Mit „Die Siedler“ erfand Volker Wertich einst die erfolgreichste deutsche Spieleserie. Mit Spellforce revolutionierte er die Welt der Echtzeitstrategie. Und heute? Kann er es immer noch nicht lassen, das Rad neu zu erfinden: Battle Forge vereint auf innovative Weise klassische Echtzeitstrategie mit den Vorzügen von MMOs und Trading Card Games. Wir trafen die Games-Legende in London zum Schnacken und Probe spielen.

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Wenn eine Idee als „so einfach wie genial“ bezeichnet wird, dann muss daraus einfach ein gutes Spiel hervorgehen. Im Falle von Battle Forge scheint dies der Fall zu sein, zumal mit EA Phenomic ein Entwicklerteam dahinter steht, das für die gelungene Umsetzung innovativer Konzepte bekannt ist.

BattleForge - Volker Wertichs neues Meisterwerk: In London legten wir Hand an den innovativen Genre-Mix.

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Battle Forge verspricht frischen Wind fürs Genre.
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Um das in Verkaufsregionen von Knöcheltiefe vor sich hindümpelnde Strategiegenre aufzufrischen, besannen sich die Kreativköpfe beim Frankfurter Studio auf die Sammelbegeisterung von Trading Card Games und das PvE-Gameplay von MMOs. Wer jetzt allerdings The Eye of Judgement trapsen hört, liegt komplett falsch…

Was für eine Mischung: RTS meets Trading Card

Die Idee hinter Battle Forge ist im Grunde denkbar einfach: Das Echtzeitstrategie-Spiel verzichtet auf Basenbau und die üblicherweise darin stattfindende Einheitenproduktion. Stattdessen gibt es dem Spieler ein Deck von Trading Cards sprichwörtlich in die virtuelle Hand, mit denen er seine Truppen analog zu den beliebten Kartenspielen a la „Magic – The Gathering“ heraufbeschwört und mächtige Zaubersprüche wie den Meteorschlag entfesselt.

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Einheiten werden bei Battle Forge per Sammelkarten rekrutiert.
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Vor Beginn einer jeden Partie stellt sich der Spieler sein Deck von maximal 20 Karten zusammen und legt damit seine strategische Ausrichtung fest. Die Kreaturen unterteilen sich dabei in die Kategorien Feuer, Eis, Natur und Schatten. Während Eis-Wesen und –Zauber Gegner einfrieren und befreundete Einheiten schützen, verhalten sich Feuer-Karten wie der Name schon andeutet zerstörerisch und aggressiv.

Beim Zusammenstellen des Decks spielt die eigene Taktik und die individuelle Herausforderung einer Map eine zentrale Rolle. Billiges „Kanonenfutter“ sollte ebenso vorhanden sein wie mächtige Rieseneinheiten mit entsprechender Durchschlagskraft. Der massige Juggernaut beispielsweise thront wie ein teuflischer King Kong über dem normalen Fußvolk, verfügt mit astronomisch vielen Lebenspunkten über die nötige Widerstandskraft gegenüber feindlichen Angriffen und kann mit seiner Spezialfähigkeit Stampede ganze Festungsanlagen zum Einsturz bringen.

Eine Karte auszuspielen kostet abhängig von der Stärke der jeweiligen Einheit eine bestimmte Menge an Punkten. Diese gewinnt ihr in der namengebenden Battle Forge, dem Zentrum eures Reiches. Je größer das von euch kontrollierte Gebiet ausfällt, umso schneller regeneriert sich euer Punkte-Pool. Ähnlich wie in den Siedlern oder dem Shooter Frontlines: Fuel of War wird die Grenze zum feindlichen Territorium jederzeit durch eine farbige Linie markiert. Nur innerhalb dieses Gebietes lassen sich Karten ausspielen und neue Einheiten ausheben.

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Rieseneinheiten wie der Juggernaut kosten jede Menge Aktionspunkte.
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Einen traditionellen Basenbau gibt es wie erwähnt zwar nicht. Doch lassen sich an exponierten Stellen Gebäude errichten, die gewisse Vorteile mit sich bringen: So werden beispielsweise eure Einheiten stärker, erhalten sie gewisse Boni oder Wachtürme beschützen die berühmte „hohle Gasse“, durch die der Feind kommen wird.

Der MMO-Faktor: PvP und PvE

„Battle Forge bringt das Suchtprinzip von MMO-Spielen ins RTS-Genre“, preist Volker Wertich das Spielprinzip hinter seinem neuen Titel an. Und weckt ins uns damit umgehend Erinnerungen an das kürzlich erschienene WorldShift. In der Tat verfolgt Battle Forge einen ähnlichen Ansatz wie das bulgarische Strategiespiel. PvP und PvE lauten die Zauberworte.

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Die Zauberworte von Battle Forge: PvP, PvE, Koop.
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Während sich die Entwickler mit Details zum PvP-Modus noch bedeckt halten, konnten wir bei unserem Besuch in London bereits eine PvE-Map anspielen. Der Clou daran: Da sich Battle Forge auf reine Online-Schlachten mit mehreren, genauer gesagt: bis zu vier Spielern auf einer Karte konzentriert, ist kooperatives Spielen wie bei WorldShift das A und O der Vorgehensweise. Die sinnvolle Ergänzung der verschiedenen Decks aller Spieler ist dabei ebenso wichtig wie die ständige Absprache via Headset.

Er kann es nicht lassen: Siedler-Schöpfer Volker Wertich erfindet einmal mehr das Strategie-Genre neu.Ausblick lesen

Ebenfalls an WorldShift erinnert der Kampf gegen den Boss-Gegner unserer Anspiel-Map: Um den Koloss niederzuringen, müssen die Spieler zunächst gemeinsam dessen Heiler vernichten, damit das Ungetüm schließlich ungeschützt seiner Niederlage ausgeliefert ist.

Die Entwickler lassen sich in die Karten schauen

Die Internet-Ausrichtung von Battle Forge kommt auch beim Verwalten und Erweitern der Kartendecks zum Tragen. Auf dem Online-Marktplatz können Spieler ihre Karten mit anderen Spielern tauschen. Eine ins Spiel integrierte Website informiert bei jedem Start über aktuelle Neuigkeiten rund um die Welt von Battle Forge.

Auch lassen sich neue Karten durch Siege im Spiel freischalten, sowie als kostenpflichtige Booster-Packs erwerben. Wie bei den Nicht-Computer-Vorbildern werden die Karten per Zufallsprinzip vergeben. Besonders seltene und begehrte Karten erhöhen so die Sammelleidenschaft.

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Die Grafikeffekte sind wegweisend fürs Genre.
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Für alle, die vor der Investition in neue Packs zurückschrecken, geben die Entwickler glücklicherweise Entwarnung: Mit den im Hauptspiel enthaltenen Karten soll Battle Forge in vollem Umfang spielbar sein. Auch im PvP entstehen durch weniger Karten keinerlei Nachteile. Neue Einheiten und Zaubersprüche versprechen allerdings ein Mehr an Möglichkeiten, Taktiken – und den in Online-Spielen immer wichtiger werdenden Protz-Faktor.