"Bisher haben wir mit unseren Spielen nur die Oberfläche dessen angekratzt, was machbar ist", sagte Lars Gustavsson, Creative Director bei der Vorstellung des Mehrspielermodus von Battlefield 4 in Stockholm. In Schweden geht Entwickler Dice der Frage nach, was Next-Gen-Gaming überhaupt ausmachen soll.

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Mehr als nur schöne Grafik auf jeden Fall - nämlich vor allem eine emotionale Erfahrung, so der Creative Director. Denn: persönliche Schlachtfeld-Momente gebe es nur hier. Ob das als Seitenhieb auf Call of Duty gemeint ist? Dazu später mehr...

Im Mittelpunkt steht für die Schweden das neue Konzept der "Levolution". Das heißt: die Maps und damit die Spielweise sollen ständiger Veränderung unterliegen. Damit ist nicht nur die permanente Zerstörungsorgie gemeint, auch wenn sie teilweise damit in Verbindung steht.

So könnt ihr zwar auch Hochhäuser zum Einsturz bringen und auf diese Weise das Gesicht und die Spielbarkeit einer Karte gravierend ändern.

Es gibt daneben auch subtilere Mittel der Interaktivität. So kann etwa die Alarmanlage eines Autos anspringen, wenn ein sich anschleichender Kontrahent zu dicht daran vorbeikriecht - und ihm damit die Tour vermasseln.

Battlefield 4 - Das wird ein Ballerfest!

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Eine Augenweide: Battlefield 4 wird klasse aussehen - egal, auf welcher Plattform ihr den Shooter spielt.
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Kontrolliertes Chaos

Auch wenn wir als Spieler die Kontrolle über das Chaos auf dem Schlachtfeld haben sollen, gibt es also Elemente, die wir nicht kontrollieren können: etwa das Wetter. Zwar wird es nicht wirklich dynamischen Prozessen unterliegen, wie Gustavsson im Interview mit gamona bestätigt. Sondern eher geskripteten Vorgängen unterliegen. Trotzdem beeinflusst es gerade bei Sturm den Spielablauf von Maps, auf denen sich Wasserfahrzeuge tummeln. Aufgrund des dann erhöhten Wellengangs verändert sich die Kontrolle über das Fahrzeug und es geht uns die Sichtlinie verloren.

Packshot zu Battlefield 4Battlefield 4Erschienen für PC, PS3, Xbox 360, Xbox One und PS4 kaufen: Jetzt kaufen:

Das wiederum führt dazu, dass wir Feinde aus dem Blickfeld verlieren. Gut möglich, dass sie genau diesen Moment dazu nutzen, um über Bord zu springen, um sich unserem Gefährt tauchend zu nähern und eine Ladung C4 anzubringen. Denn genau das wird in Battlefield 4 möglich sein - der Einsatz ausgesuchter Waffen beim Tauchen. In unserer Anspielsession zeigte sich bereits, dass auch das Unterwassergebiet umkämpft ist und man seine unaufmerksamen Kontrahenten messern kann.

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Marineschlachten wird es leider nicht geben, auch wenn Bilder wie dieses diesen Eindruck erwecken.
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Falls ihr euch jedoch kolossale Marineschlachten mit Kriegsschiffen erhofft, so werdet ihr enttäuscht. Battlefield bietet zwar eine ganze Reihe von schwerbewaffneten kleineren Schiffen oder Jetskis – Dice hat sich jedoch gegen die größere Variante entschieden. Man habe zwar intern darüber diskutiert und Gustavsson selbst sei ein großer Fan dieser Idee, die gerade in der deutschen Community viele Anhänger hat: "Insbesondere die deutsche Spieler-Community hat uns mit ihren Wünschen zu Schlachtschiffen oder U-Booten überschwemmt."

Aber man lerne gerade selbst erst mit einigen Technologien umzugehen und habe das Gefühl, dass diese Entscheidung einen guten Start in die richtige Richtung darstelle, erzählt Gustavsson beim gamona-Interview.

Brillante Grafik, mehrdimensionale Kriegsführung, mobile Plattformen und jetzt auch Schlachten auf hoher See - das wird ein heißes Ballerfest!Ausblick lesen

Ähnlich wie bei der ersten Anspielsession von "Call of Duty: Ghosts" bewegt sich das spielerische Erlebnis meist auf dem Niveau des Vorgängers. Sprich: Das Spielgefühl weicht trotz einiger Neuerungen (noch) kaum von dem ab, was wir aus Battlefield 3 kennen. Die erste Map "Paracel Storm" ist hervorragend gestaltet und bietet den Land-, Luft- und Seestreitkräften genügend Raum zur Entfaltung, ohne zu ausschweifend zu sein. Gerade die schnellen Angriffsboote hinterlassen einen sehr guten Eindruck und lassen überfallartige Attacken zu. Wir spielten die Karte in zwei verschiedenen Modi.

Battlefield 4 - Schicke Impressionen von der gamescom

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1. "Obliteration": Ein neuer Spielmodus, bei dem es darum geht, drei Stützpunkte zu verteidigen, sich eine Bombe in der Mitte der Map zu schnappen und sie an den feindlichen Locations hochgehen zu lassen. Das Coole sind nicht nur die gewohnt hin und her wogenden Gefechte auf einer Map, die mit vielen kleinen Inselchen und drumherum und dazwischen viel Wasser gesegnet ist. Man kann sich die Bombe auch schnappen und mit einem der vielen Gefährte herumkutschieren, um sie sicher ans Ziel zu bringen. Das Potenzial der "amphibischen Attacken", wie Dice diese Art von virtueller Kriegsführung nennt, kommt hier schon recht gut zum Tragen und kann mich vom ersten Moment an überzeugen.

2. Domination: Dieser Spielmodus dürfte allen Battlefield-Veteranen bekannt sein: Es geht schlicht darum, um die Vorherrschaft an drei speziellen Punkten der Map zu erkämpfen und dabei die Tickets (also Respawn-Möglichkeiten) der Kontrahenten auf Null zu reduzieren. Auch dieser Modus wurde auf einer modifizierten Version von "Paracel Storm" gespielt – klasse, wie die recht eng beieinander stehenden Flaggenpunkte für stürmische und stets in Bewegung befindliche Teams sorgte.

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Der Commander-Modus feiert sein Comeback.
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Jawoll, Commander!

Eine Rückkehr feiert auch der von vielen Fans geforderte "Commander"-Modus. Je ein Spieler auf jeder Seite kann sich als Kommandeur betätigen und "seine" Truppen mit taktischen Mitteln unterstützen, indem er etwa Raketenangriffe auf feindliche Positionen befehligt oder die gegnerische Technik per EMP-Störsender beeinträchtigt. Dice geht aber noch einen Schritt weiter als früher: In Battlefield 4 können nicht nur Spieler an Konsole oder PC den Befehlshaber spielen, sondern auch mit einem Tablet. Bis auf fehlende 3D-Grafik stehen einem dabei alle Features des Spiels zur Verfügung.

Tablet- (und teilweise auch Smartphone-)Nutzer können ihre mobilen Geräte übrigens auch für weitere Goodies einsetzen: Nach dem Login per QR-Code (plus Sicherheits-PIN) lasst ihr euch etwa die Karte des Schlachtfelds nebenher einblenden oder ändert von zuhause oder unterwegs das Loadout eurer Spielfiguren. Falls ihr gerade im Spiel seid, wird die Ausrüstung oder die Klasse der Charaktere nach dem nächsten Respawn automatisch aktualisiert, ohne dass ihr das Spielmenü nochmals aufrufen müsstet.

Ähnliches gilt für die Serverauswahl, für die ihr den Rechner oder die Konsole in diesen Fällen eigentlich nicht mehr benötigt. Das zuvor häufig kritisierte Battlelog wurde übrigens von Grund auf neu gestaltet, sagt Dice. Die bisher sichtbarste Änderung ist die direkte Einbindung ins Spiel via Widget. Der Grundstatus zeigt sich als kleine Einblendung rechts oben am Screen, wo man sieht, wie viele Freunde eingeloggt sind, wie viele Herausforderungen oder Missionen man gerade laufen hat.

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Vehikel sind auch im vierten Teil wieder das Salz in der Battlefield-Suppe.
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Es handelt sich um ein kontextsensitives Interface, das mir auch zeigt, mit wem ich in einem Team bin: Ich kann ihre Profile anschauen, Statistiken checken undsoweiter. "Wir wollen Leute miteinander verbinden", sagen die schwedischen Edel-Entwickler. Dazu gehören auch die "Missionen". Dabei handelt es sich um eine neue Art von Meta-Game: Ihr könnt Freunden Aufgaben erstellen und werdet praktisch live darüber unterrichtet, wie sie sich schlagen.

Die Grafik von Battlefield 4 ist schon zum jetzigen Zeitpunkt der Produktion (wir haben auf PCs gespielt) über jeden Zweifel erhaben. Brachiale Zerstörungen en masse, tolle Licht- und Partikeleffekte, Wettereffekte - und das alles bei 60 FPS und 64 Spielern gleichzeitig. Krass! Bei dieser Harke wird sich die Konkurrenz wahrlich warm anziehen müssen.

Ob das auch für Call of Duty gelte, wollen wir von Gustavsson wissen? Nach einer längeren Lach- und Denkpause antwortet er: "Ich würde es nicht exakt so ausdrücken, aber für jeden, der Ego-Shooter mag, wird das Spiel dadurch sicher nicht schlechter. Wir müssen uns jetzt nicht mehr zwischen massiver Zerstörung, Vehikeln und 60 FPS entscheiden - ich bin super glücklich!"