Battlefield 3 ist da und macht damit den ersten Zug im großen herbstlichen Duell mit Modern Warfare 3. Die Frage ist nicht nur, ob der Shooter gegen den übermächtig erscheinenden Konkurrenten anzustinken vermag. Kann er überhaupt die hohen Erwartungen, die Entwickler DICE selbst mit diversen Trailern geweckt hat, erfüllen? Ist Battlefield 3 mehr als nur ein weiterer Modern-Warfare-Herausforderer-Klon?

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Nach dem ganzen Getöse im Vorfeld der Veröffentlichung von Battlefield 3 ist es vermutlich kein Geheimnis mehr, aber es sei trotzdem erwähnt: Erstmals in der Geschichte der Serie bringt das Ballerspiel eine vollwertige Kampagne mit (die Bad-Company-Ableger mal außen vor gelassen). Oder, nun ja, was man heutzutage in diesem Genre so als "vollwertig" bezeichnet: Geübte Schieß-Mich-Tot-Gamer sollten in fünf, allerhöchstens sechs Stunden die Credits über den Bildschirm flimmern sehen.

Die Schlacht ist eröffnet

An diese Schmalkost hat man sich leider bereits seit Jahren gewöhnen müssen, nicht zuletzt der große Konkurrent Call of Duty hat es schließlich vorgemacht. Und Erfolg damit. Den Bärenanteil des Spielspaßes soll ja der Mehrspielermodus bieten... Für beide Modi zwingend vorausgesetzt sind auf dem PC übrigens - neben einem halbwegs aktuellen Rechner - der Onlinedienst Origin sowie das browserbasierte "Battlelog", die als Einfallstore dienen.

Das kann man kritisieren, das kann man hassen und man kann auch die fragwürdige EULA verteufeln: Wer Battlefield 3 zocken will, muss mit all diesen Dingen leben, ob es ihm passt oder nicht.

Wer all das akzeptiert, erlebt ein Ballerspiel, das bis ins kleinste Detail durchinszeniert ist - so wie etliche actionreiche Blockbuster-Shooter heutzutage auftreten. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer von den vielen kursierenden Werbe-Videos gehypt ist, wird von Battlefield 3 nicht hinters Licht geführt. Wir bekommen eine in bester Modern-Warfare-Tradition zerstückelte Geschichte aufgetischt, die ein wenig an die Präsentation der TV-Serie "24" erinnert.

Battlefield 3 - Der Action-Herbst ist eröffnet: Jetzt der komplette Test

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Große Schlachtfelder: das Markenzeichen der Battlefield-Serie.
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Zwischen den einzelnen zwölf Einsätzen verhören amerikanische Bundesagenten den Hauptakteur, einen gewissen Sergeant Henry Blackburn. Die Missionen erleben wir in Form von Erinnerungen, in denen uns Bruchstücke der Zusammenhänge vorgesetzt werden.

Die Motive der bösen Terroristen, die wir hier bekämpfen, bleiben weitestgehend im Dunkeln. Aber anscheinend genügt es ja zu wissen, auf wen man ballern soll. Entwickler DICE erfindet das Rad sicherlich nicht neu, auch wenn man sich sehr viel Mühe gibt, die Einsätze abwechslungsreich zu gestalten: Mal sind wir im Panzer unterwegs und erleben eine Feldschlacht, sind "Beifahrer" an Bord eines Jets (Copilot wäre zu viel gesagt, siehe unten), betätigen uns als Sniper, "reiten" auf einem Zug - die Schauplätze und Charaktere wechseln teils schneller, als man noch folgen kann. Es wirkt irgendwie alles wie eine beliebige Zitatsammlung.

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Mal erinnert eine Sequenz an das fulminante Straßengeballer aus "Heat", dann wieder kommt einem der Sniperlevel von Modern Warfare in den Sinn. Die oft wechselnden Spielfiguren bleiben zwar ein Stück weit blass, gleichzeitig zeigen sie ein glaubhafteres, weniger überzeichnetes Verhalten: Wenn man sieht, wie ein Soldat um den gefallenen Kameraden trauert, nimmt man ihm das sogar ab. Es ist vermutlich kein Zufall, dass das amerikanische Pathos bei der europäischen Produktion weitestgehend fehlt, die gesamte Darstellung und Präsentation (wohltuend) weniger martialisch geprägt ist.

Wenn man jetzt den direkten Vergleich zum CoD-Franchise heranziehen will, kopieren die Schweden die Erfolgsformel von Abläufen und hollywoodreifer Inszenierung, verpacken das Ganze aber mit dem schöneren Geschenkpapier.

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Mächtige Effektmaschinerie

Allein das Ausmaß der prächtigen Effektmaschinerie - das auf gamonas neuem Nvidia-Superrechner in all seiner Pracht erlebt werden kann - muss den geneigten Spieler unabhängig von der Qualität des Spielablaufs beeindrucken: Dichte Rauchwolken versperren die Sicht, feiner Funkenflug in großer Dunkelheit, Sandstürme, wahnsinnig stimmungsvolle und sehr dynamische Beleuchtung, geschickt eingesetztes Motion Blur, Tiefenunschärfe, superbe Animationen, brachiale Detonationen, umfangreiche Zerstörungen. Und obendrauf dieser Sound!

Während der Mehrspielermodus derzeit wohl das Nonplusultra für teamorientierte Mehrspielerballerei bildet, bleibt die Einzelspielerkampagne ein wenig hinter den Erwartungen zurück.Fazit lesen

Die Wucht der Explosionen stößt uns akustisch fast um, das hektische Keuchen unter Gasmasken oder der Piloten an Bord des Jets, das für jede Waffe unterschiedliche Gewehrknattern, sehr gute englische Vertonung (deutsch: gut), das Rasseln von Panzerketten... Technisch stellt Battlefield 3 ganz klar die Speerspitze des derzeit Machbaren.

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Toll gemacht, aber bisweilen doch nur Tontaubenschießen.
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Das Gute daran: Es ist nicht alles reiner, audiovisueller Selbstzweck. Oftmals behindert die optische Pracht beispielsweise meine Sicht, blendet mich die Sonne oder Scheinwerferlicht, trüben Rauchwolken den Durchblick. Dadurch erspäht man Feinde später oder kann ihre exakte Position nicht genau ermitteln und ist damit gezwungen blind zu feuern oder die Stellung zu wechseln, bis das Schussfeld übersichtlicher ist.

Es ist andererseits auch ein Weg, die doch recht stumpf agierenden KI-Gegner in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. So suchen die Terror-Schergen zwar häufig Deckung vor Beschuss, sie rennen aber auch ohne ersichtlichen Grund genau auf uns zu und spielen Opferlamm. Unsere Begleiter sind aber auch nicht viel klüger: Immer wieder übersehen sie neben ihnen stehende oder kniende Opponenten und würdigen sie keines Blickes.

Überhaupt sind wir in diesem Teamszenario nur ein braver Befehlsempfänger, der seinem kommandierenden Offizier in die Schlacht folgt, obwohl sich alles in uns dagegen sträubt. Laufen wir nicht so, wie vom Spiel vorgesehen, stehen uns die KI-Soldaten im Weg und taumeln sogar wiederholt in unser Schussfeld. "JA, ICH WEIß, DASS TEAMBESCHUSS BESTRAFT WIRD!!", schreie ich manches Mal - und kann es aufgrund der dümmlichen computergesteuerten Hirnis doch nicht ganz vermeiden.

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Die Fahrt mit dem Panzer kennt man bereits aus dem fulminanten Trailer.
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Battlefield 3 nimmt uns überhaupt sehr, sehr viel ab und lässt das glitzernde Geschehen häufig wie eine sehr hübsche, aber hohle Blase erscheinen. Fliegen wir im Kampfjet mit, dürfen wir nicht mehr tun, als in bester Railshootermanier den Feuerknopf betätigen. Mehr noch: der tatsächlich filmisch inszenierte Weg durch den Flugzeugträger, das Einsteigen ins Cockpit, der technische Check-up der Maschine - alles wunderbar.

Fast lässt sich beim Gang über die metallenen Planken das Schwanken des Schiffes, der Geruch des tobenden Meeres erahnen. Doch minutenlang schauen wir lediglich zu, ohne eingreifen zu können. Einsteigen, Fliegen und Landen funktioniert vollautomatisch.

Auch die groß angepriesene Panzerschlacht ist unter spielerischen Gesichtspunkten eine Enttäuschung, weil die Feinde kaum ernst zu nehmende Gegenwehr leisten und wir eine stählerne Spazierfahrt durch die Wüste unternehmen, die rein auf den wunderschönen Anschauungseffekt setzt. Oder nehmen wir die recht zahlreichen Quicktime-Events, die vor allem bei geskripteten Nahkampfsequenzen für dezente Langeweile sorgen: Drücke "E", drücke "Leertaste", drücke "Linke Maustaste". Das hätte man auch ein wenig anspruchsvoller lösen können.

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Abgehoben: Auch in einem Jet dürft ihr Platz nehmen.
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Oder sagen wir es anders: Bei dem ganzen Brimborium, das Battlefield 3 veranstaltet, habe ich selten das Gefühl, taktisch vorgehen zu müssen, überhaupt etwas Sinnvolles zu tun. Nehmen wir als letztes Beispiel die auch bereits im Video verheizte Szene, in der ein Sniper mit einer Rakete ausgeschaltet wird: Auch hier ist alles strikt in engen, linearen Spieltunnels durchchoreografiert, nur der finale Akt, das Betätigen des Abschusshebels, darf eigenständig ausgeführt werden.

Ab aufs Mehrspielerschlachtfeld

Kommen wir also nach ausgiebigen Sessions auf den Live-Servern zum Mehrspielermodus. Und wie bereits die Eindrücke des Beta-Tests erhoffen ließen, hat Dice hier einen hervorragenden Job abgeliefert. Selbst nach stundenlangen Online-Sitzungen fällt es mir trotz vor geschlossenen Augen blitzenden Geschosshagels schwer, den „Beenden“-Button zu drücken. Die neun mitgelieferten Maps sind überwiegend fantastisch und sehr abwechslungsreich gestaltet und eignen sich bis auf wenige Ausnahmen tadellos für Schlachten mit bis zu insgesamt 64 Spielern (PC).

Mètro erweist sich hier wie schon im Beta-Test als große Enttäuschung, gibt es doch einfach zu viele Nadelöhre, die den Spielablauf gehörig ins Stottern bringen. Wenn man das so erlebt, bleibt es mir nach wie vor ein Rätsel, warum gerade diese Karte für den Beta-Test ausgewählt wurde - möglicherweise, weil sie vom Design und Spieltempo am ehesten an Call of Duty/Modern Warfare erinnert?

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Die Map Métro platzt bei voller Besetzung aus allen Nähten.
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Doch alle anderen Maps bieten mit ihren Mal verwinkelten Stadtkulissen („Großer Basar“, „Teheran Schnellstraße“) oder offenen, riesigen Geländestrukturen („Caspian Border“, „Operation Firestorm“) das ideale Schlachtfeld auch für diese große Anzahl von Spielern. Insbesondere bei letzteren Beispielen kommen auch Fahrzeuge wie Jets, Hubschrauber oder Panzer so richtig zur Geltung und können ihre enorme Durchschlagskraft vernünftig entfalten.

Wo Fahrzeuge in engen Gassen häufig auf feindliche Minen auflaufen oder feindlichen RPGs ausgeliefert sind, eignen sie sich in offenerer Umgebung besser zur Unterdrückung des Infanterie-Fußvolks. Hier gibt es auch mehr Raum, um sich zurückzuziehen und die metallenen Wunden zu lecken - neuerdings regenerieren Vehikel verlorene „Lebenspunkte“ übrigens ein Stück weit selbst und sind nicht allein auf die Reparatur durch Pioniere angewiesen.

Wahnsinnige Intensität

Dass die Intensität der Schlachten so außergewöhnlich hoch ist, die Gefechte oft nervenaufreibend, hat mehrere Gründe. Zum einen sorgen der brachiale Sound und die verdammt glaubwürdige Darstellung für eine unheimliche Nähe zum Geschehen, in die man förmlich hineingezogen wird. Zum anderen sind es vor allem die unbarmherzigen Scharmützel in städtischer Umgebung, wo jede Häuserzeile massiv umkämpft ist, Raketen, Granaten und bleihaltige Geschosse ohne Ende herumfliegen, Rauch und die (zu starken) Laserpointer die Sicht behindern.

All das erzeugt eine immense Spannung, die uns immer und immer wieder an die Front rennen (oder direkt beim Squad-Kameraden spawnen) lässt. Hier zeigt sich auch, dass Battlefield 3 deutlich taktischer und teamorientierter daherkommt als etwa die letzten CoD-Ableger. Wer gemeinsam mit seinen Squad-Kameraden agiert, hat es in den auf taktische Zielverfolgung angelegten Spielmodi "Conquest" und "Rush" meist einfacher und es wird klar, wie wertvoll das Zusammenspiel der vier Klassen sein kann, wenn man ihre Fertigkeiten aufeinander abstimmt.

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Den Heli mit Maus und Tastatur zu steuern, dürfte viele überfordern.
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Der Multiplayer-Modus ist also nicht die reine Fortsetzung der Singleplayer-Erfahrung mit Punktebelohnung, sondern eine logische Erweiterung des Spielsystems. Besonders motivierend ist etwa, dass nicht nur reine Abschüsse mit Erfahrungspunkten belohnt werden, auch Versorgungs- und Teamaktionen zahlen sich aus. Es ist schon ziemlich befriedigend, wenn mitten im Gefecht plötzlich Punkte auf das eigene Konto trudeln, weil am anderen Ende der Stadt ein Panzer auf meine Mine aufgefahren ist.

Dice hat zudem im Vergleich zu Bad Company 2 eine leicht geänderte Klassenunterteilung vorgenommen: Der Sturmsoldat ist jetzt gleichzeitig Sanitäter, der Versorgungssoldat gibt Munition aus, unser Pionier legt Minen und repariert beschädigte Fahrzeuge und dann wäre da noch der gehasstliebte „Kundschafter“ - den viele leider nur als campenden Sniper spielen.

Im Prinzip hat Dice sein Erfolgsrezept von Bad Company 2 als Basis für diesen Mehrspielermodus genommen und es verfeinert. Beispielsweise versucht man der Sniper-Schwemme Herr zu werden, indem diese sich mit spiegelnden Visieren verraten. Ein anderes Beispiel ist die Sperrfeuerfunktion, die beim niedergehaltenen Spieler ein für wenige Sekunden verzerrtes Sichtfeld verursacht.

Raum für Verbesserungen

So gut das alles funktioniert - es gibt auch einige Altlasten, die man seit Jahren mitschleppt, und leider auch eine Reihe von neuen Problemen, die den Genuss von Battlefield 3 trüben können. Typisch ist etwa, dass sich bereits am Spawn-Punkt lange „Schlangen“ bilden, wo nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ die Vehikel besetzt werden. Man kann von „Homefront“ halten, was man will, aber dessen System, das ich mir meinen eigenen fahr- oder fliegbaren Untersatz verdienen kann, ist gut. Hier sollte Dice definitiv über Veränderungen nachdenken.

Äußerst nervig ist darüber hinaus, dass man nach wie vor nur aus einem Match aussteigen kann, wenn man den Neustart der nächsten Map abwartet. Das gilt auch für viele Optionen sowie die Perks und Skills des eigenen Soldaten, die ihr nur im laufenden Spiel anpassen dürft. Ein Unding! Des Weiteren ist es mir unverständlich, weshalb es anno 2011 bei einem Produkt dieser Größenordnung auf dem PC immer noch keine native Unterstützung für Controller gibt. Das Mapping der Tasten ist eine mittlere Katastrophe, nicht jeder kann die die Fluggeräte mit Maus und Tastatur herumbugsieren. Im Koop-Modus kann dies übrigens bereits in der zweiten von sechs Missionen zum Stolperstein werden ...

Gerade bei einem teamorientierten Shooter wie Battlefield 3 macht sich zudem das Fehlen einer integrierten VoIP-Funktion für Squads negativ bemerkbar. Verschlimmbessert wurde die Verwaltung der eigenen Spielfigur übrigens durch das Battlelog. Wo sind meine altgedienten Soldatennamen, die ich seit Anbeginn des Battlefield-Zeitalters mit mir rumschleppe? Plötzlich habe ich nur noch ein Alter Ego, das mit Origin verquickt sein muss. Warum? Den Mehrwert des Battlelog habe ich bisher noch nicht begriffen.

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Die Laserpointer und Lampen sind definitiv zu hell.
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Einige Fragen ... und Origin

Battlefield 3 leidet darüber hinaus, wie auch seine Vorgänger, unter einigen technischen Startproblemen: Lange Ladezeiten, Verbindungsabbrüche, DirectX-Crashes, komplette Spielabstürze sowie oft instabiler Netzcode sorgen für ärgerliche Momente, weil auch häufig die bis dahin in der aktuellen Runde erspielten Erfahrungspunkte flöten gehen. Auch hier die Frage: Warum werden die Daten nicht während der laufenden Sessions gespeichert?

Wie problematisch das Matchmaking via Battlelog sein kann, zeigt übrigens der Koop-Modus exemplarisch: Mehrere Dutzend Versuche waren notwendig, um überhaupt mal eine der Zweier-Koop-Partien starten zu können. Allerdings ist der Ärger nur dann die Mühe wert, wenn man es auf eine der freischaltbaren Wummen abgesehen hat. Spielerisch sind die zehn- bis fünfzehnminütigen Missionen nur für einen Durchlauf interessant, weil sich die Abläufe in jedem Level wiederholen und die Abwesenheit von Speicherpunkten zudem für zusätzlichen Frust sorgt.

Noch ein Wort zu Origin, mit dem sich EA allem Anschein nach selbst ins Bein geschossen hat - man beachte nur das Medienecho, das die scheinbar verkappte Spyware auch bei größeren Publikationen hervorgerufen hat. Als Verbraucher hat man wenige Möglichkeiten, auf die kritisierte EULA zu reagieren. Wenn man spielen will, muss man sie zähneknirschend akzeptieren und die Software installieren. Die andere Option ist schlicht Konsumverweigerung. Beides ist meiner Meinung nach unabhängig von der Qualität von Battlefield 3 zu sehen - und fließt daher nicht in die finale Wertung mit ein.