Kurz nachdem uns Nintendo mit „Family Ski“ überraschte, kontert THQ mit „Big Beach Sports“. Wer sich also entsetzt geweigert hat, mitten im Sommer auf die virtuellen Skier zu steigen, darf nun zum Strandsport aufbrechen. Wir haben die Sonnenbrillen aufgezogen und uns den sechs heißen Sportarten gestellt – ob uns der Spielspaß dabei überflutet hat, erfahrt ihr im Test.

Big Beach Sports - Deutscher Trailer

Sechs Sportarten in sonniger Umgebung!

Bereits ein erster Blick auf die Rückseite der Spielhülle ließ unsere Augenbrauen nach oben schießen. Ein kleines Symbol in der oberen rechten Ecke verrät, dass sich das Spiel ganz ohne Nunchuk steuert. Fußball, Volleyball, Cricket – und das alles ohne den Analogstick? Richtig, denn Big Beach Sports reduziert das jeweilige Spielprinzip auf ein Minimum, was zu einer hohen Zugänglichkeit, gleichzeitig aber auch zu Abstrichen in punkto Tiefgang führt.

Big Beach Sports - Kampfansage an Wii Sports: Unser Test verrät, ob die Strandsport-Arten bei Big Ns Meisterwerk mithalten.

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Wer mag, bastelt sich seine eigenen Strandsportler.
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Grundsätzlich umfasst die Beach Sports Sammlung die Sportarten Fußball, Volleyball, Cricket, American Football, Boccia und Disc-Golf. Als Austragungsort und somit große Gemeinsamkeit, dient ein fiktiver Strand, was rein optisch schon mal für wenig Abwechslung sorgt. Weitaus differenzierter wirken dagegen die Akteure, die ihr mit einem Editor den eigenen Wünschen anpassen könnt.

Dabei seid ihr jedoch zunächst auf Initialen, Alter, Geschlecht und Hautfarbe beschränkt. Wer die Visage des Strandsportlers modifizieren möchte, muss seinen Nintendo DS zur Hand nehmen und die Download-Spiel Funktionalität nutzen. Sind alle nötigen Daten übertragen, könnt ihr die Gesichtstextur per Touchscreen anpassen.

Zugänglichkeit vs. Spielspaß

Völlig euphorisiert begeben wir uns mit unseren eigens erstellten Figuren zum Strand. Im Rahmen unserer gamona-Strandmeisterschaften fiel die Wahl zunächst auf Beachvolleyball – eine Sportart, die uns aus dem realen Leben durchaus vertraut ist. Nach einer kurzen Ladepause macht sich jedoch zunächst mal Ernüchterung breit. Was euch hier grafisch geboten wird, bewegt sich höchstens auf Nintendo-64-Niveau. Soll heißen: Wenig detaillierte Spielfiguren bewegen sich schlecht animiert vor einem unansehnlichen Hintergrund.

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Aufschlag beim Volleyball – die Brandung im Hintergrund zählt zu den optischen „Highlights“.
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Da Technikfetischisten bei Wii-Spielen ohnehin selten auf ihre Kosten kommen, sehen wir über die schlechte Präsentation hinweg und freuen uns auf den ersten Ballwechsel. Bildschirmeinblendungen machen uns mit der Steuerung vertraut. Per Knopfdruck fliegt der Ball in die Luft, worauf wir den Ball mit einer beherzten Schwungbewegung oberhalb des Kopfes in die gegnerische Hälfte befördern. Dort angekommen darf ebenfalls durch Wiimotebewegungen gebaggert, gepritscht oder geschmettert werden.

Öde Minispielsammlung, die unter einer veralteten Technik und zumeist verkorkster Steuerung leidet. Diesen Strand solltet ihr besser meiden!Fazit lesen

Der große Nachteil liegt darin, dass ihr die zwei Spieler pro Team nicht in ihrer Bewegung, sondern nur deren Schläge steuern könnt. Zudem stellt sich schnell heraus, dass es in den meisten Fällen genügt, die Wiimote irgendwie zu bewegen, sobald der Ball bei euch ankommt. So werden euch zwar bei den Bildschirmanweisungen spezielle Bagger- und Pritschbewegungen nahe gebracht, in der Praxis ist diese Differenzierung aber eigentlich gar nicht nötig.

Triviale, aber witzige Ballwechsel

Obwohl die Steuerung derart vereinfacht wurde, stellt sich bei der Beachvolleyball-Variante sogar noch etwas Spielspaß ein. Insbesondere, wenn alle Strandsportler durch echte Mitspieler kontrolliert werden, entstehen witzige Ballwechsel, die vom Ehrgeiz beflügelt werden. Sobald ihr jedoch längere Zeit am Stück spielt, streut der fehlende Tiefgang spürbar Strandsand ins Getriebe. Immerhin dürft ihr mit gedrückter B-Taste zwischen flachen und hohen Bällen unterscheiden und mit Hilfe des Steuerkreuzes einen Block stellen.

Nach einigen Ballwechseln auf dem Volleyballfeld entschließen wir uns, eine ruhige Kugel zu schieben – Boccia ist angesagt. Bis zu vier Spieler treten hier gegeneinander an. Zu Beginn wird ein kleiner Zielball namens Pallino auf die längliche Strandsandbahn geworfen. Das Ziel besteht nun darin, sich dem Pallino mit den größeren und schwereren Kugeln möglichst weit zu nähern.

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Riesiges Gewusel im Strafraum – dieses Spiel ist nur schwer als „Fußball“ zu erkennen.
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Wie beim Wii Sports Bowling dürft ihr per Steuerkreuz eure Position und die Wurfrichtung bestimmen. Überraschenderweise bestimmt ihr auch die Weite eures Wurfes mit einem Zielcursor, wodurch die abschließende Wurfbewegung kaum noch von Bedeutung ist. Zwar könnt ihr der Kugel durch seitliche Neigung noch etwas Spin verleihen und die Wurfstärke minimal nachjustieren, doch im Grunde entspricht jeder Wurf in etwa dem, was man vorab per Steuerkreuz vorbestimmt hat.

Taktik statt Können

Auch hier sorgt die starke Vereinfachung der Steuerung für eine sehr hohe Zugänglichkeit. Da die Ausführung der Würfe jedoch kaum noch Können erfordert, steht bei dieser Boccia-Variante ganz klar die Taktik im Vordergrund.

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Beim Boccia müsst ihr eure Kugeln möglichst nahe an der kleinen Zielkugel platzieren.
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Insgesamt verliert das Spiel dadurch an Attraktivität, da in den meisten Fällen derjenige Spieler einen Vorteil hat, der als letzter eine Kugel wirft. Nachdem wir beim Boccia wieder Kraft gesammelt haben, begeben wir uns als nächstes auf den Beach-Soccer-Platz. Anders als beim Volleyball dürft ihr euren Akteur hier sogar per Steuerkreuz kontrollieren.

Das Ergebnis ist dabei jedoch alles andere als befriedigend. Die grauenhaften Animationen der Feldspieler fallen hier besonders negativ auf. Ein schnelles Spiel kommt schon alleine deshalb nicht zustande, weil ihr den Ball im Zweikampf kaum behaupten könnt und Pässe grundsätzlich langsam und sehr hoch gespielt werden.

Das gesamte Spiel läuft letztlich darauf hinaus, in der Nähe des gegnerischen Tores irgendwie an den Ball zu kommen und das Leder unmittelbar in die Maschen zu treten. Wer den Ball nicht hat, grätscht was das Zeug hält und wer in Ballbesitz ist, schießt am besten aus allen Lagen.

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Beim Cricket kommt es nur darauf an, den Ball im richtigen Moment zu schlagen.
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Leider sorgen auch die drei verbleibenden Sportarten keinesfalls für das erhoffte Beach-Sports-Vergnügen. In allen Fällen sorgt die Steuerung anfangs für etwas Kurzweil und nach wenigen Minuten Spielzeit bereits für Langeweile. Da auch die Technik stark veraltet wirkt und mit dem immer gleichen Szenario keinerlei Abwechslung bietet, fliegt die Disc schnell wieder aus dem Laufwerk. Einzelspieler werden aufgrund der mäßigen Gegner-KI bereits nach wenigen Minuten den Kopf in den Sand stecken.