In unserer ausführlichen News zu Battlefield 5 haben wir euch bereits die wichtigsten Fakten zum neuen Weltkriegsshooter aufgezählt; allesamt hastig getippt auf dem Fußboden neben etlichen anderen Journalisten beim Battlefield-Event in London. Nun, da wir die großen Happen abgefrühstückt haben, können wir uns um ein paar interessante Details kümmern: Wird es Lootboxen geben? Was genau bezahlt ihr, abgesehen vom Kaufpreis? Was ist neu, was ist alt und wieso steht da Fortnite in der Überschrift? Fragen über Fragen. Wir waren außerdem im Interview mit Ryan Duffin, Lead Animator bei DICE.

Für ein bisschen Gänsehaut sorgen die Blockbuster-Effekte im Trailer zu Battlefield 5 schon:

Battlefield 5 - Official Reveal Trailer2 weitere Videos

Wird es Lootboxen geben?

Hey Ryan. Du hast uns erzählt, es gebe keinen Premium Pass mehr in Battlefield 5. Wie genau verdient ihr Geld bei einem Spiel, das einen umfangreichen Liveservice bietet? Wird es Lootboxen geben?

Nein, nein. Es gibt kein Pay2Win in Battlefield. Battlefield ist einfach nicht dafür gemacht, so zu funktionieren. Es gibt keine beste Waffe, es gibt nur die Waffe, die ihr euch aussucht. Die Spieler verdienen eine inGame-Währung beim Spielen, mit der sie dann Waffen, Fahrzeuge und all das kaufen können. Auch kosmetische Items wird es für diese Währung geben. Allerdings wird es auch möglich sein, kosmetische Items mit einer Premium-Währung zu erwerben. Alles, was ihr über die Premium-Währung erhaltet, sind kosmetische Items.

Customization: Kosmetische Items wird es in Battlefield 5 zu Genüge geben, ob sie in Lootboxen verpackt werden, bleibt offen

Ryan Duffin, seines Zeichens Lead Animator bei DICE, gibt mir zumeist kurze, recht PR-generische Antworten auf meine Fragen. Zwar antwortet er hier mit einem klaren ‘Nein’ zu den Lootboxen, doch in einem Interview mit Rock Paper Shotgun weicht Senior Producer Lars Gustavsson dem noch direkteren Anlauf zum Thema aus und sagt, die Antwort auf “Wird es Lootboxen geben?” hieße “Kosmetisch”.

Insofern solltet ihr den Text oben mit einem Körnchen Salz genießen und die Ohren offenhalten. Was während der Präsentation zu Battlefield 5 jedoch klar an die Oberfläche drang, war der einfache Umstand, dass auch bei DICE und EA noch nicht alle Fragen geklärt sind.

“Fortification” und Fortnite-Vibes

Eines der wichtigsten neuen Features habe ich noch nicht angesprochen: In Battlefield 5 gibt es nicht nur ein verbessertes Zerstörungssystem (Destructible Environment ), sondern auch die Möglichkeit, eigene Wälle und – wie es scheint – Befestigungen zu errichten. Ob das Ausmaß dieser Anlagen die kleinen, voranimierten Wälle im letzten Call-of-Duty-Ableger übersteigt, ist allerdings noch unklar.

Offzielles Screenshot zu Battlefield 5

Battlefield 5 rühmt sich seit jeher als ein Shooter, dessen Maps sich über den Matchablauf hinweg immer weiter verändern; bis jetzt allerdings nur durch die Zerstörung von Gebäuden und Vorrichtungen. Solltet wir im fünften Teil tatsächlich ganz beliebig bauen können, kommt fast ein wenig Fortnite-Feeling auf. Im Zuge dessen gibt es natürlich noch weitere Fragen, die wir uns stellen können: Werden wir Ressourcen während der Matches sammeln? Was ist die Voraussetzung zum Bauen? Können ganze Gebäude errichtet werden?

Gameplay: Schießen, Heilen, Sterben

DICE sprach auch über andere, kleinere Gameplay-Änderungen, die sich auf Strategie und Spielgefühl auswirken werden. Allen voran: Das Wiederbelebungssystem. In Battlefield 5 können nicht nur Sanitäter Kamerade heilen; jeder wird dazu in der Lage sein, während sich euer Lebensbalken nach einer Verletzung nicht mehr automatisch auffüllt.

Falls sich alle einen Dreck um euch scheren und ihr in die heiligen Jagdgründe von Battlefield eingeht, switch eure Kamera zu einem eurer Kamerade – ganz im Stil von Dead By Daylight verfolgt ihr die Spieler auf eurer Seite und spawnt dann in deren Nähe, sodass ihr euch sofort orientieren könnt. Auch am Gunplay hat DICE gefeilt: In Battlefield 5 soll es keine Zufallsvariablen beim Schießen mehr geben; eure Kugel landet exakt dort, wo sie der Physik entsprechend landen soll ebenso wie sich der Rückstoß einer Waffe nicht mehr ändert: Die Entwickler haben extra betont, dass jede Waffe erlernt und vollständig gemeistert werden kann, Zufallsprozesse werden keine Rolle mehr spielen.

Gibt es überhaupt eine Singleplayer-Kampagne?

Eine berechtigte Frage, die Ryan Duffin im Interview halbwegs befriedigend beantworten konnte: In Battlefield 5 wird es keine lineare Singleplayer-Kampagne geben. An ihre Stelle tritt stattdessen Tides of War, ein episodischer Mix aus Single- und Multiplayer, in dem zeitlimitierte, große Kapitel über mehrer Monate online gehen und anschließend wieder verschwinden werden. Keine fortlaufende Handlung, stattdessen mehrere Kriegsgeschichten, die verschiede Schlachten überall auf der Welt aufgreifen – darunter Rotterdam, Norwegen und Nordafrika.

Hoch lebe der Multiplayer!

Multiplayer und Teamwork wird in DICE’ neuem Shooter derweil ganz großgeschrieben: Nicht nur wird es die typischen Multiplayer-Modi Domination, Conquest und Deathmatch geben; auch Koop soll in einer wie auch immer gearteten Form über den Modus “Combined Arms” möglich sein.

Ähem, kurze Frage: Was ist mit Battle Royale?

(Lacht). Ich denke, es ist interessant, wenn ihr euch das FPS-Genre anschaut und den Erfolg, den Fortnite und auch all die anderen Spiele haben, die sich diesem Hype annehmen. Wir haben darüber geredet und wir wissen, dass die Leute es spielen. Es gibt einige wirklich gute Sachen an Battle Royale, die die Leute lieben, aber im Moment ist es nicht wirklich etwas, worüber wir sprechen.

Also: Kein Battle-Royale-Modus in der Mache, wobei auch hier noch nicht alle Karten offengelegt scheinen. Womöglich überlegen DICE noch, ob oder wie sie in Zukunft einen solchen Modus ins Spiel integrieren können und wollen.

Ja, das ist eine Frau. Diese seltene Spezies wird zunehmend auch in Videospielen repräsentiert.

Wieso sind da Frauen?!

Lasst uns die Diskussion gleich vorweg mit zwei Argumenten beenden, das eine findet ihr hier und das andere ist folgendes: Battlefield 5 ist keine völlig authentische Darstellung des zweiten Weltkriegs, was euch spätestens beim Schauen des neuen Trailers aufgefallen sein müsste. Wenn es auch Frauen im zweiten Weltkrieg gab, hatten sie höchstwahrscheinlich keine metallenen Greifarme als Hände.

Meine Kollegin Lisa von GIGA hat zum Thema einer ausführliche Kolumne geschrieben, die ich euch empfehle.

Das soll Battlefield 5 sein: Ein bunter, immersiver und zuweilen authentischer Krieg

Battlefield 5 wird sich vor allem auf zwei Konstanten fokussieren: Immersion und Individualisierung. Das Gameplay bringt euch so nahe an den Krieg heran, wie nur irgend möglich; ihr stolpert, kriecht, rennt und fallt in der First-Person-Perspektive durch blockbusterreife Explosionen und schreit mitleiderregend um Hilfe, sobald ihr verletzt am Boden liegt.

Dabei will DICE euch scheinbar so fest an eure Charaktere ketten, wie sie nur können: Indem ihr nahezu alle Items anpassen und kosmetisch verändern könnt; indem ihr eurer eigenes Squad aussucht und die Blätter zur Tarnung einzeln an euren Panzer heftet, sodass jeder Spieler im Match weiß, wem das brachiale Fahrzeug gehört. Sinn macht das natürlich: Wenn einzig kosmetische Items über Mikrotransaktionen erworben werden können, sollt ihr immerhin auch Lust haben, sie zu kaufen.

All diese Spiele könnt ihr ohne großen Aufwand VOR dem Release von Battlefield im Herbst 2018 durchspielen. Ihr habt mein Ehrenwort.

Was die Authentizität betrifft, hielt Ryan Duffin sich auch im Interview recht bedeckt: Authentisch sollen die großen Kapitel in Tides of War zwar sein, aber der Spielspaß stehe für DICE stets an erster Stelle. Deswegen der Metallarm, deswegen diese Vielzahl an Anpassungsmöglichkeiten. Ob das schließlich eine gute oder schlechte Nachricht für euch ist, müsst ihr selbst entscheiden.