„Was ist das für ein absurder Unsinn?“ und „Wie betätigt sie den fucking Abzug?“ sind nur zwei der häufigsten Aussagen von Freunden und Kollegen, während ich Bayonetta spiele. Für sie ist es in den paar Minuten nur ein „verrücktes Japano-Spiel“, aber wer genau hinguckt, erkennt noch so viel mehr: das Messer im Rücken des Mainstream, ein Lehrstück, ein Meisterwerk.
Und ein in seiner Gesamtheit erdrückendes Gebilde, das erzählerisch, optisch, akustisch und spielerisch in alle Himmelsrichtungen überschwappt. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht auf irgendjemanden. Dass sich Spiele langsam steigern, klein anfangen und immer wieder mundgerechte Häppchen servieren, um dem Konsumenten das Verdauen zu erleichtern, ist heutzutage irgendwie normal. Bayonetta schert sich kein Stück um verweichlichte Zielgruppenfokussierung, um feierabendliche Gamepad-Krückenhumpler oder darum, dass man all die hereinprasselnden Eindrücke, einer Orgie gleich, erst mal aufnehmen und verarbeiten muss.
Die Levelgestaltung sprudelt über vor Fantasie.Bayonetta startet nicht von null auf hundert, nein, dieses Spiel kennt den dreistelligen Bereich nicht mal. Es schmettert euch rotzfrech ein Game-over nach dem anderen ins Gesicht, wenn ihr zu weich, zu langsam, zu schwach seid. Es fährt Bosskämpfe auf, die wirklich welche sind, keine für die Masse weichgekochten Luschen in XXL. Es lässt jeden einzelnen Meter zum Kampf ums nackte Überleben werden – und gegen den inneren Schweinehund, wenn man zum zehnten Mal an vier gar nicht sooo großen Gegnern scheitert. Es ist zuweilen auch ein bockiges Kind, fast so, als wolle es sagen: „Du spielst hier auf „normal“, ich lasse dich nicht weiter, bis du es dir verdammt noch mal verdient hast!“.
Bis dahin heißt es „The witch hunts are over“. Etliche Male musste ich diesen Spruch lesen, etliche Male schlucken, wenn es so kurz vor dem Nullpunkt des gegnerischen Energiebalkens doch noch gekracht hat. Aber im nächsten Moment ist das Spiel auch wieder ein Glanzstück der Motivation, denn im Inneren schlummern so viele martialische Kniffe, so viele Waffen, hilfreiche Gegenstände und Kombinationen, an die man sich erinnert, über der zigsten Niederlage brütend. Man muss die Verhaltensmuster der Gegner und, viel wichtiger, die Techniken von Frau Bayonetta einfach verinnerlichen und aufeinander abstimmen, um die hinteren Kapitel des Hexengemetzels siegreich genießen zu können.
Noch ist alles ruhig, aber nicht lange. Pausen zum Atmen gibt es nur selten.Natürlich fußt auch Platinum Games unterm Strich „nur" auf dem Grundstein, den Director Hideki Kamiya damals mit Dantes Dämonenjagd gelegt hat. Natürlich gibt es auch zwei leichtere Schwierigkeitsgrade, um Welten nervenschonender und vor allem besser für den Haarschopf. Natürlich ist das Arenadesign mit verschlossenen Ausgängen, die sich erst nach dem Besiegen aller Feinde öffnen, inzwischen so alt wie das Genre selbst. Und wer nur mal für zwei, drei Minuten halbäugig hinsieht, ist versucht, das Ganze als DMC-Klon mit dem Fokussieren übertriebener weiblicher Reize abzuwinken.
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guter artikel
Oder rechnet ihr die zeit der gelesenen tagebuch einträge mitt?
Hab die nämlich nich gelesen xD
Ich gönne es Bayonetta mehr als jeder anderen Spielfigur. Keine der letzten Monate hat mich so berührt, so gut unterhalten und verzaubert :)
Seb
PS. den Test,dafür hab ich keine Zeit verschendet,durfte ich beim Nachbar zusehen wie er für so unsinn zeit verschwendet! Rotz!
Naja ich würde aber behaupten, dass dann Gamona nicht als einzige hypen ;)
-> critify.de/.../bayonetta
Lies den Text, mehr kann ich dazu nicht sagen.
Zu den Importtests: Klar, wäre schön, all das zu haben. Das Problem daran ist meist folgendes: kein Muster.
Wenn absehbar ist, dass das Spiel in Kürze indiziert wird (Epic-Krawumm oder Monolith-Ekel), dann macht das meist auch wenig Sinn, weil man die Reviews nach der Indizierung von der Seite nehmen müsste. Ja, müsste. Hält sich aber eh kaum einer dran ;)
Den Rest müsste man eben selbst kaufen (Demon's Soul, Africa etc.), wobei Ersteres in Deutschland wirklich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Stimmt schon :)
Vielleicht wird 2010 ja alles besser.
Cheers,
Seb
Klasse geschrieben btw. Macht soooo viel Lust aufs Spiel!
Gruss
Franz
Gruß, Moritz.
Habe ich eine andere Version gespielt als die getestete?
Ich hab von dem J-Pop nichts gehört, jedenfalls war bei mir alle gesungene Musik englisch und nicht japanisch. Ist bei der japanischen Importversion (mit dt. texten) auch wirkliche japanische Musik? Wär für einen J-Freak wie mich ein Kaufargument für den teuren Import ^^
Wer kein God of war gespielt hat könnte es gut finden.
Alle nicht animefreaks sollten lieber die god of war collection für 40€ kaufen die meiner meinung nach huntertmal besser als dieser japanospiel die überhaupt keine atmo rüber bringt
nen freund von mir hat mir das intro und den ersten boss gezeigt, diese fake-bayonetta.... die folterangriffe... boah !
Aber nur, weil Sega den Termin kurzerhand nach vorne verlegt hat. Normalerweise wäre es Anfang Januar erschienen.
ich hab das spiel auch schon durch und kann nur bestätigen das dass spiel extrem geil ist ..
kann nur jedem empfehlen ,wer auf solche spiele steht muss dieses umbedingt mal ausprobieren ^^
ps. : ich persönlich fand die musik irgendwie geil xD
kann mit diesem überzogenen und quitschig bunten japano stil einfach nix anfangen...
alleine schon wie sie steht...zu lol ;)