Battlefield 3 ist ein Kriegsspiel. Im Krieg sterben Menschen. Sie töten einander. So ist das im Krieg. Für die Tierschutzorganisation PETA gibt es aber noch ein viel schlimmeres Problem mit Battlefield 3: Es wird Gewalt gegen Tiere ausgeübt, was so einfach nicht hingenommen werden darf.

Battlefield 3 - PETA beklagt sich über Gewalt gegen Tiere

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/37Bild 259/2951/295
Gewalt gegen virtuelle Tiere kann zu Gewalt gegen reale Menschen führen. Zumindest behauptet das die Tierschutzorganisation PETA.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Man mag sich nun wundern und fragen, was zum Tierquälerei mit dem Spiel nun überhaupt zu tun hat. Liegt es an dem Schlachtvieh, das auf den Marktplätzen, die man im Spiel zu sehen bekommt, aufgehangen ist? Das ist sicher kein schöner Anblick - aber nein. Liegt es an dem kläffenden Wachhund, der offenbar hinter Gittern eingesperrt Laut gibt, als er das Team des Spielers bemerkt und dem geneigten Zocker kurzzeitig einen Schrecken einjagt? Nein - man kann das Tier ja nicht einmal angreifen, denn es existiert nur kurz während einer CGI-Sequenz.

Nein, das Problem ist eine virtuelle Ratte. Für alle, die es schon vergessen haben: Der Protagonist klettern durch eine Röhre und ist bemüht, so leise wie möglich zu sein, um nicht von den gegnerischen Truppen entdeckt zu werden. In diesem Moment läuft eine Ratte auf ihn zu, quietscht und beißt in seinen Handschuh. Abgesehen von der Tatsache, dass sich vermutlich keine gewöhnliche Ratte, die irgendwo in einem Rohr herumkriecht, so verhalten würde, hat der Protagonist keine andere Wahl, als das Tier mit dem Kampfmesser zu erstechen, wenn er nicht entdeckt werden will. Und der Spieler hat auch keine andere Wahl, als dabei zuzusehen, denn auch dabei handelt es sich um eine animierte Sequenz, die durch ein simples Tippen auf den rechten Trigger ausgelöst wird.

Die PETA kommentiert dies, in einer offiziellen Beschwerde, folgendermaßen:

“PETA gibt zu bedenken, dass auch das Töten von virtuellen Tieren eine verrohende Wirkung auf das junge männliche Zielpublikum haben kann. Immer wieder kommt es auch in Deutschland zu Fällen von Tierquälerei, in denen Jugendliche Tiere auf grausame Weise töten. [...] Inspiration für diese Taten erhielten sie in der Vergangenheit oft auch von gewalttätigen Filmen und Computerspielen.[...] Ist dieser erste Schritt der Verrohung – in Form von Tierquälerei – erst einmal getan, ist es bis zur Gewalt an anderen Menschen oft nicht mehr weit – das haben Wissenschaftler längst herausgefunden.”

Das es in dem Spiel allerdings hauptsächlich um nichts anderes geht, als um Gewalt gegen andere Menschen, ignoriert PETA dabei völlig. Genauso wie die Organisation ignoriert, dass „die Wissenschaftler“ unlängst herausgefunden haben, dass sich die offenkundige Gewaltbereitschaft gegen andere Menschen nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen signifikant steigert, die bereits psychologisch vorbelastet sind oder in sehr instabilen sozialen Verhältnissen leben. Genauso falsch ist die Aussage, das Spiel hätte Jugendliche als Zielgruppe. Battlefield 3 ist ab 18 freigegeben und damit ein Spiel für junge Erwachsene, nicht für Jugendliche. Nimmt man die Aussage von PETA wirklich ernst, so wäre jede Gewalt gegen ein Tier grundsätzlich tadelnswert. Interessant daran: Der Protagonist des Spiels wird von der Ratte angegriffen und muss sich gegen das Tier zur Wehr setzen. Hier liegt also streng genommen ein Fall von Notstand vor. Auf die Goldwaage gelegt, bedeutet das, dass PETA sich dagegen ausspricht, sich (zumindest virtuell) gegen angreifende Tiere zu wehren. Dass solche Verteidigungsmaßnahmen, die im Zweifel auch mit dem Tod des Tieres enden können, allerdings durchaus notwendig werden können, versteht sich von selbst.

Battlefield 3 ist bereits für PC, PS3 & Xbox 360 erhältlich und erscheint demnächst für Wii U. Jetzt bei Amazon kaufen bzw. vorbestellen.