Battlefield 2 Review (PC-Test)
von Nedzad Hurabasic

Als vor knapp drei Jahren »Battlefield 1942« veröffentlicht wurde, konnte noch keiner ahnen, welche Auswirkungen dies auf die Szene der Multiplayergamer haben würde. Heute lässt sich sagen, dass es das wohl beliebteste Spiel nach

Counter Strike ist und sich einer sehr großen Anhängerschaft erfreuen darf. Nach bisher drei Millionen verkauften Exemplaren und dem darauf folgenden »Battlefield Vietnam« folgt nun mit »Battlefield 2« (BF 2) der Nachfolger und verfrachtet den Konflikt storytechnisch in die Gegenwart.

Battlefield 2 - Gameplay Trailer 311 weitere Videos

Was das zweite Sequel (und somit eigentlich Battlefield 3) an Neuerungen mitbringt und ob eines der meisterwarteten Spiele des Jahres den Erwartungen gerecht werden kann, sagen wir euch in diesem Review.

Entwickler Digital Illusions hat mit dem zweiten Teil des Schlachtfelds das Spielprinzip nicht komplett umgeworfen, das war aber auch nicht zu erwarten und auch nicht vonnöten. Im Gegensatz zum Originalspiel ist die Story diesmal in einer nicht allzu fernen Zukunft angesiedelt, was zur Folge hat, dass die Gamer sich mit Waffen der Gegenwart bekämpfen dürfen. Im Mittelpunkt steht ein Konflikt zwischen den USA, China und einer Koalition des Nahen Ostens (MEC). Der Grund für die kriegerische Auseinandersetzung ist aufgrund mangelnder Informationslage unbekannt. Mehr ist aber auch nicht nötig, um als Grundlage für ein Actionspiel zu dienen, dessen Fokus einzig allein auf Multiplayerschlachten ausgerichtet ist. Ein sehr schönes Intro-Movie führt zu Beginn des Spiels in die rudimentäre Rahmenhandlung

ein und anschließend kann es auch schon losgehen.

Technische Hürden
Theoretisch zumindest, denn Hersteller und Publisher Electronic Arts haben einige nicht unerhebliche Hürden vor den Spaß gesetzt. Zunächst einmal gilt es das Kleingedruckte zu lesen, wo ausdrücklich das Vorhandensein einer Grafikkarte mit 1.4 Pixelshader verlangt wird.

Dummerweise werden damit viele potenzielle Spieler ausgeschlossen, da eine noch immer weit verbreitete, wenn auch langsam veraltete, Grafikkarte wie die GeForce 4200 Ti nur 1.3 Pixelshader unterstützt. Unverständlich, warum es dafür keine Lösung gibt. Das nächste Handicap betrifft das Betriebssystem: Lediglich Windows XP wird von Herstellerseite unterstützt, bei Windows 2000 kann nicht garantiert werden, dass das Spiel funktioniert, da Microsoft den Support dafür einstellt. Zwar berichten vereinzelte Spieler in diversen Internetforen, dass es ihnen gelang das Spiel auch unter Win2K zum

Battlefield 2 - Kanonenfutter? Mitnichten!

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Laufen zu bewegen. Für Käufer kommt dies aber unnötigerweise einem Vabanquespiel gleich.

Sofern diese beiden Faktoren den Kunden nicht vom Spielen abhalten, kommt er noch in den zweifelhaften Genuss einige Werbeeinblendungen, z. B. Logos der Hersteller, über sich ergehen lassen zu müssen, da sich diese nicht überspringen oder wegklicken lassen. Als negativer Höhepunkt muss aber leider der Zugang zu den Online-Features des Spiels bezeichnet werden. Zwingend erforderlich ist dafür ein Account bei Gamespy, womit man praktisch genötigt wird sich dort anzumelden, wenn man Battlefield 2 im Multiplayermodus spielen möchte. Eine alternative Möglichkeit mit anderen im Internet zu spielen gibt es nicht. Auch wenn dies wohl darauf zurückzuführen ist, dass der dort verwaltete Account dutzende Spieldaten über die soldatische Karriere vorhält und somit für Ranglisten auswertbar und weltweit vergleichbar macht, hätte eine zusätzliche Möglichkeit Online zu spielen nicht geschadet.

Packshot zu Battlefield 2Battlefield 2Erschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Auf in die Schlacht!
Nach dem Überspringen der technischen Hürden geht es aber direkt aufs Schlachtfeld. Bis zu 64 Spieler können gleichzeitig gegeneinander auf zehn verschiedenen Maps in je drei Größen (klein, mittel, groß) antreten.

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Bei Battlefield 1942 herrschte meist Anarchie, chaotisches Gemetzel beherrschte das Schlachtfeld. Damit nun Ordnung ins Tohuwabohu kommt, haben sich die Entwickler den so genannten "Commander-Modus" einfallen lassen.

Mit seiner Hilfe sollen die Auseinandersetzungen eine taktische Note bekommen. Ziel ist es, eine Befehlskette aufzubauen, an deren Spitze auf jeder der beiden Seiten ein Commander steht, der die Aktionen seines Teams koordiniert. Um bei der großen Anzahl an Spielern den Überblick zu behalten und dem "Chef" die Aufgabe zu erleichtern, lassen sich zudem "Squads" bilden, die ebenfalls einen Leader haben und ihre Mini-Teams anführen.Solange der Squad-Anführer am Leben ist, dient er übrigens auch als Respawn-Punkt und vergrößert damit die taktischen Möglichkeiten.

Der Commander kann zwar auch selbst zur Waffe greifen, allerdings ist dies im Eifer des Gefechts nicht seine wichtigste Aufgabe, da ihn seine Position mit einigen zusätzlichen Funktionen ausstattet: Dem General steht eine Zusatzansicht zur Verfügung, auf der er das Schlachtfeld scannen kann und so einen Überblick über feindliche Truppenbewegungen erhält. Auf Grundlage dieser Daten kann er nun seine Squads zum Einsatz schicken, Artillerie-Bombardement befehlen, Nachschublieferungen veranlassen oder auch Drohnen losschicken, die bestimmte Gebiete auskundschaften und Detailinformationen liefern.

Die Befehle lassen sich in BF 2 allerdings nicht nur umständlich per Tastatur weitergeben, sondern auch per integriertem Voice-Over-IP (VoIP) direkt und zeitsparend aussprechen. Damit der Commander nicht den Überblick verliert, können Squads nuruntereinander kommunizieren und nur die Leader sind in der Lage, auf einem zweiten Kanal mit dem Befehlshaber Rücksprache zu halten. Ist die Mehrheit der Spieler der Meinung, dass der Kommandierende seinen Job nicht gut gemacht, kann gemeutert werden und dieser abgesetzt werden, sodass ein anderer sein Glück versuchen darf.

Sanitäter!
Die Spieler sind aber (leider) nicht gezwungen, sich an Anweisungen zu halten oder Teams anzuschließen. Wer will, kann auch den einsamen Wolf mimen und sich alleine durch die Maps kämpfen. Das ist aber natürlich der Spielatmosphäre abträglich, da Einzelspieler in aller Regel kaum etwas ausrichten können.

Das liegt auch daran, dass keine der sieben jeweils zur Verfügung stehenden Klassen den anderen deutlich überlegen ist. Ob Special Forces, Sturmsoldat oder Scharfschütze - alle haben ihre Stärken und Schwächen. Gerade die Sniper, in vielen ähnlichen Spielen oft

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die Lieblingsklasse der Einzelkämpfer, sind nicht so stark wie befürchtet: Oft benötigen die Schützen zwei bis drei Treffer, bis der Gegner ausgeschaltet ist. Abgesehen von den gut ausbalancierten Soldatentypen gibt es auch an die 30 unterschiedliche Kriegsgeräte in über 20 Varianten, mit denen man in den Kampf ziehen kann. Vom schwergepanzerten Tank und motorisierten Fahrzeugen, über Hubschrauber und Kampfjets sowie Hovercrafts stehen verschiedene Variationen für jede Fraktion bereit. Die Steuerung der Gefährte ist zwar prinzipiell arkadeartig und leicht zu beherrschen, vor allem die Fluggeräte bedürfen aber größerer Übungseinheiten. Einer der großen Pluspunkte von BF 2 ist die flexible Auswahl von Klassen und Einheiten. Per Tastendruck lassen sich Panzer oder Flieger besteigen und genauso schnell wieder verlassen. Im Auswahlmenü kann man zudem nach einem Abschuss fix vom Sturmsoldaten auf einen Pionier umsatteln, um eine zerstörte Brücke zu reparieren.

Aufgrund der guten Klassenbalance und des fairen Punktesystems haben glücklicherweise auch typische Supportklassen wie der Sanitäter ihre Daseinsberechtigung und sind auf dem Schlachtfeld nahezu unverzichtbar. Das Spiel selbst kommt mit nur einem Gameplay-Mode aus: Eroberung! Dabei gilt es in bewährter Manier Kontrollpunkte zu erobern und die dortigen Flaggen, die auch als Spawnpunkte dienen, solange zu verteidigen, bis die gesamte Map beherrscht wird oder alle Tickets des Feindes auf null zu reduzieren.

Tritt dieser Fall ein, ist es ihm nicht mehr möglich ins Match zurückzukehren und verliert die Schlacht. Einen Feind auszuschalten ist aber vor allem für Infanterieeinheiten nicht immer einfach, die Zielerfassung ist teilweise ziemlich unpräzise und Treffer werden dadurch zur Glückssache. Sich einem Team anzuschließen ist schon deshalb ratsam und erhöht nicht nur die Effektivität beträchtlich, sondern macht einfach mordsmäßig Spaß. Wenn alle Teammitglieder beispielsweise zusammen in einem Black Hawk zum Einsatz fliegen, dort nach einem hastig gerufenen "Go, Go, Go" des Squad-Leaders die feindliche Stellung stürmen und siegreich mit dem Hubschrauber zum nächsten Brennpunkt fliegen, dann möchte man ein gut funktionierendes Team nicht mehr missen.

Unverständlich bleibt jedoch, warum es nicht möglich ist, eine Buddy-List zu führen. Wer möchte nicht regelmäßig mit gut spielenden Squad-Kameraden zusammen zocken? Ein solches Feature wäre dafür aber absolut notwendig. Der Singleplayer-Modus dient übrigens als perfektes Ausbildungslager für Rekruten, die sich mit dem Spielsystem vertraut machen möchten. In aller Ruhe können hier im Kampf 16 vs 16 gegen ziemlich intelligente Bots die zehn Maps erkundet werden, Fahrzeuge und Klassen ausprobiert werden und die Commander-Funktionen getestet werden, bevor es auf den Internet-Servern zur Sache geht. Wer sich beim Multiplayerspiel nicht blamieren will, sollte den Einzelspielermodus als Trainingscamp nutzen.

Keine Kollateral-Schäden
Grafisch ist das Actionspiel auf der Höhe der Zeit, auch wenn es nicht ganz an Spitzenspiele heranreicht.Dazu ist die Landschaft ein wenig zu lieblos entworfen, bei einem Spiel dieser Art ist das aber sicherlich zu verschmerzen. Die Animation und Darstellung von Soldaten und Einheiten ist aber absolut gelungen und trägt somit zum Spielerlebnis bei. Lediglich das etwas "grob geschnittene" Grasland wirkt unnatürlich.

Schade nur, dass die Umgebung nicht zerstört werden kann. Gerade wenn um einen herum eigentlich alles in Schutt und Asche gelegt wird, weil die Artillerie alles zerlegt, müssten auch Schäden an den Gebäuden zu sehen sein. Musikalisch gibt es bei BF2 nur sehr wenig zu hören, abgesehen von einigen Ambient Sounds in den Auswahlmenüs gibt es keinen Soundtrack.

Dafür sind die Soundeffekte von Waffen und Kriegsgeräten hervorragend gelungen: ein vorbeifahrender Panzer kann allein an seinem Fahrgeräusch präzise geortet werden, anfliegende Hubschrauber oder Jets lassen sich deutlich

erkennen und Explosionen der Artillerie zerstören krachend den Siegeswillen des Gegners. Klasse. Auch die Sprachausgabe passt sich den verschiedenen Fraktionen an, Chinesen brüllen eben z. B. nicht auf Englisch nach dem Sanitäter. Genau so sollte es sein.

An einigen Punkten hätten die Entwickler aber trotz des gelungenen Gameplays noch arbeiten können. Zum einen ist da das doch arg knapp verfasste Handbuch, das nur die wichtigsten Punkte erklärt. Vieles muss daher selbstständig herausgefunden werden, dazu zählt auch das Interpretieren von verschiedenen Informationen der unterschiedlichen HUDs und Maps.

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Auch die Menüführung ist verbesserungswürdig, vor allem die Serverauswahl reagiert sehr träge und ist teilweise auch buggy. Hier hat sich im Vergleich zu Battlefield 1942 leider nicht viel zum Besseren verändert. Zudem strapazieren die langen Ladezeiten manchmal die Geduld des Spielers, wobei das aber auch am Rechner des Autors gelegen haben könnte, der die Mindestanforderungen nur knapp übertrifft.Dazu ist die Landschaft ein wenig zu lieblos entworfen, bei einem Spiel dieser Art ist das aber sicherlich zu verschmerzen. Die Animation und Darstellung von Soldaten und Einheiten ist aber absolut gelungen und trägt somit zum Spielerlebnis bei. Lediglich das etwas "grob geschnittene" Grasland wirkt unnatürlich.

Schade nur, dass die Umgebung nicht zerstört werden kann. Gerade wenn um einen herum eigentlich alles in Schutt und Asche gelegt wird, weil die Artillerie alles zerlegt, müssten auch Schäden an den Gebäuden zu sehen sein. Musikalisch gibt es bei BF2 nur sehr wenig zu hören, abgesehen von einigen Ambient Sounds in den Auswahlmenüs gibt es keinen Soundtrack.

Dafür sind die Soundeffekte von Waffen und Kriegsgeräten hervorragend gelungen: ein vorbeifahrender Panzer kann allein an seinem Fahrgeräusch präzise geortet werden, anfliegende Hubschrauber oder Jets lassen sich deutlicherkennen und Explosionen der Artillerie zerstören krachend den Siegeswillen des Gegners. Klasse. Auch die Sprachausgabe passt sich den verschiedenen Fraktionen an, Chinesen brüllen eben z. B. nicht auf Englisch nach dem Sanitäter. Genau so sollte es sein.

An einigen Punkten hätten die Entwickler aber trotz des gelungenen Gameplays noch arbeiten können. Zum einen ist da das doch arg knapp verfasste Handbuch, das nur die wichtigsten Punkte erklärt. Vieles muss daher selbstständig herausgefunden werden, dazu zählt auch das Interpretieren von verschiedenen Informationen der unterschiedlichen HUDs und Maps.

Auch die Menüführung ist verbesserungswürdig, vor allem die Serverauswahl reagiert sehr träge und ist teilweise auch buggy. Hier hat sich im Vergleich zu Battlefield 1942 leider nicht viel zum Besseren verändert. Zudem strapazieren die langen Ladezeiten manchmal die Geduld des Spielers, wobei das aber auch am Rechner des Autors gelegen haben könnte, der die Mindestanforderungen nur knapp übertrifft.Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ sehr gutes Gameplay + neues Commander-System + klasse Sound- und Grafik

Contra:
- Zwangsanmeldung bei Gamespy - technische Hürden - träge MenüsPro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ sehr gutes Gameplay + neues Commander-System + klasse Sound- und Grafik

Contra:
- Zwangsanmeldung bei Gamespy - technische Hürden - träge Menüs