Wolltet ihr schon immer einmal eine kleine Reise in den Norden der koreanischen Halbinsel unternehmen und habt euch dann geärgert, als die Grenzsoldaten in Panmunjeom partout niemanden ins heilige Land von Kim Jong-un hineinlassen wollten? Nun, das wird in erster Linie daran liegen, dass der bösartigste Undercut-Träger der Welt wahrscheinlich keinen Bock auf eure Pfötchen in seinen Angelegenheiten hat. Das spielt hier aber keine Rolle. In Dragon´s Teeth könnt ihr den langersehnten Urlaub nach Pjöngjang endlich antreten und dabei sogar Waffen im Gepäck mit euch führen.

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Der Umfang des nun mehr vierten Erweiterungspakets ist schnell gelistet: fünf neue Waffen, vier neue Karten, zwei neue Gadgets und einen neuen Spielmodus. Dazu noch der Papierkram in Form von fünf Auszeichnungen und elf Aufgaben. Alles in allem also ein sehr klassisches Battlefield 4 DLC. Premiumpatienten sind natürlich wieder gratis dabei, während normale Bürger 15€ latzen dürfen. Zusätzlich darf der edle Premiumspieler schon am 15. Juli starten und muss nicht bis zum 29. Juli warten.

Für alle anderen stellt sich nun die Frage: Lohnt sich der Kauf? Ich behaupte mit voller Subjektivität: Ja! Dragon´s Teeth ist das bisher beste DLC des vierten Battlefields. Diesen Ruhm erlangt es auf ziemlich einfache Art und Weise, denn von den bisherigen drei Erweiterungen konnte bislang keine vollends überzeugen. China Rising hatte viel Festland für viele Fahrzeuge, spielte sich aber meist sehr langatmig. Nur der Guilin-Gipfel ist aufgrund seines dicken Dickichts, in dem man sich toll tarnen kann, eine Empfehlung als Reiseziel im chinesischen Flachland.

Battlefield 4: Dragon's Teeth - Peng! Du bist tot!

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Der Perlenmarkt lädt zum gemütlichen Shoppingtrip ein - Blei gibt´s gratis!
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Second Assault brachte das unsägliche Métro und zwei ziemlich blöd gemachte Remakes mit, konnte deswegen auch nur mit der tollen Oman-Sandsturm-Party überzeugen. Naval Strike schaffte dann langsam die Kurve und bot bis auf das von Scharfschützen übersäte Lost Islands endlich mal drei tolle Karten mit abwechslungsreichen Spielweisen. Über „Trägerangriff“ sagen wir hier lieber nichts...

„Tolle Karte!“

Dragon´s Teeth schafft es endlich und bietet vier Karten, die sich deutlich runder und abwechslungsreicher als die der vorherigen DLCs spielen. Im Lumphini-Garten, der einem Park aus Bangkok nachempfunden ist, gib es viele Gelegenheiten für verdeckte Angriffe, aber auch große Schlachtfelder für ausufernde Gefechte. Rein größentechnisch können die Neuzugänge alle nicht mit den alten Karten mithalten, wollen dies aber auch gar nicht. Es geht um die Kämpfe zwischen Infanteristen. Helikopter und Panzer gibt es beide je nur auf einer Karte.

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Der kleine RAWR vertreibt sich seine Zeit mit MG und Granatenwerfer.
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Und wo gibt’s die Panzer? In Pjöngjang natürlich. Die eiskalte Karte namens „Propaganda“ spielt in der nordkoreanischen Hauptstadt und bietet neben tausender Nord-Koreaflaggen ein paar Sehenswürdigkeiten wie etwa die Statue von Kim Il-sun oder einen fahrenden Zug. Genannter Zug fährt völlig ohne Rücksicht über eine Längsachse der Karte und zerstört alles, was sich ihm in den Weg stellt. Viele Baracken, Häuser und Mauern bieten Deckung, die aber sehr schnell zu Bruch gehen kann.

Dragon´s Teeth ist die bisher beste Erweiterung mit klarem Fokus auf Infanteristen.Fazit lesen

In Propaganda gibt es allgemein extrem viele komplett zerstörbare Gebäude, was für Fans von Bad Company 2 ein tolles Feature sein wird. Getrennt wird die Karte durch große Freiflächen, deren Überquerung ohne gepanzerte Begleitung sehr gefährlich aber auch sehr lohnend ist. Viele der kleinen Wegen bieten großartige Chancen, euren Gegnern in der Bewegung zu flankieren. Das macht taktisch richtig viel Spaß.

Noch mehr Nahkamf gibt’s auf den Dächern des Perlenmartks. Die engen Häuserschluchten dieses Wohngebiets sind im Prinzip eine Mega-Fassung vom beliebten Scharmützelschlammloch „Flutgebiet“ aus dem Hauptspiel. Wer die vielen vertikalen Ebenen und zerstörbaren Objekte schon damals mochte, wird den Perlenmarkt lieben. Allerdings kommt es auch hier vor, dass viele Spieler einfach nur auf den Dächern der vielen Häuser campen.

Von hier haben sie perfekten Ausblick auf die Straßen und Gassen der Karte. Inzwischen wird auf vielen Servern auch schon eine „no roof“-Regel ausgerufen und hart durchgesetzt. Das extrem vertikale Gameplay ist nicht neu, wird hier aber sehr stark betont und kann, wenn man es richtig ausnutzt, viel Spaß machen. Im Perlenmarkt gibt es kein riesiges Levolutionevent, dafür aber sehr viele zerstörbare Wände und andere Objekte, was die Gefechte auf den Dächern sehr unberechenbar machen kann.

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Ein gut platzierter Schützenpanzer kann in Sunken Dragon fast die ganze Karte kontrollieren.
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Die letzte Map nennt sich „Versunkener Drache“. Der Name bezieht sich auf ein versunkenes Hotel namens „Sea Dragon“, das in einem wunderbaren klassischen chinesischen Stil gebaut wurde und nun dummerweise zur Hälfte in einem See versunken ist. Der See trennt dabei zwei Kartenteile voneinander, die nur über einen Staudamm verbunden sind. Auf den Türmen des Staudamms verstecken sich häufig Scharfschützen, die von hier aber nur freies Sichtfeld auf den nächsten Kommandoposten haben, der netterweise auf einem großen offenen Platz ist. Mit ein paar Handgriffen kann der Wasserstand im See verändert werden, was Infanteristen den schnellen Zugriff auf das Hotel ermöglicht. Hier entstehen großartige Gefechte auf verschiedenen Höhenebenen, die viel Aufmerksamkeit erfordern.

Alles neu, alles gut?

Nicht nur neue Karten werden geliefert, sondern auch neue Waffen und ein neuer Spielmodus sowie eine handvoll neuer Gadgets. Die Unica 6 und die Desert Eagle sind zwei gute Pistolen mit hohem Schaden, obwohl hier letztere deutlich hervorsticht, da sie keine Schussverzögerung hat. Wer noch mehr Bumms will und die Scar-H schon immer blöd fand, kriegt nun mit der dem Bulldog eine Waffe, die noch schneller schießt, aber den selben Schadenswert hat, also ordentlich austeilen kann. Allerdings haben wir hier nur 21 Kugeln zur Verfügung.

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Tschüss, Sniper!
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Für Sniper liefert DICE das CS5 Gewehr, welches besonders gut mit dem eigenen Schalldämpfer funktioniert. Frontsoldaten können mit dem neuen Ballistischen Schild ihre eigene Deckung mitnehmen und als Kugelfänger agieren. Wer sich gar nicht in die vorderen Reihen traut, sammelt das RAWR auf. Mit einer kleinen Fernbedienung könnt ihr diesen Roboter steuern, der mit Granaten und MG ordentlich zulangen kann.

Der neue Modus Chain-Link ist im Prinzip nur eine Conquestvariante. Wie gewohnt müsst ihr Punkte einnehmen und halten, um die Tickets eurer Gegner gen Null zu bringen. Allerdings zählen nicht mehr die Punkte an sich, sondern die Verbindungen zweier Punkte. Wenn ihr zwei Punkte nebeneinander eingenommen habt, wird ein Link aufgebaut. Umso mehr Links ihr habt, umso schneller verliert der Gegner Tickets. Das führt zu deutlich strafferen Frontlinien, senkt aber auch die Effizienz von geheimen Angriffen. Ich bin mir auch nach einigen Stunden nicht sicher, ob der Modus gefällt oder nicht. Die Zukunft wird zeigen, wie sich das Gameplay auf den Karten im Chain-Link verändern wird und ob die Spielerschaft Interesse zeigt oder der Modus schnell in der Versenkung verschwindet.