Die Zukunft ist schon ein seltsames Phänomen. Der eine hat gewaltige Angst vor ihr, der andere rennt ihr ein Leben lang entgegen. Doch ob man ihr aus dem Weg gehen möchte oder sie herbeisehnt, spielt tatsächlich keine Rolle. Man schiebt man sie stets nur vor sich her, sie bleibt unerreichbar. Und was sie einmal bringen wird, kann man stets nur erahnen.

gamona im Interview mit CD Projekt RED: Wie funktioniert die offene Welt in Cyberpunk 2077?

Cyberpunk 2077 - gamona im Interview mit CD Projekt RED: So funktioniert die Welt von Cyberpunk 2077

Behind The Games ist unsere wöchentliche Kolumne, in der Frank hinter die Kulissen der Videospiel-Industrie kriecht, dort mit einem Besen einmal kräftig durchkehrt und uns mit staub bedeckten Gesicht zeigt, was er gefunden hat.

Wir Gamer sind, was die Zukunft betrifft, eine ziemlich gespaltene Gemeinde. Auf der einen Seite wären da die jungen Wilden. Spieler, die eine beneidenswerte Begeisterungsfähigkeit aufweisen, die sich von ihren Freunden mitreißen lassen und Freude an jedem Titel entwickeln können, den man ihnen vorsetzt - vor allem, wenn der Spaß nichts kostet.

Treffen der Generationen

Auf der anderen Seite stehen wir alten Recken. Wir waren auch mal wild, haben auch mal begeistert jeden Hype mitgenommen und weitergetragen, andere angesteckt und mitgerissen. Doch irgendwo unterwegs haben wir einen Pfeil ins Knie bekommen. Dessen Gift hat uns müde gemacht und träge. Begeistert sind wir nur noch selten. An eine positive Zukunft wagen wir nicht länger zu glauben. Eher sehnen wir uns nach der guten alten Zeit.

Und wenngleich sich diese steile These sicherlich auf jeden Lebensbereich anwenden lässt, gilt er doch ganz besonders im Bereich der Unterhaltungselektronik. Das ist aber auch kein Wunder, denn nach einer ziemlich glorreichen Zeit der Euphorie und des Erfindertums, wurde unsere wundervolle Virtualität zwar immer bunter und hübscher, stagnierte aber inhaltlich oder bewegte sich gar rückwärts.

Freut ihr euch schon auf den Battle-Royale-DLC?

Und wenngleich die gerade erst vergangene Gamescom auf den ersten Blick genau diese Analyse noch einmal bestätigt, lohnt es sich doch, etwas genauer hinzusehen. Unter, zwischen und hinter dem ohrenbetäubenden Getöse des Battle-Royale-Zuges, auf den täglich mehr Spieler und Entwickler aufspringen, versteckt sich eine Handvoll ziemlich krasser Projekte.

Da warten Titel, deren Entwickler sich tatsächlich noch mehr vorgenommen haben, als eine Hundertschaft Spieler in der Pampa auszusetzen, bis nur noch einer übrig ist. Es gibt Studios, in denen neue Mechaniken erdacht werden, eine bessere KI, Wirtschaftskreisläufe, Flora, Fauna und eine möglichst realistisch abgebildete Welt. Mancherorts schreibt man sogar noch richtige Geschichten.

Alles Luxus, um den sich die jungen Wilden in ihrer Hundert-Mann-Arena natürlich nicht scheren und der ein Studio unverschämt viel Geld kostet. Kein Wunder also, dass große Publisher wie Electronic Arts davon lieber die Finger lassen und schon mal vorsorglich den Battle-Royale-Modus für ihren nächsten Top-Titel ankündigen.

Warten auf die Renaissance

Und schaut man nun auf die wenigen vielversprechenden Titel, stellt man fest, dass es allesamt Spiele sind, die nicht ganz unerwartet kommen. Es sind Projekte, an denen in den letzten Jahren intensiv gearbeitet wurde. Krasse Projekte, die an nicht minder krasse Vorgänger anknüpfen. Spiele, die vor fünf oder mehr Jahren für Furore gesorgt und das jeweilige Genre um neue Ideen, Details und Mechaniken erweitert hatten.

Die Produktion eines wirklich guten Spiels nimmt eben auch mal fünf Jahre oder mehr in Anspruch, nicht fünf Wochen, wie sie sich Epic für seine PUBG-Kopie gegönnt hatte. Und deshalb entstand diese gefühlt extreme Lücke zwischen den guten Games der letzten Generation und der kommenden. Doch diese Lücke wird sich bald schließen. Womit? Das wird uns in dieser und noch in den nächsten Kolumnen beschäftigen.

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