Groß war die Enttäuschung unter Battlefield-Fans als "Bad Company" Mitte 2008 nur für Konsolen erschien. Dabei hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre auf einen Nachfolger von Battlefield 2142 warten müssen. Wenn nun Anfang März Battlefield: Bad Company 2 erscheint, werden PC-Gamer also dreieinhalb Jahre auf eine Fortsetzung der Shooter-Reihe gewartet haben, die sie auch auf "ihrer" Lieblingsplattform zocken können. Wir haben die Multiplayer-Beta dazu genutzt, um frische Impressionen vom Kampfgeschehen an der Front einzufangen.

Statt, wie auf den Konsolen, eine Map in südamerikanischen Gefilden anzubieten, sieht es auf der einzig spielbaren Karte "Port Valdez" aus wie vor meiner Haustür: Schnee und Eis bestimmen das Bild - wir befinden uns in Alaska. Allein das Ambiente lässt uns frösteln und die Heizung noch eine Stufe hochdrehen: Schneeverwehungen und eisig wirkender Wind schränken die Sicht ein und erschweren sowohl Angreifern als auch Verteidigern die Kriegsführung im einzig verfügbaren Beta-Modus "Rush".

Im Mittelpunkt steht eine von zwei Fraktionen umkämpfte Anlage der Ölindustrie. Während das defensive Team über unendliche Respawn-Slots verfügt, müssen die Aggressoren ihre Wiederbelebungsplätze besser ausnutzen und vier strategisch wichtige Objekte einnehmen bzw. zerstören, bevor alle virtuellen Lebenspunkte aufgebraucht sind.

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Puderzucker-Ambiente

Rush spielt sich so rasant, wie es sich anhört: Bis zu 32 Spieler (also sechs mehr als bei den Konsolenversionen) tummeln sich auf der eigentlich recht kleinen Karte, die mit kleinen Hügeln und dem direkt am Hafen befindlichen Zielgebiet ideale Voraussetzungen für das bleihaltige Vergnügen bietet und den spielerischen Fokus auf eine Mischung aus Fahrzeugschlachten und Infanteriescharmützeln legt.

Battlefield: Bad Company 2 - Auch PC-Spieler sind bald in schlechter Gesellschaft

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Verstecken ist zwecklos: Panzer legen alles in Schutt und Asche.
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Trotzdem sind eine Menge Sniper unterwegs - was allerdings bei diesem Spieltyp nur begrenzt Sinn ergibt. Um die Aufgaben zu erfüllen und an die nächste "Objective" vorrücken zu können, sollen nämlich sogenannte M-Com-Einheiten (die die Goldkisten des Vorgängers ersetzen) in die Luft gejagt werden, und dafür müssen wir uns dorthin bemühen, wo es wehtut: direkt an die Front.

Und da herrscht mächtig Betrieb: Panzer treiben die Verteidiger in die Enge, doch Ingenieurseinheiten haben sich mit Panzerfäusten bewaffnet und machen den Tanks die Hölle heiß, während Helis aus der Luft die per Fallschirm abgeworfenen Reservetruppen der Infanterie ins Visier nehmen. Executive Producer Karl Magnusson (Dice) hat in einem Interview versprochen, dass die PC-Fassung von Battlefield: Bad Company 2 "kein weichgespültes Konsolen-Derivat" wird und er scheint Wort zu halten: Das Schlachtfeld bietet auf dem PC eine durchweg konstantere Framerate und eine noch hübschere und detailreichere Umgebung.

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Lediglich eine Map und ein Spielmodus stehen in der Multiplayer-Beta bereit - doch die haben es in sich!
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Die Animationen der hervorragend in Szene gesetzten Soldateneinheiten sind butterweich (wenn es leider auch nicht möglich ist, sich hinzulegen - warum eigentlich?), die erkennbaren Einzelheiten von Ausrüstung und Gesichtern beeindruckend. Immerhin wird sogar DirectX 11 unterstützt und soll entsprechenden Augenschmaus gewährleisten, während die Physikengine für glaubhafte Ballistik der Projektile sorgt.

Destruction 2.0

Besonders auffällig ist die fast völlig zerstörbare Umgebung: Häuser lassen sich praktisch dem Erdboden gleichmachen. Doch die umfangreiche Demolierung ist kein bloßer Selbstzweck (auch wenn der Einsturz der Häuser mitsamt Schuttwolke nett anzuschauen ist), sie erfüllt eine immens wichtige Aufgabe: Keine noch so tolle Deckung bietet wirklich Schutz vor Beschuss und damit wird der Spielablauf noch unvorhersehbarer, spannender und dynamischer.

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Wer hier den Längeren hat, ist klar, doch wer zieht den Kürzeren?
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Einige der Kommunikationseinrichtungen lassen sich durch die Vernichtung der Gebäude sogar ausschalten. Fühle ich mich in einem Moment noch absolut sicher und ballere hinter einer Sicherheit versprechenden Mauer hervor, wird diese plötzlich mit lautem Getöse vor meinen Augen zerfetzt - und wenn ich Pech habe meine Spielfigur gleich mit. Insgesamt erscheint das Balancing jedoch sehr ausgewogen. Denn auch die übermächtig wirkenden Panzerfahrzeuge sind letztendlich durch die vielseitigen Einheiten schnell weggeputzt, da ihr mit dem nächsten Respawn einfach mit einer anderen Klasse das entsprechende Gegenmittel in der Hand halten könnt und eine Peilsender-Funktion darüber hinaus den Abschuss von Tanks (und anderer feindlicher Einheiten) noch einfacher macht.

Vor allem die fast völlig zerstörbare Umgebung und Squad-Taktiken bringen frischen Wind auf das Schlachtfeld.Ausblick lesen

Gerade auf einer so kompakten und engen Karte wie "Port Valdez" haben "Lone Wolf"-Spieler aber kaum eine Chance. Wenn nicht alle Spieler an einem Strang ziehen, hat die eigene Seite kaum Aussicht auf Erfolg (und damit etliche Bonuspunkte).

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Teamplay ist wichtig und wird mit Bonuspunkten belohnt.
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Entwickler Dice unterstützt diesen Teamplay-Gedanken zusätzlich mit der Einführung einer Squad-Funktion. Lasst ihr euch zu Beginn einer Spielsitzung in einen Viermanntrupp hineinversetzen, spielt ihr (auf Wunsch) nicht nur mit euren besten Kumpels zusammen. Ihr genießt auch eine Reihe möglicherweise spielentscheidender Vorteile: Während Einzelkämpfer "Am Arsch der Welt" wiederbelebt werden, dürft ihr sofort in der Nähe eines lebenden Squad-Mitglieds respawnen und beeinflusst auf diese Weise massiv das Schlachtgeschehen. Außerdem erhaltet ihr noch zusätzliche und spezielle Auszeichnungen und Belohnungen für euren Team-Einsatz.

Davon gibt es aber ohnehin mehr als genug, denn 50 Ränge für die vier unterschiedlichen Charakterklassen (Assault, Engineer, Recon und Medic), Ehrenmedaillen, Abzeichen sowie jede Menge freischaltbarer Waffen und nützlicher Ausrüstungsgegenstände motivieren ungemein weiterzuspielen. Wer seine Gegenspieler im Nahkampf beseitigt, erhält so beispielsweise (wie in früheren Battlefield-Versionen) ihre Dogtags, als fleißiger Tankcommander sammelt ihr hingegen Effizienzpunkte oder werdet für Widersacher einfach zum "Nemesis", wenn ihr sie in einer Runde fünf Mal plättet.

PC-Spieler werden sich jedoch nicht nur über die im Vergleich hübschere Optik freuen, auch das Menüsystem wurde an Maus/Tastatur angepasst und macht einen sehr guten und durchdachten Eindruck. Besonders wichtig: Im Gegensatz zu Modern Warfare 2 werdet ihr eigene (dedicated) Spielserver mit eigenen Regelsets verwenden dürfen und nicht auf Electronic-Arts-Einrichtungen angewiesen sein.