Es gibt nicht mehr sonderlich viele Studios in der Unterhaltungsbranche, bei denen man blind darauf vertrauen kann, dass auch der nächste Titel großartig wird, dass er seine Vorgänger noch einmal in den Schatten stellt. Rockstar Games ist eine solche Weltenschmiede, die mit Red Dead Redemption 2 ein verdammt heißes Eisen im Feuer hat. Wobei - eigentlich sind es derer gleich zwei.

Bald dürfen wir selbst die Pferde satteln: Red Dead Redemption 2 erscheint 26. Oktober 2018:

Red Dead Redemption 2 - Official Gameplay-Trailer

Fünf lange Jahre nachdem uns Rockstar Games mit Grand Theft Auto 5 erfreute, ist es endlich wieder so weit. Mit Red Dead Redemption 2 steht in ziemlich genau vier Wochen ein neues Spiel typischer Machart ins Haus. Ein Spiel aus einem Genre, das nicht zuletzt von Rockstar begründet und definiert wurde und in dem die Messlatte vergleichsweise hoch hängt.

Eine irrsinnige Inszenierung

Obwohl offiziell als Action-Adventure bezeichnet, sind Rockstars Spiele doch so viel mehr. Neben der Action und dem Abenteuer bieten sie nämlich, eine betörend realistische und belebte Umgebung. Ein Element, mit dem sich in Zeiten von irrsinnig einfach gebastelten Battle-Royale-Arenen kaum noch ein Studio abgeben möchte, bedarf es doch eines schier unmöglichen Aufwands, etwas in dieser Form zu inszenieren.

Gewöhnliche Studios investieren ihre kostbare Zeit dann doch lieber in technischen Schnickschnack und Grafikpracht, in Dinge, die sich auf die Schnelle besser vermarkten lassen als die Arbeit am Detail. Doch Rockstar ist kein gewöhnliches Studio und wegen seines exzellenten Rufes in der glücklichen Lage, nicht auf jeden Hype-Train aufspringen zu müssen, um die eigenen Titel anzupreisen.

Arbeiten in Mordor

Rockstar kann auf eine gewaltige Community setzen, das Marketing glatt vernachlässigen und sich auf die Entwicklung konzentrieren. Der Rest kommt traditionell eigentlich von selbst. Wobei man wissen sollte, dass Rockstar North für Grand Theft Auto V verantwortlich zeichnet und unter anderem von Rockstar San Diego unterstützt wird, wohingegen es bei Red Dead Redemption quasi umgekehrt ist. Hier liefern die anderen Rockstar-Studios nach San Diego.

Der Wildwest-Epos geht also direkt auf das Konto des Ablegers aus dem kalifornischen Carlsbad - zumindest die ersten Teile. Red Dead Redemption 2 wird, darauf legt man beim Hersteller Wert, als "Multi-Studio Produktion" entwickelt, bei der alle Studios weltweit zusammenarbeiten. Ein möglicher Grund: In Carlsbad hatte man im Laufe der Studiogeschichte mit allerlei Problemen zu kämpfen. Berichtet wurde über unzufriedene Mitarbeiter und deren Angehörige, “fürchterliche Arbeitsbedingungen”, Entlassungswellen und unerträglich viele Überstunden. Außerdem wache der Mutterkonzern über seine Ableger wie das “Auge von Sauron” über Mittelerde.

Doch mit solchen Bedingungen sind die Rockstar-Studios keine Ausnahme in der Branche, eher noch die Regel und angesichts der Qualität, die man bei den letzten Titeln abgeliefert hat, rücken solch interne Streitigkeiten spätestens dann in den Hintergrund, wenn man am Markt einmal mehr alle Rekorde bricht. Red Dead Redemption gilt bis heute als eines der besten Werke von Rockstar. Und das will eine Menge heißen.

Red Dead Redemption 2 - lange überfällig

Beste Voraussetzungen also für den Nachfolger, mittlerweile der dritte Teil der Serie, der uns natürlich wieder in den Wilden Westen entführt, eine von der Unterhaltungsbranche seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigte Epoche. Nach einem relativ erfolgreichen 20. Jahrhundert, unzähligen Büchern und Filmen, wurde der Wilde Westen zuerst von Raumschiffen und Aliens verdrängt, mit dem Herrn der Ringe dann von Orks und Elfen.

Auf die Computer und Spielkonsolen schafften es daher nur ein paar wenige, kaum nennenswerte Titel. Ein Wunder eigentlich, eignet sich der Wilde Westen doch vortrefflich für die Inszenierung stimmungsvoller und geschichtsträchtiger Abenteuer zwischen Wildnis und Zivilisation. Und zumindest die ältere Generation Spieler, und das ist immerhin ein Großteil der treuen Rockstar-Fangemeinde, träumt regelmäßig von der guten alten Zeit, als Winnetou und Old Shatterhand grausame Kiowa-Stämme, listige Banditen und gierige Ölprinzen aufmischten.

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