PAM, POW - RAAW! Im Action-Comic-Stil kämpft sich Biomutant durch die gamescom 2017 und überrascht Freizeit- sowie Fachbesucher mit einem süßen und pfiffigen Waschbär. Wirklich erwartet hatten wir keine großartigen Ankündigungen, weswegen das originelle Open-World-RPG von Experiment 101 unser Highlight der Messe war.

Biomutant - Cinematic-Trailer
Stephan Otto, der es auf der gamescom 2017 angespielt hat: "Es ist kein Waschbär!"

Ein pinker Waschbär (?) in der Postapokalypse

Pink ist nicht eure Farbe? Wie wäre es dann mit blauem Fell und lila Streifen? Oder doch lieber ganz ordentlich in schwarz-weiß? Obwohl der Charakter in Biomutant mehr oder weniger vorgegeben ist, dürft ihr das süße Fellknäuel im Tutorial mit verschiedenen Slidern individuell anpassen, bis es euer Ich in Waschbären-Form verkörpert. Waschbär, ja - nein? In der Redaktion herrscht Unstimmigkeit, was für ein Wesen unser Protagonist eigentlich ist. Am besten, ihr entscheidet selbst.

Biomutant - Es ist ein Waschbär! Es ist kein Waschbär!

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Willst du dich wirklich mit mir anlegen, Freundchen?
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Schließlich könnt ihr euch noch für eine Mutation entscheiden, mit der ihr unter anderem Größe und Körperform bestimmt. Wie ihr ausseht, ist nicht nur für das Auge interessant, sondern legt ebenso die Grundwerte von Stärke und Geschicklichkeit fest. Und dann? Geht es auf in die große, postapokalyptische Welt von Biomutant!

Neben den typischen RPG-Elementen erwarten euch zugewachsene Ruinen und Bunker sowie große, Dschungel-artige Gegenden voller seltsamer Tierwesen, die mit technischen Implantaten und Rüstungen ausgestattet sind. Im Übrigen sind die ebenso wie ihr ziemlich gute Kämpfer, die euch mit unterschiedlichsten Waffen und Attacken zu Leibe rücken wollen.

RAAAW!

Auch während der Kampfsequenzen sucht das Spiel, zu überraschen und originelle Elemente mit Altbewährtem zu verbinden. Während ihr etwa gegen einen großen Affen antretet, der euch mit seiner riesigen Keule zermalmen möchte, blitzen immer wieder comichafte Kommentare wie PAM! oder POW! auf. Dazu gibt es ein Gameplay mit Pistole und Schwert; zwei Waffen, zwischen denen ihr immer wieder wechseln könnt. Über verschiedene Tastenkombinationen und Slow-Motion-Angriffe entstehen damit schon in der gamescom-Vorabversion des Spiels interessante und strategische Kampfszenarien, die es in sich haben.

Biomutant - Es ist ein Waschbär! Es ist kein Waschbär!

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Könnte der Erzähler vielleicht die süße Grille sein?
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Schließlich blitzen aber nicht nur ein paar Wörter auf, die euren Kampfstil kommentieren – nein, auch der Erzähler ist immer kräftig dabei, euch zu loben, auf Items und die Mission hinzuweisen; oder einfach nur Peng, peng, peng! zu rufen, wenn ihr mit eurer Knarre losballert. Ah… ein Erzähler?

“Ah, eine Werkbank. Mal sehen, was du damit anstellen kannst, hm?”

Biomutant erzählt eure Geschichte ein wenig anders, als die meisten Spiele. Da ihr ein seltsames, farbiges Tierchen seid, könnt ihr natürlich nicht sprechen. Ein bisschen Realismus muss immerhin sein. Den Job des Sprechers übernimmt die tiefe, beruhigende Off-Stimme des Erzählers. Ein bisschen Stanley-Parable-Geschmack bleibt dabei zurück, ganz besonders wenn ihr sterbt und darauf hingewiesen werdet, dass eure Story keineswegs so endet.

Tutorial und Hinweise im Spiel fließen so intuitiv ins Gameplay ein, vergleichbar mit dem Indie-Hit Hellblade: Senua’s Sacrifice. Während sich der gehypte Titel jedoch mit psychischen Abgründen beschäftigt, ist Biomutant locker, lustig und wird über die spätere Hauptstory sicherlich auch ernste Themen ansprechen. Die Vergangenheit des Protagonisten soll dabei im Mittelpunkt stehen, ebenso wie der geheimnisvolle Lebensbaum, den ihr suchen müsst. Auch wird es ein Karma-System (Yin & Yang) geben, in das eure Entscheidungen einfließen. Darüber werden dann unterschiedliche Aufgaben und Gesprächsoptionen freigeschaltet.

Biomutant - Es ist ein Waschbär! Es ist kein Waschbär!

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Zieht mit den verrücktesten Konstruktionen in den Kampf!
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Baut euch eure eigene … Hand!

Niedliche, bunte Tierwesen, actionreiche Kämpfe und dazu noch ein ausgefeiltes Mutations- und Craftingsystem, das mit einer Prise Humor schnell Lust auf mehr macht. Besonders positiv fallen dabei die kreativen Einfälle im Spiel auf. Während eurer Reise durch die offene Welt von Biomutant sammelt ihr nicht nur Erfahrung, sondern auch etliche Mutationen, mit denen ihr euch ausstattet. Wollt ihr zittrige Blitze aus euren Fingern schießen oder doch lieber Pilze wachsen lassen, über die ihr höher springen könnt? Und was ist mit Psychokinese?

Auch beim Basteln dürft ihr euch austoben; es soll demnach etliche Upgrades für eure Waffen sowie Mechs und Fahrzeuge geben, darunter auch eine krabbelnde Hand, in die ihr euch hineinsetzen könnt. Addams Family lässt grüßen? Wenn das Spiel jetzt schon so ein Aufgebot an verrückten Ideen aufweist, können wir auf das finale Produkt gespannt sein.

Marina Hänsel: “In einer mechanischen, krabbelnden Hand sitzen und dabei Blitze auf meine Gegner werfen? Bin dabei!”

Biomutant ist noch lange nicht fertig und überzeugt jetzt schon mit viel Liebe zum Detail, originellen Ideen und einem unterhaltsamen Gameplay. Hinter dem Titel steht das schwedische Studio Experiment 101, das unter anderem von Stefan Ljungqvist gegründet wurde. Ljungqvist arbeitet zuvor an Mad Max und Just Cause; ob Biomutant an einen solchen Erfolg anknüpfen oder ihn sogar übertreffen kann, erfahren wir spätestens zum Release 2018. Dann soll das Spiel für PC, PS4 und Xbox One auf den Markt kommen. Wir meinen: Das ist noch viel zu lange hin! Was haltet ihr von Biomutant? Werdet ihr die IP weiterverfolgen?