Flammen schlagen aus dem Finanzzentrum in Paris. Amerikanische Schützenpanzer feuern, die Geschosse schlagen ein, zerfetzen ein Büro im dritten Stock der Börse, wo sich russische Scharfschützen verschanzt haben. Und das Beste: Wir sind mittendrin statt nur dabei, sitzen im Schützenpanzer Marke LAV-25A2 und können gar nicht mehr aufhören zu grinsen.

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Das liegt zum einen natürlich an der Grafikpower der Frostbite Engine 2. Wo die meisten Multiplayer-Shooter ihre technische Opulenz gegenüber dem Singleplayer-Modus leicht runterfahren, geben die Schweden von Dice Vollgas: Explosionen haben eine derartige Wucht, dass ich mich instinktiv am Stuhl festhalte.

Battlefield 3 - Atemberaubend schön, voller Ideen

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Atemberaubend schön: Achtet einfach mal auf die Rauchschwaden am Horizont, den aufgewirbelten Sand...
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Dicke Rauchschwaden nehmen die Sicht, überall kracht und knallt es, aber das ist kein Brei aus Schussgeräuschen, wie man sie oft erlebt, sondern eine perfekte Komposition und Abmischung von Sounds, die ihren eigenen Charakter haben. Feuere ich mit dem MG, kann ich theoretisch zählen, wie viele Kugeln aus dem Magazin springen. Außerdem gibt es sowieso nichts Schöneres, als mit einem gezielten Angriff Campingplätze auszuräuchern.

Operation Metro: Sturm auf Paris

Auf der E3 in L.A. konnten wir gut eine halbe Stunde mit der Karte „Operation Metro“ verbringen, die in vier große Areale unterteilt ist. Diese fühlen sich sehr abwechslungsreich an, weil wir uns zu Beginn durch einen Park kämpfen, wo Bänke, Mauern und Springbrunnen Deckung bieten, und danach in die Pariser Metro abtauchen. Sofort wird klar, dass man hier nur als Team bestehen kann. Schließlich führt der Weg in den Passagierbereich über eine weitläufige Treppe – hier lauern bereits russische Scharfschützen.

Die Lösung: Rauchgranaten ein, warten, bis der dicke Nebel genug Deckung bietet, dann Ingenieure losschicken, die ihre Javelin-Raketenwerfer durchladen und so die Scharfschützen aus der Deckung treiben. Die werden von fünf hereinstürmenden Heavy Gunnern niedergemäht, die für den ersten Vorstoß sorgen und später den Rangern Feuerschutz geben. Als letztes rücken die Scharfschützen ein und schalten die Nachhut der Russen aus. Das alles muss schnell gehen, nicht umsonst heißt der Modus „Rush“. Je tiefer wir in die Schächte der U-Bahn abtauchen, umso mehr schwillt die Musik an, bekommt die Stimmung einen Hauch Gruselfaktor.

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Für Profis: Mit dem Mk11-Scharfschützengewehr lässt sich nicht mehr so einfach aus der Hüfte schießen.
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Schließlich ist es ziemlich dunkel hier unten, weshalb jede Waffe eine Taschenlampenfunktion spendiert bekommt. Sieht schon fantastisch aus, wenn zwölf Lichtkegel durch die Dunkelheit tanzen. Außerdem lassen sich so Gegner blenden, aber nur, wenn man direkt auf den Kopf zielt. Für das Opfer ist’s dann eh zu spät, Kopfschuss und gute Nacht. Der Widereinstieg klappt nach wie vor reibungslos. Einfach einen Teamkameraden anwählen, kurz warten und schon sind wir wieder an der Front.

Die Klassen: Vier Musketiere

DICE wagt einen radikalen Schnitt in der Serie und setzt auf nur vier Ausrüstungskits, die den Klassen Ranger, Scharfschütze, Ingenieur und Sanitäter entsprechen. Die Idee dahinter? Jede Klasse ist als Angriffseinheit ausgerüstet. So ist der Sanitäter nicht mehr nur zum Wundenpflastern da, sondern kann sich dank M4-Carbine-Sturmgewehrs auch hervorragend verteidigen. Der Ingenieur bleibt dank Javelin-Raketenwerfers der Spezialist zum Panzerknacken, hat mit dem M4 aber auch ein präzises Werkzeug zum Ausknipsen von Gegnern aus Fleisch und Knochen.

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Sound-Referenz: Absoluter Wahnsinn, wie gut sich Kugeln selbst mit einem einfachen Headset der 100-Euro-Klasse orten lassen.
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Die Scout-Klasse wird wieder mal Profis vorbehalten sein, denn wer mit dem Mk11-Scharfschützengewehr treffen will, muss sich blitzschnell auf den Boden werfen und durch Drücken der Leertaste die Luft anhalten – Schüsse aus der Hüfte gehen meist daneben, dafür sind Präzisionswaffen eben nicht gemacht. Als Aufklärungseinheit dürfen wir wieder eine UAV-Drohne starten, die Feindbewegungen auf dem Radar markiert. Da sich „Battlefield 3“ insgesamt deutlich langsamer, da taktischer spielt, ist die Funktion hier deutlich wichtiger als in beispielsweise „Call of Duty: Black Ops“.

Für mich das Highlight der Messe: laut, wuchtig, packend und wunderschön.Ausblick lesen

Die Unterstützungsklasse respektive der Heavy Gunner ballert mit einem modifizierten Mk46-Maschinengewehr mit Präzisionsvisier. Das macht ihn nicht nur zum Abräumer vom Dienst, sondern ermöglicht auch präzise Abschüsse. Außerdem können die Frontsäue von „Battlefield 3“ neuerdings Munitionspakete verteilen.

Gib Sperrfeuer, kassiere Punkte

Insgesamt wirken die Klassen durchdacht, beispielsweise werden dem Heavy Gunner für Sperrfeuer jedes Mal Punkte auf seinem Konto gutgeschrieben, sofern er einen Gegner in Deckung zwängt. Solche Kleinigkeiten entpuppen sich schnell als Motivationsmotor für besseres Teamplay. Darauf legt DICE sehr viel Wert, so gibt es nicht nur den eigenen Score, sondern auch einen „kooperative squad score“. Der sagt aus, wie oft jemand seinen Kameraden aus der Patsche geholfen, mit Munition versorgt oder geheilt hat. Da niemand als Egomane dastehen möchte, dürfte auch das für mehr Teamplay sorgen.

Wir kennen schließlich alle die „CoD“-Kiddies, die einem durch dämliche Einzelaktionen den Sieg vermasseln. Aber was bringt das fürs Spiel? Gerät der Feind unter Sperrfeuer, wird das Bild für kurze Zeit leicht milchig, was ihnen das Zielen massiv erschwert. Eine gute Idee, mit der DICE auch jenen Spielern, die nicht gerade zu den Zielkönigen vor dem Herrn zählen, das Gefühl geben will, wichtig für ihr Team zu sein. Übrigens bekommt auch derjenige Punkte, der das Sperrfeuer nutzt, um Gegner auszuknipsen - mir schweben da schon ein paar nette Taktiken im Kopf herum.
So fühlt sich der Panzer an

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Eines ist sicher: Es wird verdammt staubig.
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Leider hat DICE für die E3 nur eine Karte im Gepäck gehabt, die ihren Schwerpunkt auf Infanterie setzt. Lediglich ein einziges Fahrzeug war spielbar, da mussten wir uns natürlich ans Steuer drängeln: Das LAV-25A2 ist eigentlich ein amphibisches Aufklärungsfahrzeug des United States Marines Corps. Dank seiner dicken Panzerung und dem Tow-2-Raketengeschütz eignet es sich aber hervorragend als leichter Panzer.

Fahren und gleichzeitig schießen ist so einfach wie zu guten alten Battlefield-2-Zeiten. Da sich die Kamera ein Stückchen über dem Cockpit einpendelt, können wir uns sehr flexibel umschauen, präzise Gegner aufs Korn nehmen und selbst Feinde in weiter Entfernung dank Raketenwerfer zur Hölle jagen. Per Knopfdruck können wir einen Thermalscanner aufrufen, der zuverlässig Feindbewegungen ausmacht. Leider, leider ist die Spritztour aber schnell vorbei, da der Weg nach dem ersten Missionsziel in die Metro führt, wo Panzer nicht erwünscht sind.