Die Battlefield-Reihe gehört bei PC-Gamern nicht von ungefähr zu den angesagtesten Shootern. Sie bietet vor allem Multiplayer-Fans ein Erlebnis, das die eher Arena-basierten Konkurrenten nicht bieten können: actiongeladene Kriegsführung auf großen Maps mit deutlich mehr Spielern, gegen die man antritt.

Lange dauerte es, bis Electronic Arts die Serie 2005 auch auf die Konsolen verfrachtete. "Modern Combat" konnte allerdings schon damals viele Konsoleros begeistern. Nun soll mit Battlefield: Bad Company der nächste Schritt auf PS3 und Xbox 360 erfolgen, und wir haben uns für euch unter die bösen Jungs der B-Company gemischt.

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Bad, Bad Boys!

Genau dieser wird nämlich ein gewisser Preston Marlow zugewiesen, in dessen Rolle ihr im Verlauf der Singleplayer-Kampagne schlüpft. Allerdings ist mit dieser Versetzung kein Ruhmesblatt verbunden. Die Bad Company besteht ausschließlich aus den Losern der verschiedensten Einheiten, die nun nur noch als Kanonenfutter dienlich scheinen - eine Art Strafbataillon sozusagen.

Battlefield: Bad Company - Schlachtfest auf den Konsolen: So schlägt sich Battlefield auf Xbox 360 und PS3.

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Ich hab den Grillanzünder mitgebracht!
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Aus dem Feldzug gegen russische Feinde irgendwo in den Weiten der eurasischen Steppen wendet sich die eher standardisierte Geschichte um euren Helden und seine drei Begleiter sehr schnell und schlägt um in eine "Goldwut", bei der materielle Dinge mehr zählen als höhere Ziele. Der schwedische Entwickler DICE hat sich sichtlich Mühe gegeben, die Einzelspielerkampagne nochmals durch die Integration einer stimmigeren Hintergrundgeschichte und mehr spielerischer Abwechslung aufzuwerten.

Trotzdem stehen andere Features deutlich mehr im Vordergrund, allen voran die fast völlig zerstörbare Umgebung. Die Grafik erreicht zwar stellenweise sogar ein sehr hohes optisches Niveau, reicht allerdings nicht an Referenzspiele heran.

Totale Zerstörung!

Was zunächst möglicherweise beiläufig oder unbedeutend erscheinen mag, ist im Gegenteil von immenser Bedeutung für das Spielgeschehen. Ein Beispiel macht das besonders anschaulich. Jeder kennt die Situation: Man wird von gegnerischen Soldaten beschossen, die Lebensenergie wird bis auf ein Minimum reduziert. Mit letzter Kraft rettet man sich in ein Haus, wo das solide Mauerwerk Schutz bietet.

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Scheiße, da war doch grad noch meine Deckung!
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In Bad Company verwendet ihr nun die (hoffentlich) mitgeführte Medi-Spritze, die eure Gesundheit umgehend wieder herstellt (und unendlich oft eingesetzt werden kann). Doch plötzlich macht es Bumm! und die Wand vor euch löst sich in einer Mischung aus Staub und Schutt vor euren Augen auf und beraubt euch so eurer Deckung. Wenn euch diese satte Explosion nicht der letzten Energievorräte beraubt hat, seid ihr nun den feindlichen Ga(r)ben schutzlos ausgeliefert.

Dieses kleine Beispiel zeigt, wie sehr man teilweise seine Spielweise umstellen muss, wenn man bei Bad Company auf dem Schlachtfeld bestehen möchte. Niemand kann sich zu keiner Zeit sicher fühlen. Ihr fühlt euch im dicken Panzer unbesiegbar? Dann solltet ihr unbedingt eine gute Lebensversicherung abgeschlossen haben, denn es gibt vielerlei Möglichkeiten aus dem todbringenden Tank via Raketenwerfer, Hubschrauber, Mine oder etwa Haftbombe einen stählernen Sarg zu machen.

Mit Bad Company ist Battlefield nun auch auf Konsolen eine starke Konkurrenz!Fazit lesen

Cool ist auch, dass beispielsweise Bäume bei Beschuss gleich reihenweise umgemäht werden und ihr auf diese Weise zum militärischen Holzfäller mutiert, der seine Umgebung ummodelliert und somit freies Schussfeld schafft, wo zuvor noch unzugängliches Gestrüpp den Ansturm feindlicher Truppen erleichterte.

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Panzer können schnell zum stählernen Sarg werden.
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Im Zusammenhang mit dem virtuellen Tod steht auch das neue Respawn-System. Während ihr im Singleplayer-Modus an festen Rücksetzpunkten landet, dabei aber alle Fortschritte wie getötete Feinde und zerstörte Umgebung erhalten bleiben, sieht das im Multiplayer-Modus anders aus: Statt wie bisher an festen Punkten wieder in das Geschehen einzusteigen, werdet ihr nun deutlich schneller in die Schlachten integriert. Dabei habt ihr die Auswahl über bestimmte Wegmarken bzw. Stellungen und den Einstieg in euer Squad. Die Gefechte gewinnen dadurch deutlich an Rasanz und Unvorhersehbarkeit, allerdings besteht dabei auch die Gefahr, mitten unter Feinden aufzuerstehen.

Menschliche Gegner

Dass man sich trotz der recht interessanten Kampagne nicht über Gebühr an dem Einzelspielermodus aufhalten wird, liegt zum einen an der eher strengen Linearität und den schablonenhaften Charakteren. Zum anderen hat es DICE leider verpasst, einen Koop-Modus zu implementieren. Dabei wäre die Auslegung auf ein Vier-Mann-Squad dafür geradezu prädestiniert und heutzutage bei der harten Konkurrenz auf dem Shooter-Markt geradezu Pflichtprogramm gewesen.

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Diese Herren dienen leider nur als Staffage.
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So wirken die drei Kameraden lediglich als Staffage - sie können weder richtig sterben, noch nehmen sie von euch Befehle entgegen. Sie traben lediglich neben euch her und sind für den einen oder anderen amüsanten Spruch gut - davon abgesehen haben sie kaum Einfluss auf das Kampfgeschehen. Die feindlichen Bots reagieren meist solide auf eure Aktionen, von einer überdurchschnittlichen KI wurden wir jedoch auch nicht gefordert.

Ganz anders sieht das natürlich im Multiplayer-Modus für bis zu 24 Spieler aus, wo man es mit deutlich intelligenteren Widersachern namens Mensch zu tun hat. Bad Company bietet allerdings nur einen Modus an: Angreifer gegen Verteidiger. Während die Verteidiger einige Stellungen mit Goldvorräten schützen, versuchen die Angreifer diese mit allen Mitteln zu stürmen und in die Luft zu jagen bzw. zu vernichten.

Dabei dürfen beide Seiten auf je fünf Klassen und ein reichhaltiges Waffenarsenal zurückgreifen, viele neue Features werden zudem im Laufe der Online-Matches freigeschaltet - inklusive Rängen, Abzeichen und Orden, die es zu verdienen gibt. Was bei einem Arena-Shooter wie Call of Duty 4 fehlt, wird hier ausgiebig eingesetzt: verschiedene Luft- und Bodenvehikel, die auch von mehreren Kämpfern bemannt werden können. Gelungen sind auch die acht im Spiel enthaltenen Maps, die genug Raum für große Feldschlachten aber auch den harten Häuserkampf lassen.

Gestrichen wurde die Rolle des Commanders, doch die wurde in der Vergangenheit ohnehin nur selten sinnvoll eingesetzt. Dafür dürft ihr ab sofort die stationäre Artillerie besetzen und diese gegen eure Feinde richten. Die Steuerung ist zwar ein wenig träge, das ergibt bei solchen Geschützen aber auch durchaus Sinn.

Überhaupt hat DICE das Handling der Soldaten und Vehikel gut ausbalanciert. Das Umschalten zwischen den unterschiedlichen Waffen (bis zu vier gleichzeitig im Inventar) auf der einen und dem Healthkit bzw. Reparaturwerkzeug auf der anderen Seite funktioniert bereits nach kurzer Gewöhnungsphase tadellos. Und auch die Steuerung der Fahrzeuge ist gewohnt simpel-arcadig ausgefallen, sodass man hier keine Ergonomie-Stolperfallen befürchten muss. Lags oder anderweitige spielstörende Hakler sind uns in den Testsessions übrigens auf beiden Systemen nicht aufgefallen.