werden, die Aufmerksamkeit der Big Daddys kann auf andere Ziele gelenkt werden, um den Zugang zu den kleinen Schwestern zu ermöglichen.Auf diese Weise soll auch zum Tragen, dass der Spieler zwar bewaffnet ist, prinzipiell aber fast alle Situationen ohne Waffengewalt lösbar sein, wenn man intelligent vorgeht. Daraus wird auch klar, dass es sich bei Bioshock keineswegs um einen reinen Shooter handelt, bei dem man mit Dauerfeuer durch die Gegend rennt. Da die "Slots" für Erweiterungen des Charakters begrenzt sind, muss der Spieler auch ständig abwägen, was ihm am besten weiterhelfen kann. Änderungen sind zwar möglich, aber nicht zu jeder Zeit. Zu dem Horrorszenario, dass auch gewisse moralische Fragen aufwerfen könnte (z.B. Töten der kleinen Schwestern), gesellt sich schließlich auch noch die ständige Bedrohung durch den Ozean: Die Stadt ist dem Untergang geweiht, an vielen Stellen dringt bereits Wasser ein und erhöht so das Gefühl des Ausgeliefertseins.

Wie ein roter Faden soll sich auch eine möglichst hohe Interaktivität durch das Gameplay ziehen. Viele Gegenstände lassen sich bewegen, mitnehmen und verwenden.So sollen individuelle Lösungsmöglichkeiten entstehen, die ohne lineare Spielvorgaben auskommen.

Ausblick
Fans des Klassikers System Shock 2 werden an Bioshock wohl ohnehin nicht vorbei kommen, wird es doch eine ganze Reihe bekannter Features in verbesserter und getunter Fassung anbieten. Aber auch darüber hinaus verspricht das originelle Szenario frischen Wind ins Actiongenre zu bringen.

Die Vielzahl an möglichen Handlungsweisen für den Spieler, der Einfluss auf das morbide ökologisch-soziale Beziehungsnetzwerk der verschiedenen Bewohner von Rapture mithilfe von Genmutationen verspricht zudem einen höchst interessanten Zugang zum Spielgeschehen, bei dem es mal nicht um ständiges Geballer mit fantastischen Riesenwummen geht. Wir dürfen gespannt sein, ob es Irrational Games schafft, die vielen Vorschusslorbeeren und den sehr guten Ersteindruck zu bestätigen!