Es ging schon gerüchteweise durch das Internet, doch nun bestätigte das Onlinegames-Unternehmen die Berichte selbst: 120 Arbeitsplätze werden bei Bigpoint abgebaut und Gründer Heiko Hubertz wechselt in den Aufsichtsrat.

"Da wir in den vergangenen Jahren große Erfolge hatten, haben wir entsprechend Personal aufgebaut, das wir heute allerdings angesichts der aktuellen Marktlage in dem Volumen nicht mehr benötigen. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, diesen harten, aber notwendigen Schnitt vorzunehmen", erklärt Hubertz gegenüber Gamesmarkt. Dabei fallen 40 Stellen am Standort San Francisco sowie die komplette Spieleentwicklung dort und 80 Stellen am Standort Hamburg weg.

"Wir machen diesen harten Schnitt nicht, weil wir befürchten müßten, dass uns morgen die Liquidität ausginge, nein, tatsächlich sind wir in jedem Quartal profitabel gewesen. Aber wir realisieren nicht mehr dieses extreme Wachstum, was schlichtweg dem veränderten Markt geschuldet ist. Und an diese Entwicklung müssen wir uns anpassen - strukturell, aber auch personell." Bigpoint will sich in Zukunft auf das Kerngeschäft konzentrieren: "Browsergaming ist ganz klar unser Core-Geschäft, und zwar im Publishing-, Lizenz- und Entwicklungs-Bereich. Zugleich versuchen wir, mittels der beschriebenen Maßnahmen, der Konzentration oder Fokussierung auf unsere Kernkompetenzen wieder einen stärkeren Wachstumskurs einzuschlagen", erklärt Hubertz weiter.

Hubertz selbst wird Anfang kommendes Jahr vom Posten des Executive Chairmans in den Aufsichtsrat wechseln: "Ich hatte diesen Schritt eigentlich schon vor einem Jahr geplant, mußte ihn aber aus verschiedenen Gründen aufschieben. Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um den Wechsel zu vollziehen. Außerdem bin ich der Meinung, dass ich Bigpoint in meiner künftigen Rolle als Executive Chairman viel mehr dienen und nutzen kann, als es jetzt der Fall ist, wo ich extrem in die täglichen Routinen eingebunden bin. Abgesehen davon ist es dann, ehrlich gesagt, auch für mein Privatleben relaxter."

Weiter sagt er, dass er sich keinefalls aus dem Unternehmen zurückziehen werde: "Vielmehr werde ich ab Januar eine Art Controlling- bzw. Observer-Funktion ausüben und das Unternehmen mit Ideen und Strategien weiter steuern. Ich werde auch weiterhin ein Büro im Hamburger Firmensitz haben und mehrmals im Monat präsent sein."

Auch der Markt der Browsergames verändert sich und Unternehmen müssen sich an die neue Marktlage anpassen. Gerade im Bereich der Free2Play-Spiele kann dies aufgrund des heftigen Wettbewerbs sehr schnell der Fall sein, wie das Beispiel Bigpoint zeigt.