Battlefield 2: Euro Force (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Electronic Arts (EA) hat eine neue Erweiterung des beliebten Multiplayershooters Battlefield 2 veröffentlicht. Dabei handelt es sich aber nur um ein Mini-Addon mit dem Titel "Euro Force", folglich verpasste das Unternehmen ihm das Abzeichen "Booster Pack".

Mit dem Booster Pack will das Unternehmen offensichtlich einen neuen Vertriebs-Weg beschreiten und die Kosten auf die Kunden abwälzen. Obwohl es sich eigentlich nur um ein kleines Content-Update handelt, sollen die Spieler dafür ihre Geldbörse öffnen. Dabei beginnt das Abenteuer "Euro Force" eher als eine neue Folge von "Pleiten, Pech und Pannen", die einem das Spielvergnügen schon im Vorfeld gehörig vergällen kann. Um an die neuen Inhalte zu gelangen, stehen dem Spieler zwei Wege frei: Entweder überweist er das Geld online und lädt sich dann die Spieldateien herunter oder er kauft sich im Laden eine leere Spielebox, die lediglich einen Code enthält. Damit kann sich der Spieler - richtig - die neuen Inhalte herunterladen. Verstehe das, wer will. Warum ist es nicht möglich, der Spielebox eine CD beizulegen, auf der das etwa 370 MB große Paket enthalten ist? Wer kein DSL besitzt, guckt dabei ziemlich in dir Röhre.

Doch da endet das vertriebstechnische Desaster noch lange nicht.

Battlefield 2: Euro Force - Einsatz unter erschwerten Bedingungen: Lohnt sich das Booster Pack für Dich?

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Wer sich die Daten herunterladen möchte, wird gezwungen das EA-eigene Download-Tool zu verwenden, ein Gamespy-Account wird für das Spielen von Battlefield 2 ohnehin vorausgesetzt, womit die Bevormundung des Spielers aber noch lange nicht endet. Sollte der EA-Downloader ohne Verbindungsprobleme funktionieren (was er nicht immer tut) und alle Daten auch mit ziemlich mickriger Geschwindigkeit anliefern, geht die Odyssee weiter.

Im Gewusel und Chaos der vielen Accounts, die man bei EA (fürs Downloaden) und Gamespy (fürs Spielen) anlegen muss, darf kein Fehler passieren.

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Sollte das doch der Fall sein, sind die Inhalte zwar auf dem Rechner, aber spielen kann man damit trotzdem noch lange nicht. Denn im Spiel muss genau der Nick-Name benutzt werden, der bei EA und Gamespy registriert ist, obwohl die Kennung bei EA anders sein kann, als der eigentlich registrierte Name. Versteht ihr nicht? Euer Problem. Denn in der Verpackung befindet sich lediglich ein dünn bedrucktes Blättchen, in dem von solchen Problemen keine natürlich Rede ist.

Angenommen, bis hierhin ist trotzdem alles normal verlaufen, stellt sich dem Spielvergnügen aber immer noch ein kleines, aber feines, ABER in den Weg.Die Erweiterungs-Häppchen lassen sich nur spielen, wenn dabei gleichzeitig auch der EA-Downloader im Hintergrund läuft. Das ähnelt dem Steam-System, Half-Life 2 ist ohne permanente Online-Verbindung ebenfalls nicht spielbar. EA hat sich da scheinbar etwas abgeguckt. Dummerweise ist davon nirgendwo die Rede. Wem der Zufall oder Fan-Boards nicht auf die Sprünge helfen, der wird Inhalte gekauft haben, die er nicht nutzen kann. Diese Kunden-Gängelung stößt bitter auf, rechtfertigen dafür wenigstens die Inhalte den Kauf?

Das Boosterpack bietet, wie der Titel "Euro Force" schon vermuten lässt, einige frische Einheiten. Erstmals stehen somit neben den Amis, den Chinesen und den Soldaten des Nahen Ostens auch europäische Truppen zum Einsatz bereit, mit denen auch sieben spezielle Waffen Einzug ins Spiel finden.

Am besten gefallen hat mir dabei die Famas, aufgrund ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeit und Effektivität.Daneben werden drei neue Karten integriert, auf denen sich vier neue Fahrzeuge, zwei Panzer (Leopard und Challenger) und zwei Flugeinheiten (Eurofighter und Eurocopter) steuern lassen. Die drei neuen Maps machen einen guten bis sehr guten Eindruck und lassen für alle Spielvariationen genug Raum. Während die eine ("Taraba Quarry") aufgrund ihrer Größe beispielsweise sehr schöne Panzerschlachten zulässt, dominieren bei Schlachten an der "Großen Mauer" in China eher die Infanteristen, was zu spannenden Gefechten führt. Die dritte ("Operation Smoke Screen") steigert mit vernebelten Gebieten den taktischen Gehalt und macht ebenfalls richtig Spaß.

Die Panzer wie der Leopard sind schlagkräftig, aber wie bei einigen der neuen Einheiten auch, lässt die Gestaltung teilweise zu wünschen übrig und die Textur-Skins wirken nicht ordentlich modelliert. Es entsteht hier leider der Eindruck, dass alles mit der heißen Nadel gestrickt wurde und nicht genug Zeit zur Verfügung stand, Details zu optimieren.

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Dafür sind aber die Waffenskins gelungen und auch die Sounds sind in Ordnung, auch wenn sie teilweise ein wenig blechern klingen, was im Eifer des Gefechts aber noch am ehesten zu verschmerzen ist. Der neue Eurofighter sieht zwar von außen nett aus, aber auch hier ist die

Darstellung der Armaturen des Cockpits nicht wirklich überzeugend. Richtig kritikwürdig ist vor allem das Flugverhalten: Viel zu träge schleppt sich der Kampfjet durch die Luft und reagiert eher wie ein schwerfälliger 747-Jumbo denn wie eine hochgezüchtete Militärmaschine.