Endlich, endlich dürfen wir ran an den Multiplayer-Modus von „Battlefield 4“. Kann sich das schwedische Studio Dice neu erfinden oder wird das hier nur ein Update des Vorgängers? Geht grafisch mehr auf der Xbox One? Wir haben uns lange auf der Karte Siege of Shanghai ausgetobt, Panzer in Tunnel krachen lassen und ganze Wolkenkratzer gesprengt. Oh, und „commandert“.

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Bang Boom Bang auf riesigen Karten

„Battlefield 4“ setzt in jeder Hinsicht einen drauf, vor allem bei den Mehrspieler-Maps. Könnt ihr euch noch an die Battlefield-3-Erweiterung „Armored Kill“ erinnern? An Armored Shield, Bandar-Wüste und Co.? Alles gigantische Karten, die aber alle so leblos wirkten wie ein Friedhof. Das soll sich im Nachfolger nun ändern, weshalb die Entwickler an großen, aber auch viel tiefschichtigen und komplexeren Karten feilen.

Eine davon ist Siege of Shanghai: Über U-Bahn-Tunneln thronen hier mehrstöckige Einkaufszentren, aus denen am Horizont ein imposanter Wolkenkratzer inklusive Penthouse ragt. Der Kampf findet damit nicht nur auf dem Boden statt, sondern im Untergrund, in verwinkelten Gebäuden und auf Dächern. „BF4“ will deutlich mehr in die Vertikale wachsen, das macht das Spielgefühl unberechenbarer.

Zerstörungswut trifft Grafikporno, und taktische Elemente greifen dabei stark ineinander. Der Feind hockt im finsteren Tunnel? Eine gezielte Panzerfaustgranate auf die Säule geschossen und der Feigling wird unter der Betondecke begraben. Allerdings müssen sich dann auch alle anderen Spieler einen neuen Weg suchen, denn die zerstörbare Umgebung bietet alternative Pfade. Ist der Tunnel eingestürzt, gibt’s nur noch einen Durchgang zur oberen Straßenebene. Von diesen Bruchstellen soll es in „Battlefield 4“ gleich mehrere geben. DICE wäre aber nicht DICE, wenn sie gleich jeden Kniff verraten würden.

Battlefield 4 - Black Hawk Down? Wolkenkratzer Down

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Den Wolkenkratzer schnell einzunehmen bringt enorme taktische Vorteile. Von hier aus kann man zu jedem anderen Flaggenpunkt per Basejump gelangen.
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Nun, die C4-Freaks, die aktuell mit ihrem Jeep in Panzer rasen und kurz vorher rausspringen, werden sicher viel Spaß beim Experimentieren haben. DICE muss allerdings aufpassen die Balance nicht zu gefährden: Um die Tunneldecke unter der Straße zum Marktplatz einstürzen zu lassen, braucht es lediglich einen direkten Treffer mit der RPG. Zwei, drei Angriffe wären besser, da das gegnerische Team dann immer noch die Möglichkeit hätte zu reagieren.

Hind auf 12 Uhr, aber wo ist das neue Equipment?

Mit ein paar popeligen Mauerbröckchen geben sich die Schweden dieses Jahr ohnehin nicht zufrieden, stattdessen fühlt sich der Multiplayer-Modus genau so stark inszeniert an wie die Kampagne.

Im Zentrum steht dabei ein Wolkenkratzer auf einer der Inseln, der im Conquest-Modus Flagge C beherbergt. Hier fliegen wir direkt zu Beginn Truppen hoch, alternativ gibt es Zugangsmöglichkeiten via Aufzug. Natürlich bleiben die Chinesen nicht untätig, schicken ihre Hind-Helikopter auf die Jagd und halten mit Minigun sowie Raketen voll ins Penthouse. Unser Vorteil: Der Heli muss vor dem Fenster schweben, um uns anzugreifen, das macht ihn leicht verwundbar. Javelin gezückt, locken – Hasta la vista, Baby.

Battlefield 4 - Black Hawk Down? Wolkenkratzer Down

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Was knarzt denn da? Waaaa. Gleich wird der Panzer samt Soldaten in den Tunnel unter ihnen krachen.
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Schade allerdings: Die Chinesen verwenden zumindest auf der E3-Karte in erster Linie russisches Equipment. Das mag zwar faktisch korrekt sein, für das fertige Spiel wünsche ich mir allerdings ausgefallene Helikopter und Panzer aus chinesischer Produktion, die sich bitte stark von den russischen unterscheiden sollen.

DICE soll gerne auch wilde Prototypen auf den drei Seiten USA, Russland und China einbauen, die den Luftkampf verändern und neue Möglichkeiten bieten. Aktuell wirkt das alles noch zu vertraut, zu sehr nach „Battlefield 3“.

Achtung, Wolkenkratzer fällt

Ohnehin scheint DICE deutlich mehr an Karten-Layouts und dynamischen Events zu arbeiten, auch die Klassen sind auf der E3 mehr oder weniger gleich, mit minimalen Veränderungen. So ist das System etwas offener, da es zumindest in Los Angeles keine fixen Equipment-Slots gab.

Spielt sich knackig und zackig, erinnert in seinen Mechaniken und vom Equipment her aber noch viel zu sehr an Battlefield 3.Ausblick lesen

Als Sniper durften wir daher SOFLAM sowie MAV-Drohne einpacken, in „BF3“ wäre nur eins von beiden möglich gewesen. Das Klassensystem ist aber ohnehin noch nicht fix, DICE tüftelt noch an Neuerungen sowie Balance, weshalb die E3-Version eher als Alpha gesehen werden sollte, an der sich noch viel ändern wird.

Neue Impulse setzen die Schweden hingegen mit Karten, die sich dynamisch und saucool inszeniert verändern. Feuern die Chinesen beispielsweise mit allen Panzern auf die Stahlstreben des Wolkenkratzers, können sie das Gebäude tatsächlich zum Einsturz bringen. Das ist schon ziemlich klasse, weil sich plötzlich das ganze Gebäude in Schieflage bewegt, wir durch den Raum rutschen und gerade so im letzten Moment rausspringen, um uns per Basejump zu retten.

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Luxusprobleme schwedischer Art: BF3 war grafisch so stark, dass es DICE schwerfällt, noch mal deutlich einen draufzusetzen. Auf Xbox One sieht es genauso gut aus wie der Vorgänger in Ultra-Einstellungen auf dem PC.
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Kracht der Tower zusammen, hinterlässt das ob der Bilder von 9/11 zwar ein mulmiges Gefühl und auch der neue Name für den Flaggenpunkt namens „Ground Zero“ dürfte DICE nicht unbedingt Sympathien einbringen, aber es ändert das ganze Design. Die vertikale Komponente fällt weg, dafür zieht eine massive Staubwolke über die ganze Karte und erschwert die Sicht. Wir kämpfen nahezu blind, aber das macht nichts. Denn wir haben ja jetzt wieder einen Commander.

Aus der Versenkung geholt: Der Commander-Modus

Der Commander-Modus feiert sein Comeback in Los Angeles: Pro Team übernimmt ein Spieler die Rolle des Kommandanten. Der behält auf einer speziellen taktischen Karte das gesamte Spielfeld im Blick und erteilt den Squad-Anführern per Mausklick simple Befehle. Die Squad-Leader wiederum haben die Möglichkeit, den Drill zu akzeptieren und an ihr Squad weiterzugeben. Für jeden befolgten Befehl kassieren sowohl Commander als auch das gesamte Squad Punkte – das schweißt das Team noch enger zusammen.

Die Zähler investiert der Anführer schließlich in nützliche Spezialfähigkeiten und ordert so etwa eine Aufklärungsdrohne oder eine EMP-Bombe, die mit einem Schlag sämtliche Fahrzeuge kurzzeitig außer Gefecht setzt. Allerdings kann der Teamchef die gesammelten Punkte nicht verprassen, wie ihm gerade die Mütze sitzt. Welche Hilfsaktionen zur Verfügung stehen, hängt vom Fortschritt der Spieler ab.

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Comeback: Der Commander gibt seinen Squads Befehle. Sind die erfolgreich, gibt es Punkte. Die werden in Aufklärung oder massive Tomahawk-Raketenschläge investiert.
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Das Beobachten, Taktieren und Herumkommandieren verleiht dem Spiel eine erfrischend strategische Komponente, Absprachen und teambasiertes Miteinander werden wichtiger denn je. Daher dürfte der Commander-Posten insbesondere Anfänger eher abschrecken. Aber auch alte Hasen müssen sich umgewöhnen: Anders als in Battlefield 2 darf der Oberbefehlshaber nicht mehr zur Waffe greifen. Weil der Commander-Modus vom eigentlich Spiel entkoppelt wird, bekommt der Anführer gar nichts vom Krawall mit – er besetzt nicht einmal einen Slot.

Damit wächst die maximale Spielerzahl von 64 auf 66 – auch auf den Konsolen. Da der Modus außerdem für Tablets optimiert wurde, kann man seinem Team auch unterwegs Unterstützung leisten, eine Internetverbindung vorausgesetzt. Ob der Touchscreen-Unfug nun sein muss oder nicht, sei mal dahingestellt. Viel mehr Bauchschmerzen bereitet der Commander selbst: Macht es wirklich Laune, ständig auf eine Karte zu glotzen, während sich die Kollegen in der Action austoben, oder geht da auf Dauer die Motivation flöten?

In „Battlefield 2“ und „Battlefield 2142“ jedenfalls gab es nicht umsonst so viele Kommandeure, die es vor Langeweile nicht mehr aushielten und plötzlich doch am Bleigewitter teilnahmen – und dafür prompt vom Server flogen. Wir sind gespannt, welche Lösung sich DICE hier einfallen lassen wird.