David Cage ist einer der derzeit schillerndsten Persönlichkeiten im Spielebereich. Aber auch einer der kontroversesten, denn nicht alle sind von seinem Mix aus Spiel und interaktivem Film überzeugt. Das neueste Werk Beyond: Two Souls dürfte da keine Ausnahme machen. In einem Interview mit CVG teilte David Cage von Quantic Dream nun mit, dass sie bei der Entwicklung von Obdachlosen inspiriert wurden und dass ihre PS4-Versuche einer anderen Welt gleichkämen.

Beyond: Two Souls - David Cage ließ sich von Obdachlosen inspirieren

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Eines der letzten großen Highlights für die PS3
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"Wenn man Obdachlose auf den Straßen erblickt und sie mental nicht ganz fit sind, sprechen einige von denen mit einem imaginären Freund - und sie können manchmal wirklich wütend über ihren imaginären Freund sein oder enttäuscht. Einer der ersten Punkte bei 'Beyond' war meine Überlegung, wie es wohl wäre, wenn einer dieser imaginären Freunde tatsächlich existierte."

"Es ist jedes Mal faszinierend, weil es den Anschein macht, dass sehr viel Dialog stattfindet. Es ist, als würden ihnen die imaginären Personen antworten, was eine ganze Diskussion hervorruft. Es ist immer wieder überraschend."

So würde auch Jodie, die von Ellen Page gespielt wird, von einem spirituellen Wesen verfolgt, das sich zu einem Fluch entwickelt. Diese spezielle Gabe habe ihr ein normales Leben gekostet. Solange sie ihr Geheimnis für sich behielte, könne sie nicht mit normalen Menschen interagieren.

Interessant sei für Cage auch gewesen, dass ihm diese Idee sowohl auf erzählerischer, als auch auf gameplay-technischer Ebene Möglichkeiten biete. "Da gibt es eine Geschichte, aber auch die Möglichkeit, den imaginären Charakter zu spielen."

Dieses Konzept sei auch die emotionale Charakteristik des Spieles. "Wir müssen mit den Dingen leben, die uns von anderen unterscheiden."

Desweiteren sei das Budget, obwohl beispielsweise die Engine von Grund auf neu entwickelt wurde und mit Ellen Page und Willem Dafoe sogar gleich zwei Hollywood-Darsteller verpflichtet wurden, nur leicht über dem von Heavy Rain, dem letzten Spiel von Quantic Dream.

Auf die PS4 angesprochen, antwortet Cage, "Ich weiß, dass einige Leute darüber überrascht sind, wozu wir auf der PS3 mit 'Beyond' in der Lage sind. Und wir haben gehört, dass sich einige Leute sogar fragen, ob das überhaupt ein Current-Gen-Spiel sei. Aber glaubt mir, wenn ich euch zeigen würde, was wir mit der PS4 machen, wärt ihr begeistert. Es ist überraschend. Es ist eine andere Welt."

David Cage impliziert also, dass die bessere Hardware der Next-Gen nicht nur in Sachen Grafik eine Steigerung gegenüber der Current-gen darstellt, sondern dass die Entwickler auch in der Lage seien, in spielerischer Hinsicht mehr aus ihren Projekten zu holen. Die Angst, dass sich die Next-Gen-Titel nur durch bessere Grafik definieren würden, sollte also zumindest bei Quantic Dream unbegründet sein.

Beyond: Two Souls ist für PS3 und seit dem 26. Oktober 2016 für PS4 erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.