Genau fünf Jahre ist es her, und doch fühlt es sich ein bisschen so an, als sei die Zeit stehen geblieben, seit wir das erste Mal mit Bayonetta um die himmlischen Horden tanzten. Selbst ein God of War und ein Devil May Cry später ist die Umbra-Hexe immer noch die kreative und spielmechanische Domina des Genres – und wer noch keine Bekanntschaft mit der Lady in Lack und Leder geschlossen hat, darf sie bald mit Cosplay-Bonus auf der Nintendo Wii U kennenlernen.

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„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“, heißt es. Unter diesen Umständen ist es nicht allzu dramatisch, dass Platinum seiner Hexe für die Wii U keine Frischzellenkur verpasst hat – unter dem Strich ist Bayonetta auf der Nintendo-Konsole eins zu eins das gleiche Spiel wie anno 2009 bzw. 2010 auf der Xbox 360. In Zeiten von Untertiteln wie „Remastered“ und „Definitive“ mag das vielleicht faul erscheinen, aber es geht hier auch nicht darum, den Leuten nochmals den Vollpreis für das gleiche Spiel aus der Tasche zu ziehen.

Hier ist das Ziel, Bayonetta auch Nintendo-Jüngern schmackhaft zu machen und sie darauf vorzubereiten, was Ende Oktober auf sie zukommt, wenn die Hexe in ihr zweites großes Abenteuer zieht. Deshalb liegt das Originalspiel der Special Edition von Bayonetta 2 kostenlos bei – quasi die optimale Gelegenheit, in das Universum der Hexen und Engel einzusteigen.

Bayonetta - Let’s dance (again), boys!

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Bayonetta ist zurück und hat hübsche Kleidchen mitgebracht.
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Prinzessin Bayonetta braucht keinen dicken Klempner

Was euch auf der Wii U also erwartet, sind zehn bis zwölf Stunden furioser Action, brutaler Finishing-Moves, monumentaler Bosskämpfe und süffisanter Dialoge, ein adrenalingeladenes Abenteuer der Extraklasse – eines, das uns schon auf PS3 und Xbox 360 ganze 92 Prozent wert war und das bis heute nur wenig von seiner Faszination verloren hat. Hier soll es aber nicht darum gehen, den gesamten Inhalt wiederzukäuen; klickt euch also am besten in unseren Test zur Originalversion, wenn ihr mehr über das Spiel Bayonetta wissen wollt. Hier soll es ganz um die Qualitäten der Wii-U-Portierung gehen.

Und die ist durchaus gelungen, wenngleich nicht perfekt. Im Vergleich zum Xbox-360-Original fehlen Bayonetta auf der Wii U in der Chaotik des Kampfgeschehens hier und da ein paar Frames, sodass die 60er-Bildrate nicht durchgehend gehalten werden kann – das fällt aber nur minimal auf und kratzt nie an der generellen Spielbarkeit.

Bayonetta - Let’s dance (again), boys!

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Spielerisch ändert sich auf der Wii U nichts, was vermutlich nur gut so ist.
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Anders als bei der PlayStation 3 haben sich Platinum Games dieses Mal auch selbst um die Umsetzung gekümmert und insgesamt einen guten Job geleistet: Bayonetta ist auch auf der Wii U ein unheimlich flüssiges Action-Spiel mit einer Dynamik, die nach wie vor ihresgleichen sucht, egal ob mit GamePad oder Pro Controller, ob mit Fernseher oder ohne im Off-TV-Play-Modus. Vom Kampfsystem über den kreativen Overkill: Das alles rockt heute wie damals, auch wenn die technische Seite doch etwas in die Jahre gekommen ist und leicht verwaschen wirkt.

Fünf Jahre später ist Bayonetta immer noch die Speerspitze des Genres, eine wahnwitzige, abgef***te Achterbahnfahrt durch Himmel und Hölle – auf der Wii U genauso gut wie anderswo, aber mit Master-Schwert und Power Beam.Fazit lesen

Neue Story-Inhalte, Combos oder Spielmodi hat Bayonetta auf der Wii U zwar nicht mit im Gepäck, dafür aber einen kleinen, schnieken Schminkspiegel für eine kuriose Nintendo-Modeschau: Wem das normale Design zu langweilig ist, der darf die Umbra-Hexe nun auch in Peach-, Link- oder Samus-Aran-Kostüme kleiden und die himmlischen Horden dann mit Master-Schwert und Power Beam aufmischen – im pinken Peach-Kleidchen werden aus den mächtigen Hexenflechten-Absätzen gar Bowser-Griffel. Am Kampfsystem ändert sich dabei freilich kaum etwas und ob Bayonetta das Peach-Kleid wirklich steht, lassen wir mal dahingestellt – sympathisch sind die neuen Kostüme aber allemal.