Battlefield 2: Special Forces (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Vor einem halben Jahr wurde mit Battlefield 2 einer der meisterwarteten Shooter des Jahres veröffentlicht. Das Multiplayer-Spiel enttäuschte weder die Erwartungen der Fans noch die der Kritiker und heimste durchweg Spitzennoten ab.

Jedenfalls fürs tolle Gameplay und die visuelle Darbietungen. Technisch krankte das Spiel an so manchem Problem, die nur mit einigen Updates behoben werden konnten. Nun hat Electronic Arts mit Battlefield 2: Special Forces die Erweiterung veröffentlicht, mit der Spezialeinheiten, aktuelle Multiplayermaps sowie neue Waffen eingeführt werden.

Battlefield 2: Special Forces - Trailer 2Ein weiteres Video

Beispielsweise coole Spielzeuge wie Wurfhaken und Nachtsichtgeräte oder Infanterie-Vehikel. Neues Futter für die Kriegsveteranen, das aber einen Haken - und damit sind nicht die neuen Wurfhaken gemeint - hat: Technisch gesehen ist es ein erneut ein mit Fehlern behaftetes Produkt.

Kommen wir zuerst zu den positiven Fakten. Die Erweiterung enthält im Vergleich zum Hauptprogramm, das übrigens zum Spielen benötigt wird, eine ganze Menge Neuerungen. Allem voran müssen natürlich die neuen Spezialeinheiten erwähnt werden, bei denen es sich um russische SpezNas, amerikanische Navy Seals, britische SAS, die MEC Speicial Forces sowie Rebellen und Aufständische handelt.

Doch nicht nur diese Bezeichnungen unterscheiden sie von den regulären Truppen, die wir im Originalspiel zocken durften. Auch die Bewaffnung umfasst ein angepasstes Arsenal an besonderem Kriegsgerät, die den Infanterieeinheiten, auf die sich das Addon diesmal konzentriert, zur Verfügung stehen.

Neben neuen Sturmgewehren mit Granatwerferaufsatz, Maschinengewehren oder anderen Schusswaffen, können die Spezialkräfte auch auf Wurfhaken, Drahtseile, Blendgranaten, Tränengas, Nachtsichtgeräte und Gasmasken zurückgreifen.

Die Blendgranate macht Gegner für wenige Sekunden zu umherirrenden "Zombies" und damit leichten Zielen. Das Tränengas sorgt dafür, dass sie husten müssen, ihre Sicht verschwimmt und sie nicht sprinten können. Nur Gasmasken schützen vor diesen Angriffen, beeinträchtigen jedoch die Ausdauer der Spielfigur. Allerdings kann nicht jede Einheit auf jedes neue Feature zurückgreifen, deshalb bedarf es auch in diesem Addon eines guten Teamspiels. Und das ist gut so. Auf den Online-Servern treiben sich leider noch immer zu viele Spieler herum, die keinen Wert auf Teamplay legen.

Battlefield 2: Special Forces - Das Add-on zum erfolgreichen Multiplayer-Shooter! Halten die Spezialeinheiten was sie versprechen?

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Die Fokussierung auf Nahkampfeinheiten spiegelt sich auch in den neuen Vehikeln wider. Panzer oder ähnlich durchsetzungsstarke Gefährte sucht man vergeblich. Dafür gibt es mit dem Apache Longbow und dem MI-35 Hind zwei neue Kampfhubschrauber, die über panzerbrechende Waffen verfügen. Wie aber die meisten BF2-Veteranen wissen, sind gerade Hubschrauber auf den Servern leichte und beliebte Ziele. Von daher muss angezweifelt werden, ob sich diese Flugkörper durchsetzen werden.

Packshot zu Battlefield 2: Special ForcesBattlefield 2: Special ForcesErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Dafür sind die neuen Fahrzeuge absolut stimmig und fein auf die Einsätze der Spezialeinheiten abgestimmt. Sieben Gefährte, darunter auch ein Zivilfahrzeug,

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Pickup Truck, Jetski, aber auch einige Allradfahrzeuge, sollen den verdeckt agierenden Einheiten das Vorankommen auch in schwierigem Gelände ermöglichen. Im Vergleich zu den vielen gepanzerten Kolossen auf dem offenen Schlachtfeld sind sie natürlich hoffnungslos unterlegen. Für das schnelle Erreichen von Zielpunkten sind sie aber ideal. Zumal man mit ihnen nicht an jeder Ecke oder Kante hängen bleibt und damit wertvolle Zeit vertrödelt.

Das bewährt gute Gameplay wurde überdies nicht verändert. Lediglich das Szenario der acht neuen Maps hat sich leicht gewandelt.Einige Karten müssen in der Dunkelheit der Nacht gezockt werden, was den Special Forces und ihren Nachtsichtgeräten natürlich entgegen kommt. Feinde werden bei Aktivierung aufgrund ihrer Wärmeabstrahlung farblich dargestellt und bieten so selbstverständlich gute Ziele. Allerdings wendet sich dieser Vorteil zum Nachteil, falls es plötzlich hell wird, wie beim Einsatz von Blendgranaten beispielsweise.

Zudem haben sich die Entwickler scheinbar genau angesehen, welche Karten von den Gamern am liebsten gezockt werden: Städtische Umgebungen sind diesmal in der Mehrheit, auch wenn dafür das eine oder andere Gebäude sehr bekannt vorkommt und aus dem schon vorhandenen Grafikfundus recycelt zu sein scheint. Die vielleicht gelungenste neue Map ist aus Sicht des Autors "Iron Gator", bei der Navy Seals auf einem Flugzeugträger den Angriff der arabischen MEC abwehren müssen. Die Action findet dabei sowohl auf dem Flugdeck als auch in verschiedenen Räumen und Hangars unter Deck statt. Eine sehr abwechslungsreiche Map, die viel Spaß macht.Wer keine Lust an Mehrspieler-Duellen im Internet verspürt, kann, wie auch schon im Vorgänger, gegen Bots antreten. Die sind zwar nicht so klug wie menschliche Gegenspieler, aber immerhin besser als strohdumme Zielscheiben. Allerdings ist dies aus einem unerklärten Grund nur bei sechs der acht neuen Maps möglich. Abgesehen davon fehlt leider auch diesmal eine Story-Kampagne, die diesen Teil des Spiels deutlich aufwerten und zu mehr als einer Art Tutorial machen würde, in dem sich der Spieler mit den neuen Features vertraut machen kann.

Dabei hat der Hersteller doch beim gerade veröffentlichten Battlefield 2: Modern Combat (nur für Konsolen) vorgemacht, dass es auch anders geht. Schade, hier wurde erneut Potenzial verschenkt. Das Multiplayer-Spiel enthält auch diesmal mit "Eroberung" leider nur einen Modus, wer auf "Deathmatch" oder andere Varianten gehofft hatte, wird enttäuscht.

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Dafür wird aber wieder beste Grafik geboten, die, unterstützt von hervorragenden Soundeffekten, die Kriegsumgebung fast schon zu realistisch darstellen. Besser geht es derzeit wohl kaum.

Doch das alles könnt ihr nur genießen, wenn ihr das Spiel überhaupt zum Laufen bekommt! Womit wir bei den negativen Aspekten wären. Battlefield 2-Gamer sind schon vom Originalspiel leider mit vielen technischen Unzulänglichkeiten gestraft worden. Auch diesmal müsst ihr genug Geduld aufbringen und das Spiel mit riesigen Updates auf den neusten Stand bringen und außerdem die ellenlangen Ladezeiten überstehen, ohne einzuschlafen.

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Teilweise mehrere Minuten musste der genervte Tester warten, bis sich das Spielfeld öffnete. Auch wenn der Testrechner gerade noch die Minimalanforderungen an das System erfüllt, so berichten auch Spieler mit 3 GB RAM von Wartezeiten bis zu 8 Minuten! Das ist nicht nur schlecht, das ist inakzeptabel und wirft die Frage auf, warum sich EA und Dice nach den Problemen mit dem Originalspiel erneut einen solchen technischen Lapsus leisten.

Dass die Hardwareanforderungen dieselben sind wie beim Hauptspiel, verwundert natürlich nicht, schon damals sind aber viele Spieler an ihre technischen Grenzen stoßen.

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Auf vielen Karten mit 64 Spielern sank die Framerate darüber hinaus oft ins bodenlose, sobald sich die Action entwickelte. Schuld daran könnten auch die neuen Granaten sein, die von vielen Spielern oft unentwegt eingesetzt werden. Das ist ihnen aber nicht unbedingt anzulasten, denn schließlich ist es ein Feature des Spiels, das jeder einsetzten darf, wie er will. Viele Spieler berichten auch jetzt schon, dass sie es erst gar nicht schaffen, das Spiel zu installieren. Hier wird wohl auch erst ein Patch für Abhilfe sorgen können.