Was King kann, das kann Bethesda Softworks schon lange. Das muss sich der Publisher wohl gedacht haben, als man Indie-Entwickler Jordan Maron eine Unterlassungsaufforderung zustellte. Der Grund: Marons Indie-Puzzler Fortress Fallout.

Bei manchen Entscheidungen kann man einfach nur mit dem Kopf schütteln. So auch in diesem Fall. Indie-Entwickler Jordan Maron, der unter dem Namen Captain Sparklez auch als Youtuber bekannt ist, hat just ein Video veröffentlicht, in dem er über einen sehr obskuren Fall spricht, der ihn direkt betrifft. Bethesda Softworks hat seinem Indie-Studio Xreal eine Unterlassungsaufforderung zugesandt, die sich auf ein Spiel bezieht, das sich bei ihnen seit August 2014 in Arbeit befindet - Fortress Fallout, ein Puzzlespiel. Der Grund ist der Begriff Fallout im Titel. Es wird befürchtet, dass es zu einer Verwechslung mit Bethesda Softworks' Rollenspielreihe Fallout kommen könne. Sollte das Indie-Studio den Titel des Spiels nicht ändern, drohe man andernfalls mit rechtlichen Schritten.

Mal abgesehen davon, dass selbst allein beim Anblick der beiden Spiele wohl kaum eine Verwechslunsgefahr bei Otto-Normalspieler bestehen kann, ist es doch recht absurd, anzunehmen, dass etwas Derartiges überhaupt vorkommen könnte. Schließlich ist das eine Spiel ein Puzzler mit 2D-Grafik für mobile Geräte, und das andere Spiel eine teure AAA-Produktion aus der First-Person-Perspektive.

Allerdings wurde Maron bereits von seinen Anwälten gewarnt, dass ZeniMax Media, der Publisher hinter Bethesda Softworks erstens über genügend finanzielle Mittel verfügt, und sich zweitens auch nicht vor langwierigen Streitigkeiten scheut, was man bereits beim Trademark-Streit mit dem schwedischen Entwickler Mojang und dessen Kartenspiel Scrolls sehen konnte. Damals sah Bethesda Softworks seine Elder Scrolls-Reihe in Verwechslungsgefahr.

"Offensichtlich verfügen sie über eine Menge Geld und eine Menge Ressourcen, was wir im Moment nicht haben", so Maron. "Im Grunde werden wir also dazu genötigt, unseren Titel zu ändern, was ziemlich bedauerlich ist, weil ich persönlich nicht erkennen kann, wo eine Verwechslungsgefahr zwischen Fortress Fallout und den Fallout-Spielen besteht."

Von daher habe das Team sich dazu entschieden, den Namen zu ändern, zumindest aber Fallout rauszunehmen. Fortress wolle man bei Möglichkeit allerdings behalten, und Maron bittet seine Youtube-Zuschauer auch um mögliche Titelvorschläge.

"Gratulation Bethesda, ihr habt gewonnen. Ihr habt uns geschlagen. Ihr habt eure Macht ausgespielt, und uns gezeigt, wer hier der Boss ist", teilt Maron über seine Video-Botschaft nicht ohne gewissen Sarkasmus mit.

Bleibt nur zu hoffen, dass Valve zu beschäftigt mit Half-Life 3 ist, und dabei gar nicht erst bemerkt, dass da ein Indie-Titel mit dem Titel Fortress auf dem Markt ist. Sonst könnte es ja sein, dass Leute, auch durch die Cartoon-Thematik, Gefahr laufen, Fortress Noch-Fallout und Team Fortress 2 zu verwechseln.

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