Wer Battlefield: Bad Company gespielt hat, wird sich vielleicht daran erinnern, dass man sich am Ende mit einem Lastwagen voller Gold aus dem Staub machte. Die Edelmetallthematik wurde in der Fortsetzung allerdings aus dem Actionspiel geworfen, um einem neuen Storygerüst Platz zu machen.

Darüber verlor der schwedische Entwickler DICE während der Präsentation des Shooters auf der GamesCom jedoch kein Wort, stattdessen stellten sie den Multiplayermodus in den Mittelpunkt. Wir waren gespannt, ob dem im Vorgänger etwas oberflächlich geratenen Spielmodus ein wenig mehr Tiefgang verliehen werden konnte.

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Simply the best?

Zum Auftakt der von Producer Patrick Bach geleiteten Präsentation gab es zunächst eine vollmundige Kampfansage an die Konkurrenz: "Wir sind die Besten!", posaunte man voller Selbstbewusstsein hinaus. Und das in einem Genre, in dem Mitbewerber klangvolle Titel wie z.B. Call of Duty: Modern Warfare 2 tragen. Doch das beunruhigt die Schweden scheinbar keineswegs, man vertraut voll und ganz auf die eigene Stärke und natürlich die Frostbyte-Engine, die nach eigenen Angaben nochmals deutlich weiterentwickelt worden ist.

Battlefield: Bad Company 2 - Entwickler DICE: "Wir sind die Besten!"

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Die Frostbyte-Engine macht ihrem Namen in eiskalten Gefilden alle Ehre.
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Und tatsächlich hinterlässt die schneebedeckte Landschaft der vorgeführten neuen Map mit aufwirbelndem Schnee und vielen kleinen Details an Fahrzeugen und anderen Objekten einen sehr guten und höchst authentischen Eindruck. Auch die imposanten Explosionen, Geschosseinschläge und viele andere Partikel- und Lichteffekte sowie butterweiche Animationen können sich wahrlich sehen lassen.

Wie schon von anderen Battlefield-Spielen gewohnt, besteht das gesamte Spielfeld aus einer zusammenhängenden Sandbox-Welt, in der sich jeder Fußsoldat und jedes Vehikel im Rahmen seiner Funktionalität frei bewegen kann. Auf diese Weise will man ein größtmögliches Gleichgewicht zwischen Infanterie und Fahrzeugen erschaffen - und zwar in allen Spielmodi. Vehikel spielen für Battlefield eine, so betont man mehrfach, integrale Rolle für das Spieldesign.

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Fahrzeuge spielen eine integrale Rolle im Spieldesign.
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Zu den 15 verfügbaren Fahrzeugen zählen daher beispielsweise von mehreren Soldaten besteigbare Kampf-Helis, Panzer oder auch ATVs, von denen jedes einen speziellen taktischen Vorteil in die Gefechte einbringt. Im Gegenzug hat allerdings jedes Vehikel einen Schwachpunkt, der von anderen Einheiten ausgenutzt werden kann, womit die Spielbalance gewahrt werden soll.

Mehr Spieltiefe

Die im Vorgänger etwas fehlende Spieltiefe im Mehrspielermodus wollen die Entwickler durch eine weitere Verbesserung des Teamplays erreichen, das weiter ein zentraler und entscheidender Spielgedanke ist und verschiedene Vorzüge für die Spieler bereithält. Wer sich mit anderen Gamern zu einem Team zusammenschließt (das man sich nun selbst aussuchen kann) genießt taktische Vorteile, wie beispielsweise den Respawn an der Position eines Squadmitglieds, einzigartige Achievements, eigener Voice-over-Ip oder das taktische "spotting" feindlicher Fahrzeuge.

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Teamplayer haben Vorteile gegenüber Einzelkämpfern und können auf spezielle Belohnungen hoffen.
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Befindet man sich in einer schlechten Position, übernimmt ein Teammitglied den Abschuss des angezeigten Vehikels. Deutlich mehr Optionen soll man zudem im Bereich der persönlichen Individualisierung erhalten, wo die immer noch vier Basisklassen im Bereich Ausrüstung beeindruckende 15.000 Kombinationsmöglichkeiten haben sollen.

Dazu gehören etwa über 40 unterschiedliche Waffen mit 200 Anpassungsmöglichkeiten, 15 Gadgets wie Motion Sensor, der wieder verfügbare Defibrilator zur Reanimierung gefallener Kameraden, größere Magazine, Fahrzeug-Panzerungen, 13 Spezialisierungen, 50 Ränge, 40 Pins, 228 Sterne, 40 Insignia und so weiter. Davon abgesehen wird es in Bad Company 2 neben Rush und Conquest auch zwei neue Modi geben, die man jedoch noch nicht offenbaren wollte.

Die B-Kompanie rückt wieder an: Große Klappe, viel dahinter?Ausblick lesen

Andere Wege geht man z.B. auf der neuen Karte "Atakama Desert", wo das Spieldesign bewusst darauf ausgelegt wurde, dass es zu einer Art "Fort Alamo"-Situation kommt. Die Verteidiger werden dabei von den Angreifern praktisch umzingelt und in einer Art Belagerungszustand festgenagelt, der etwas Abwechslung in die sonst eher weitflächigen Gefechte bringen soll.

Zerstörung 2.0

Mehr taktische Tiefe soll außerdem auch das neue Destruction-2.0-System einführen, das viel weitgehendere Zerstörungen von Gebäuden und Objekten erlaubt als je zuvor in der Battlefield-Geschichte. Häuser fallen zwar nicht physikalisch korrekt zusammen wie etwa in Red Faction, sobald man alle Trefferpunkte der Behausung auf null gebracht hat, fallen allerdings ab sofort auch die tragenden Wände in sich zusammen und führen so zum Totalschaden an Gebäude und Schutz suchenden Infanteristen.

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Häuser bieten nicht unbedingt sicheren Schutz gegen feindlichen Beschuss.
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Auf der einen Seite werden auf diese Weise sich ständig verändernde Schlachtfelder erschaffen, auf der anderen Seite geraten Spieler noch stärker unter Druck, da sie immer weniger Deckungsmöglichkeiten finden.

Dieser Aspekt wird noch verstärkt, indem nun auch Zäune und andere Objekte unter Beschuss förmlich wegplatzen und dahinter befindliche Gegner der vollen Breitseite ausgesetzt werden. Sich taktisch an diese Veränderung anzupassen, wird eine große Herausforderung darstellen, wie wir in einer Hands-on-Session plastisch vor Augen geführt bekamen.

Flüchtet man aus Gewohnheit hinter ein Schutz versprechendes Objekt, ist man gefundenes Fressen für Spieler, die sich bereits mit diesem neuen Spielmechanismus angefreundet haben und munter durch die im Handumdrehen nicht mehr vorhandene Deckung ballern.