Vermutlich ist das noch nicht der Tiefpunkt, aber viel kann nicht mehr fehlen. Niemand hat etwas gegen sinnvolle Kompromisse einzuwenden, nur hat das hier weniger mit einer gegenseitigen Übereinkunft als einem vor die Füße gerotzten „Das ist alles, was ihr kriegt“ zu tun. Die einzige Entscheidung, die euch bleibt: Verzicht. Ihr solltet sie nutzen.

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Es ist ein unglücklicher Bogen, den 2K hier spannt. Vor sieben Jahren wäre uns die ganze Chose zwangsläufig erspart geblieben. Als BioShock zu Beginn der vergangenen Generation aus dem Stegreif mehr als eine Messlatte höher legte, als etliche andere Spiele in den folgenden Jahren selbst unter ärgstem Strecken nicht einmal mit den Fingerspitzen berühren konnten, nahm das Phänomen iPhone gerade erst seinen Anfang.

Wer unbedingt will, kann durchaus Parallelen zwischen Videospiel und Smartphone sehen, denen beiden fälschlicherweise eine ungewisse Zukunft prognostiziert wurde, nur ist das noch kein Grund für eine Zwangsheirat wie in diesem Fall. Sowohl BioShock als auch Apples Goldesel durchliefen zahlreiche Iterationen, haben ihre ohnehin schon klangvollen Namen regelmäßig noch wertvoller gemacht, nur waren sie zu keinem Zeitpunkt füreinander geschaffen – zumindest nicht in dieser Form.

BioShock - Would you kindly ignore this crap?

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Könnt ihr euch noch an das großartige Schattenspiel an dieser Stelle im Original erinnern? Tja, dumm gelaufen.
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Es hätte andere, bessere Möglichkeiten gegeben und wir können 2K nicht dafür verurteilen, all die Alternativen auf ihre Massentauglichkeit hin abzuklopfen. Ihr wisst so gut wie ich, dass das kurzzeitig besprochene rundenbasierte BioShock-Strategiespiel für die PlayStation Vita keine finanzielle Zukunft gehabt hätte. Eine größere Kehrtwende hätte man mit dieser unnützen iOS-Portierung allerdings auch nicht aufs Parkett legen können.

Wie das Original, nur in hässlich und mit unbrauchbarer Steuerung

Und die Jungs und Mädels von 2K wissen ziemlich genau, was sie von der hastig zusammengeschusterten Umsetzung erwarten dürfen. Wer auf seinem offiziellen Twitter-Account Tests mit einer Wertung von 8.0 Punkten retweetet, während das Original einen Metacritic-Score von irrwitzigen 96 Prozent einfuhr, lässt tief blicken. Viel wird dem iPad-BioShock nicht zugetraut und das aus gutem Grund.

Packshot zu BioShockBioShockErschienen für PC, Xbox 360, PS3 und iOS (iPad / iPhone / iPod) kaufen: Jetzt kaufen:

Es ist die in jeder Hinsicht deutlich unterlegene Version eines sieben Jahre alten Spiels, das mit dem Sprung auf die Apfel-Geräte nichts, aber auch gar nichts hinzugewinnt. Während Monster Hunter vor knapp zwei Monaten zumindest optisch von seiner neuen Plattform profitierte, ist dieses mobile Abenteuer mehr als nur ein hässliches Entlein.

Was habt ihr aus BioShock gemacht?Fazit lesen

Und jetzt erzählt mir hier nichts von „Don't judge a book by it's cover“: Der Einschlag von Ken Levines Großprojekt wäre ohne die dicke Zuckergussschicht schon damals ein weitaus geringerer gewesen. Ohne all die begeisterten Seufzer hätten wir BioShock deutlich schneller als den leicht überdurchschnittlichen Shooter entlarvt, den es unter seinem hübschen Kleidchen zu verstecken versuchte.

Auf neueren Apple-Geräten (versucht euer „Glück“ erst gar nicht mit System, die älter als zwei Jahre sind) bleibt Levines Baby auch heute noch der faszinierende Entwurf einer elitären, autarken Gesellschaft, das außerordentlich kluge Drehbuch und all die cleveren Dinge, für die BioShock zurecht seinen Platz im kollektiven Videospielgedächtnis erhalten hat. Nur das Wichtigste bleibt man uns schuldig: Den Grund, warum BioShock ausgerechnet auf einem iPad gespielt werden sollte.

BioShock - Would you kindly ignore this crap?

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Hmm, heute gibt's lecker Texturpampe.
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Neben der inzwischen obligatorisch-unbrauchbaren Touchscreen-Steuerung raubt vor allem die bereits thematisierte, enorm heruntergedampfte Optik diesem Juwel jeglichen Glanz. Neben einem Candy Crush Saga mag das zumindest rein technisch noch beeindruckend sein, ästhetisch sieht die Sache ohne jegliche Effekte, matschige Texturen und grobkörnige Kanten allerdings schon wieder anders aus.

Stellt euch die PC-Version auf absolut niedrigsten Einstellungen vor und ihr habt ein ziemlich gutes Bild davon, wie das hier aussieht. Ersetzt noch das Eingabegerät eurer Wahl mit einem kaputten, nicht angeschlossenen Controller und ihr seid good to go.

Angesichts dessen klingt die Aussage von Produktionsassistent Ben Holschuh, möglicherweise auch Teil 2 und Infinite auf iOS-Geräte zu hieven, beinahe wie eine Drohung.