"Was habt ihr aus BioShock gemacht?" - Gregor Thomanek

Am Ende bekommt ihr dasselbe grandiose Spiel wie vor sieben Jahren, eben nur in einem absolut desolaten Zustand. Während das 2K-China-Studio zuletzt mit XCOM: Enemy Unknown eine erstaunlich verlustfreie iOS-Portierung aus dem Hut zauberten, stoßen sie diesmal nicht nur an die von Apple maximal vorgegebene App-Größe von 2 Gigabyte.

Von Ken Levines einstiger Version bleibt auf aktuellen iPads (andere Geräte kommen schlichtweg nicht in Frage) erschreckend wenig übrig, nachdem ihr gerade so viel amputiert wurde, dass sie irgendwie lebensfähig bleibt. Am optischen Existenzminimum und weit unter der Armutsgrenze für ein Mindestmaß an präzisem Spielgefühl fristet BioShock ein klägliches, gerade unwürdiges Dasein.

Selbst bei dem geringen Aufwand, der ganz offensichtlich in diese Umsetzung geflossen ist, bleibt fraglich, ob sich 2K mit diesem Projekt nicht letztlich ins eigene Fleisch schneidet und der Marke BioShock damit langfristig einen hässlichen Kratzer im sonst eifrig auf Hochglanz polierten Lack verpasst.

BioShock ist für PC, Xbox 360, seit dem 24. Oktober 2008 für PS3 und seit dem 15. August 2014 für iOS (iPad / iPhone / iPod) erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

BioShock - Nie war das Leben unter der Wasseroberfläche trostloser

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BioShock - Nie war das Leben unter der Wasseroberfläche trostloser

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Pro

  • BioShock für unterwegs (irgendwie)
  • Mit MFI-Controller passabel spielbar

Contra

  • Verglichen mit Original viel, viel zu teuer
  • Hoher Akkuverbrauch da Bildschirmhelligkeit auf Maximum sein muss
  • Spiel allgemein zu dunkel
  • Bildwiederholungsrate sehr instabil und niedrig
  • Schrecklich heruntergeschraubte Grafik
  • Auf iPhone aufgrund geringer Bildschirmgröße quasi unspielbar

Grafik

Uff, mit dem Next-Gen-Augenöffner von damals hat das hier nicht mehr die Bohne tu tun. Die App-Begrenzung von maximal zwei Gigabyte sowie die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Apple-Geräte fordern sehr deutlich ihren Tribut. Texturen sind niedrig aufgelöst, das Geschehen läuft sehr unstet und ist äußerst grobkörnige, die Sichtweite ist geringer als im Original und überhaupt wurde alles verschlimmert, was möglich war. Für iPhone-Verhältnisse mag das rein technisch noch immer eine Leistung sein, aber das allein reicht eben nicht.

Sound

Auch hier macht sich die starke Komprimierung des ursprünglichen Programms bemerkbar, wenngleich bei weitem nicht so stark wie im Grafikbereich. Auf eine deutsche Tonspur müsst ihr komplett verzichten, der Rest klingt hingegen schlichtweg eine Spur weniger wuchtig, als es früher der Fall war, ohne jedoch zu kratzen.

Gameplay

Im Grunde unspielbar, ganz einfach. Na klar funktioniert die Touch-Steuerung mit viel gutem Willen und noch mehr Geduld irgendwie, aber mit Spaß oder kontrolliertem Steuern hat das nichts mehr zu tun. Das MFI-Controller-Argument zieht auch nicht, weil es sich dabei um zusätzliche Peripherie handelt. Von Haus aus ist BioShock auf dem iPad eine Zumutung.