Battlefield 2: Modern Combat (PS2 Review)
(von Nedzad Hurabasic)

Knapp ein halbes Jahr nachdem Electronic Arts den Shooter-Hit »Battlefield 2« für den PC veröffentlicht hat, erscheint dieser Tage der Konsolenableger »Battlefield 2: Modern Combat«.

Speziell angepasst auf das Konsolen-Gameplay, bietet das Spiel eine deutlich auf den Einzelspieler-Modus angepasste Fassung, auch wenn es natürlich einen Mehrspieler-Modus gibt. Der Grund ist klar: Bisher hat nur ein relativ geringer Anteil der Konsoleros ihre Geräte mit dem Internet verbunden. Daher ist dieser Schritt auch absolut nachvollziehbar. Ob aus dem prächtigen Multiplayer-Shooter auch ein passabler Solo-Shooter geworden ist?

Tarnfarbe nicht abwaschbar
Auf den ersten Blick bietet Modern Combat drei Spielmodi: Kampagne, Online und Tutorial. Allerdings besteht das Tutorial lediglich aus einigen kurzen Erklärungsvideos, die in das grundlegende Gameplay einführen und die Elemente des HUDs erläutern. Trotzdem sollten sich auch Veteranen diese Video-Clips ansehen, da sich das Interface deutlich von der PC-Version unterscheidet. Viele der dort gezeigten Hinweise werden im weiteren Verlauf des Spiels immer wieder eingeblendet, sodass keiner gezwungen ist, die wichtigsten Informationen mitzuschreiben. Im Vergleich zur PC-Version hat der Spieler bei Modern Combat nur fünf statt sieben Einheiten zur Verfügung: Sturmsoldat, Scharfschütze, Special Ops, Pionier und den Versorgungssoldat, der auch als Sanitäter eingesetzt werden kann.

Das Arsenal ist aber ähnlich umfangreich und besteht diesmal aus über 30 Fahrzeugen und mehr als 50 Waffentypen. Da dürfte für jeden etwas dabei sein.

Battlefield 2: Modern Combat - Spannende Schlachten auf der Konsole. Schafft Modern Combat den Sprung auf den Genrethron?

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Verschiedene Einheiten und viele Waffen sowie Zusatz-Gadgets müssen mit fortschreitender Spieldauer erst frei geschaltet werden. Das passiert aber sukzessive und keiner muss Angst haben, etwas zu verpassen. Wird in Mission drei etwa der Einsatz von Scharfschützen verlangt, so wurden der entsprechende Einheitstyp und die Fähigkeiten bzw. Waffen auch zuvor zugänglich gemacht. Insgesamt gibt es in der Konsolenversion vier Armeen - eine mehr als auf dem PC. Wieder mit von der Partie sind natürlich die Streitkräfte der USA, außerdem die erfundene "Koalition des Nahen Ostens" und China. Neu im Spiel ist die Europäische Union. Dabei ist es allerdings von der jeweiligen Mission abhängig, welche Einheiten zum Einsatz kommen und welcher Seite sie angehören. Die entsprechenden Parameter werden vom Missions-Design vorgegeben und können nicht angepasst werden.

Packshot zu Battlefield 2: Modern CombatBattlefield 2: Modern CombatErschienen für PS2 und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Nach der Mission ist vor der Mission
Jede der 20 Missionen beginnt mit einer konkreten Aufgabenstellung. Diese kann als Vorgabe beinhalten, bestimmte Ziele zu erreichen, den Rückzug anderer Einheiten zu decken, feindliche Scharfschützen auszuschalten oder auch in einer vorgegebenen Zeit eine Stellung zu erreichen und sie zu verteidigen. Im Verlaufe der Missionen können sich die Einsatzziele aber ändern oder sie werden nach Erreichen eines Wegpunktes erneuert. Die Navigation und damit Ansteuerung der Ziele ist denkbar einfach: Eine Radar-ähnliche Anzeige blendet nicht nur per grünem Pfeil die Richtung ein, sie zeigt auch mit roten und blauen Punkten feindliche, respektive befreundete Einheiten an. Außerdem werden auch Fahrzeuge und Fluggeräte mit größeren Icons deutlich dargestellt.

Ein kleiner Kreis zeigt außerdem auch die Entfernung zum Ziel an. Auf einen Blick ist zudem sofort ersichtlich, wie viele Punkte der Spieler gesammelt hat. Die erhält er für viele erfolgreichen Aktionen, also gute Leistungen innerhalb der Missionen: schnelles und effizientes Ausschalten von Gegnern, häufiges Einsetzen des "Hotswap"-Features (Erklärung siehe unten). Saftige Abzüge gibt es für den Verlust von Teamkameraden, wobei es keine Rolle spielt, ob man diese selbst gesteuert hat oder nicht. Boni gibt es auch für das Erfüllen so genannter Feldaufgaben, damit ist das Zerstören aller Schlüsselobjekte wie z. B. Straßenschildern gemeint. Es gibt aber nicht nur Belohnungen in Form von Punkten, auch Medaillen für fast alle Tätigkeiten werden in verschiedenen Versionen vergeben. "10 Kills mit dem Sturmgewehr hintereinander", "Eliminiere 5 Truppen mit einem Clip" oder "Insgesamt 50 Kills mit Spec-Ops MG" sind nur drei Beispiele von 78 Möglichkeiten. Für jede Mission werden darüber hinaus bis zu 10 Sterne verteilt, aufgeteilt auf verschiedene Bereiche. Je mehr Sterne der Spieler sammelt, desto höher ist sein Rang. Für den höchsten Rang des Generals werden 269 Sterne benötigt. Diese Auszeichnungen können aber nicht nur in Missionen eingeheimst werden, auch bei den Aufgaben, auf die später noch eingegangen wird, kann sich der Spieler verdient machen.

Battlefield 2: Modern Combat - Spannende Schlachten auf der Konsole. Schafft Modern Combat den Sprung auf den Genrethron?

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Das Gameplay ist dabei ziemlich rasant, an Gegnern mangelt es wahrlich nicht. Per Funk wird jeweils mitgeteilt, aus welcher Richtung sich die feindlichen Truppen nähern: "Feinde auf 10 Uhr!" So wird eine packende Atmosphäre geschaffen, die den Spieler schnell ins Geschehen eintauchen lässt. Gewöhnungsbedürftig wie immer bei Konsolen-Shootern ist die Steuerung. Während der linke Stick zum Steuern der Spielfigur benötigt wird, dient der rechte zur Ausrichtung der Waffe. Gleichzeitig wird mit der rechten Schultertaste das Feuer ausgelöst. Dass auch fast alle anderen Tasten mit wichtigen Funktionen belegt sind, muss nicht extra erwähnt werden. Vor allem die zielgenaue Ausrichtung des Fadenkreuzes erweist sich an der Konsole deshalb deutlich schwieriger als beim PC. Dafür sind aber zum Ausgleich scheinbar die Anforderungen an die Zielgenauigkeit heruntergeschraubt worden.Sobald das Fadenkreuz sich rot verfärbt und damit als Indikator für einen erfassten Feind dient, kann gefeuert werden - mit großer Wahrscheinlichkeit resultiert das dann in einem Treffer. Nicht ganz kompensiert werden kann dies in hektischen Momenten, z. B. dann, wenn ein Feind hinter einem Container auftaucht und man einfach nicht schnell genug das Fadenkreuz ausgerichtet bekommt. Eine sehr interessante und wirklich innovative Funktion ist das so genannte "Hotswap"-Feature. Damit ist der Spieler von den Fesseln befreit, die Shooter bisher auferlegt haben. In Sekundenschnelle kann man per Knopfdruck von einem Teamkameraden zum anderen wechseln, auch wenn diese hunderte Meter voneinander entfernt sind. Der dafür eingesetzte "Teleport"-Effekt ist darüber hinaus sehr ansehnlich. Das kann der Spieler zu seinem taktischen Vorteil nutzen und von der jeweils benötigten Einheit auf die andere wechseln. Klasse Idee uns bestens umgesetzt.Nebentätigkeiten: Erlaubt!
Neben den Missionen der Kampagne kann der Spieler aber auch einige Nebenaufträge erledigen. Diese bestehen in der Regel aus kurzen Einsätzen, die sich eine bestimmte Funktion des Spiels in den Fokus des Spielgeschehens rücken. So wird etwa die Schusspräzision mit dem Sturmgewehr getestet - bei begrenzter Munition. Auch die Hotswap-Funktion wird bei verschiedenen Aufgaben zum Blitzschnellen überwinden eingesetzt, dann muss wieder ein Humvee möglichst schnell an verschiedene Ziele gesteuert werden. Später werden unterschiedliche Funktionsbereiche auch miteinander kombiniert und damit die Aufgabenstellungen auch anspruchsvoller. Die Aufgaben bilden eine gelungene Abwechslung und Ergänzung der Kampagne und motivieren dazu, immer besser zu werden und das eigene Ergebnis zu übertreffen. Wie die Missionen auch lassen sie sich nämlich beliebig oft wiederholen. Der Multiplayer-Modus bietet im Vergleich zur PC-Version eine eher eingeschränkte Auswahl, kann aber mit dem Eroberungsmodus und "Catch-The-Flag" zwei der wichtigsten Gameplayelemente vorweisen. Im Unterschied zum PC gibt es aber z. B. keinen "Commander", sodass jeder Spieler Artillerieschläge anordnen kann - wenn er sich Zugang zum Befehlscomputer beschafft, der nur an einer bestimmten Position auf der Map zu finden ist.

Visuell bietet Battlefield 2: Modern Combat eine anspruchsvolle Umgebung, mit vielen Details aber teilweise auch etwas verschwaschenen wirkenden Texturen. Trotzdem ist das gebotene Kriegs-Ambiente hervorragend dargestellt und lässt sich sehr gut ansehen - wenn man denn die Zeit dazu hat. Der Soundtrack wird nur während der Menüs eingespielt und ist eher unauffällig. Dafür sind die Soundeffekte umso gelungener und lassen es so richtig krachen. Die Waffengeräusche klingen realistisch und jedes Kriegsgerät hat seinen eigenen Klang.

Pros:
+ gelungene Einzelspielerkampagne + innovatives "Hotswap"-Feature + sehr gutes Gameplay + motivierendes Auszecihnungssystem

Cons:
- leicht verwaschene Texturen - Steuerung (Konsolen-bedingt) gewöhnungsbedürftigNebentätigkeiten: Erlaubt!
Neben den Missionen der Kampagne kann der Spieler aber auch einige Nebenaufträge erledigen. Diese bestehen in der Regel aus kurzen Einsätzen, die sich eine bestimmte Funktion des Spiels in den Fokus des Spielgeschehens rücken. So wird etwa die Schusspräzision mit dem Sturmgewehr getestet - bei begrenzter Munition. Auch die Hotswap-Funktion wird bei verschiedenen Aufgaben zum Blitzschnellen überwinden eingesetzt, dann muss wieder ein Humvee möglichst schnell an verschiedene Ziele gesteuert werden. Später werden unterschiedliche Funktionsbereiche auch miteinander kombiniert und damit die Aufgabenstellungen auch anspruchsvoller. Die Aufgaben bilden eine gelungene Abwechslung und Ergänzung der Kampagne und motivieren dazu, immer besser zu werden und das eigene Ergebnis zu übertreffen. Wie die Missionen auch lassen sie sich nämlich beliebig oft wiederholen. Der Multiplayer-Modus bietet im Vergleich zur PC-Version eine eher eingeschränkte Auswahl, kann aber mit dem Eroberungsmodus und "Catch-The-Flag" zwei der wichtigsten Gameplayelemente vorweisen. Im Unterschied zum PC gibt es aber z. B. keinen "Commander", sodass jeder Spieler Artillerieschläge anordnen kann - wenn er sich Zugang zum Befehlscomputer beschafft, der nur an einer bestimmten Position auf der Map zu finden ist.

Visuell bietet Battlefield 2: Modern Combat eine anspruchsvolle Umgebung, mit vielen Details aber teilweise auch etwas verschwaschenen wirkenden Texturen. Trotzdem ist das gebotene Kriegs-Ambiente hervorragend dargestellt und lässt sich sehr gut ansehen - wenn man denn die Zeit dazu hat. Der Soundtrack wird nur während der Menüs eingespielt und ist eher unauffällig. Dafür sind die Soundeffekte umso gelungener und lassen es so richtig krachen. Die Waffengeräusche klingen realistisch und jedes Kriegsgerät hat seinen eigenen Klang.

Pros:
+ gelungene Einzelspielerkampagne + innovatives "Hotswap"-Feature + sehr gutes Gameplay + motivierendes Auszecihnungssystem

Cons:
- leicht verwaschene Texturen - Steuerung (Konsolen-bedingt) gewöhnungsbedürftig