In diesem Jahr jagt ein großes Sportevent das nächste. Kaum haben wir von Herrn Torres im Finalspiel der Fußball-EM das 1:0 kassiert, stehen schon die Olympischen Sommerspiele ins Haus. Nach der humorvollen Umsetzung „Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen“ schickt Sega nun das zweite Spiel mit offizieller Lizenz ins Rennen. Wir haben das gamona Sportsteam zusammen getrommelt und uns den zahlreichen Wettbewerben gestellt.

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Online auf Rekordjagd!

Statt Mario, Sonic und Konsorten treten bei „Beijing 2008“ echte Sportler an, um möglichst viele Medaillen für die eigene Nation zu ergattern. Mit insgesamt 38 Disziplinen ist der nominelle Umfang des Spiels so groß wie bei keinem anderen Olympia-Lizenzspiel bisher. So dürft ihr jede einzelne Disziplin ausgiebig trainieren oder einen frei gestaltbaren Wettkampf bestreiten, bei dem nur die gewünschten Sportarten ausgetragen werden.

Beijing 2008 - Das Spiel zur Olympiade in China: Ist Beijing so gut wie das legendäre Summer Games?

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Das Highlight einer jeden Olympiade: der Zieleinlauf der Sprinter.
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Wer über eine Onlineanbindung verfügt, darf sich bereits im Training in einer weltweiten Rangliste verewigen. Sobald ihr eine neue Bestleistung aufgestellt habt, wird euch die neue Platzierung in der Onlinerangliste angezeigt. Wer mag, darf zudem in einem Einzelspielermodus antreten, in dem ihr die Athleten eurer Nation nicht nur gestalten, sondern sogar kontinuierlich verbessern und somit zu immer besseren Leistungen anspornen könnt.

Das Herzstück des Spiels ist aber natürlich der Olympiamodus, bei dem ihr der Reihe nach an allen Disziplinen teilnehmt. Wer sich entschließt, an dem gesamten Sportevent zu partizipieren, sollte jedoch eine Menge Zeit mitbringen. Viele der Disziplinen wirken sehr langatmig und Zeremonien wie die Eröffnungsfeier und diverse Siegerehrungen, die alternativ auch per Knopfdruck übersprungen werden können, strecken die Spielzeit zusätzlich.

Guter Start, schlechter Abschluss!

Bevor es erstmalig in die virtuellen Olympiaarenen geht, fällt uns die schlechte Menügestaltung auf. Vielen der verwendeten Hintergründe fehlt es an Details – es scheint so, als hätte man niedrig aufgelöste Grafikelemente hoch skaliert, was bei Verwendung eines „HD Ready“- oder „Full HD“-Bildschirms sofort negativ auffällt. Wer zudem durch das Optionsmenü stöbert, wird bemerken, dass der Kommentar zu Beginn deaktiviert ist. Wer diese Option aktiviert, wird die Standardkonfiguration zu schätzen wissen.

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Der Stabhochsprung ist fordernd und unterhaltsam.
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Nach einer mehr oder weniger imposanten Eröffnungsfeier, bei dem die Kamera um das beleuchtete Stadion im Herzen Pekings rotiert und ihr per Knopfdruck Feuerwerkskörper in den Nachthimmel steigen lasst, findet ihr euch beim 100m Sprint wieder. Die Gestaltung des Stadionumfeldes fällt dabei durchaus positiv auf. Auch die Sportler wurden ansehnlich gestaltet und bereiten sich vielfältig auf die bevorstehende Aufgabe vor. Wer mag, darf sich per Knopfdruck in die Steuerung der Disziplin einweisen lassen.

Sowohl atmosphärisch als auch technisch gelungenes Lizenzspiel, dem mit Gameplay-Schwächen leider auf halber Strecke die Luft ausgeht!Fazit lesen

Sobald ihr die Füße in die Startvorrichtung geklemmt habt, herrscht knisternde Spannung in den Weiten der Arena. Nun gilt es per Schaltwippen einen Balken aufzubauen. Je stärker ihr die Analogvorrichtung durchdrückt, desto weiter steigt der Balken. Erreicht der Balken den roten Bereich, springt euer Athlet aus der Startvorrichtung, was bei schlechtem Timing zu einem Fehlstart führt. Diese Steuerungsfinesse hat uns sehr gut gefallen, da sie der realen Spekulation auf einen optimalen Start sehr nahe kommt.

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Anders als beim Hammer- und Diskuswerfen geht der Anlauf beim Speerwurf gut von der Hand.
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Was folgt sorgt jedoch für große Ernüchterung. Um euren Sprinter nach dem Start in Bewegung zu halten, drückt ihr entweder abwechselnd zwei Fronttasten oder ihr bewegt beide (!) Analogsticks möglichst schnell hin und her. Egal für welche Variante ihr euch entscheidet – komfortabel ist keine von beiden. Wir haben kurzerhand die Handfläche auf beide Analogsticks gelegt und sie schnell hin und her bewegt. Das Ergebnis war eine brauchbare Leistung, mit der wir der Konkurrenz aber noch immer hinterher liefen und gleichzeitig die Haltbarkeit unseres Gamepads gefährdeten.

Judo und Tischtennis – oberflächliche Geduldsspiele

Viele weitere Disziplinen leiden unter ähnlichen Steuerungsschwierigkeiten. So sind auch die kreisförmigen Schwungbewegungen beim Kugelstoßen, Diskus- und Hammerwerfen nur schwer zu bewältigen. Viele Disziplinen haben jedoch mit anderen Schwächen zu kämpfen. Judo und Tischtennis spielen sich zum Beispiel völlig zäh und wenig unterhaltsam. Beide Sportarten sind letztlich zu kompliziert, um sie in kompakter und vereinfachter Form als kleinen Bestandteil eines großen Olympiaspiels abzubilden.

Sehr enttäuschend fiel auch das Turmspringen aus, das bei Epyx’ „Summer Games“ vor rund 20 Jahren noch begeistern konnte. Aus einer Liste möglicher Sprünge mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wählt ihr einen Sprung aus. Danach müsst ihr mit dem richtigen Timing Schwung holen, worauf die knapp bekleidete Dame in die Luft steigt.

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Beim Mannschaftsradfahren ist auch am Gamepad Kondition gefragt.
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Nun könnt ihr im Hintergrund den verlangsamten Sprung bestaunen, während ihr im Vordergrund mit einem (3m Turm) oder beiden (10m Turm) Analogsticks für die akkurate Ausführung sorgt. Dazu müsst ihr vorgegebene Kreisbewegungen mit dem Analogstick nachahmen. Ganz gleich, wie gut ihr euch dabei anstellt, die scheinbar festgelegte Sprunganimation ist immer die gleiche – eure Aktion wird lediglich mit der abschließenden Wertung quittiert.

Mitten ins Schwarze – Schießen mit Spaßfaktor

Gelungen sind vor allem die Schussdisziplinen, die mit Bogenschießen, Tontaubenschießen und der Schnellfeuerpistole begeistern. Alle Varianten wurden sowohl grafisch als auch spielerisch sehr gut umgesetzt.

Ebenfalls gelungen sind die Sprungdisziplinen wie (Stab-)Hochsprung, Weitsprung und Dreisprung. Hier fällt das Anlaufnehmen deutlich leichter als bei den Laufdisziplinen. Wer zudem mit hohem Tempo anläuft, der hat es beim abschließenden Sprung sehr viel leichter. Schade ist nur, dass „Abschlusshöhen“ die Rekordjagd beim Hochsprung mit und ohne Stab urplötzlich beenden. Wer die Abschlusshöhe gemeistert hat, darf sich den Schweiß abwischen und den Wettkampf beenden.

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Das Kugelstoßen fällt aufgrund der Schwungbewegung schwer.
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Mit regelmäßigen Siegerehrungen samt Einspielung der jeweiligen Hymne, persönlichen Bestleistungen, olympischen Rekorden und Weltrekorden vermittelt das Spiel echte Wettkampfatmosphäre. Bei den meisten Disziplinen dürft ihr zudem entscheiden, ob ihr am jeweiligen Damen- oder Herrenwettkampf teilnehmt. Wem die auf hohem Niveau agierende KI zu langweilig wird, tritt online gegen Spieler aus aller Welt an. Hier beschränken sich die Wettkämpfe jedoch in der Regel auf einzelne Wettbewerbe – eine ganze Olympiade halten ohnehin nur die wenigsten durch.