Besser hätte die Weltpremiere von Battlefield 1 für mich als Shooter-Fan kaum laufen können: Nachdem vor ein paar Tagen das Zukunftsszenario des neuen Call of Duty: Infinite Warfare bestätigt wurde, geht es bei Battlefield jetzt genau in die andere Richtung - den Ersten Weltkrieg. Zukünftig - besser gesagt, ab Herbst, habe ich also bei den großen beiden Baller-Marken die Qual der Wahl: ab in den Weltraum oder zurück in die Vergangenheit. Cool! Was es sonst noch Neues gibt aus dem Hause Dice? Lasst uns gemeinsam einen Blick werfen.

Eines vorweg: Ich höre sie ehrlich gesagt schon zetern und mordioren: der Erste Weltkrieg - spielbar? Das erste groß angelegte industrielle Morden auf den Schlachtfeldern Europas, Waffensysteme von zuvor ungekannter Vernichtungskraft wurden erstmals eingesetzt. Ja sogar Senfgas, das Zigtausende elendig in den Schützengräben verrecken ließ. Daraus kann man doch kein Spiel machen! Echt nicht? Warum eigentlich nicht? Wir spielen Games, in denen Atombomben en masse gezündet werden, Leute überfahren, mit Flammenwerfern gegrillt oder gefoltert. Bei Aliens ist es eh wurscht, die werden zu Fantasilliarden abgemurkst, es werden ständig und überall Kopfschüsse verteilt, Leute abgestochen, aufgespießt, ihnen virtuell der Schädel gespalten, alles im Zeichen der Unterhaltung. Wenn man sich darüber aufregen will, dann bitteschön nicht an diesem einen Titel festmachen aufgrund der „historischen“ Verwicklungen.

Okay, das hatte jetzt nur am Rande mit dem neuen Battlefield zu tun, aber das musste erst mal raus. Wobei - sooo weit am Rande ist dieser Ausflug dann vielleicht doch nicht, denn natürlich geht es in Battlefield 1 darum, die kriegerischen Auseinandersetzungen der damaligen Zeit für uns Spieler greifbar zu machen. Dice entwirft ein Setting, das anhand der eingesetzten Technologien das zweite Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts klar in den Fokus stellt. Eine Zeit, in der dank industrieller Revolution die Fertigungstechniken die Herstellung von zum Beispiel Panzern und Maschinengewehren oder Jagdfliegern in hohen Stückzahlen erlaubte.

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Erst diese Entwicklungen führten schließlich zu der damals modernen Art der Kriegsführung, die Dice „im Respekt für diese Ära“, aber mit Spaß für den Spieler in eine Art Zeitmaschine verwandelt. All das wird sich selbstverständlich im Arsenal von Battlefield 1 widerspiegeln. Zum Einsatz des bislang angeblich umfangreichsten Waffenarsenals in einem Battlefield kommen zeitgenössische Schießprügel wie Karabiner, Maschinengewehre, Flammenwerfer, aber auch Bajonetts für den Nahkampf oder auch Schaufeln, mit denen man seinem Kontrahenten eins überbraten kann.

Dabei will man dem klassischen BF-Ansatz treu bleiben, dem Stein-Schere-Papier-Prinzip nach gibt es für jede Art der Bewaffnung und Ausrüstung eine Gegenmaßnahme. Gut, wenn die Artillerie erst mal losfeuert, ist es für einen Teil der 64 Spieler auf dem Schlachtfeld sicher schwierig, sich zu wehren. Wer aber gerade in einem Doppeldecker sitzt, kann den schweren Geschützen ja ein paar Bömbchen aufs Haupt werfen. Wer im Luftkampf nicht ganz so geschickt ist wie ein Richthofen, kann sogar auf Arbeitsteilung setzen: Zweisitzer bieten einem Piloten und einem Schützen Platz.

Battlefield 1 - Der Erste Weltkrieg? Her damit!

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Ein waschechtes Battlefield - nur eben im Ersten Weltkrieg - klingt schwierig, aber cool!
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Ähnliche Rollenaufteilungen wird es auch in anderen Fahrzeugen geben; Panzern etwa, wo man dedizierte Vehikel-Klassen (zum Beispiel Panzer-Offizier) einführt. Apropos Tanks: Die müssen nicht unbedingt auf sich allein gestellt ins Gefecht rollen - in Battlefield wird es berittene Kavallerie geben! Die kann sich mit Gebrüll auf die Feinde stürzen. Aber, ob sie dabei so gut aussieht wie Indiana Jones? Das wollten die Entwickler im Interview nicht ausplappern - es hieß lediglich, auch als Reiter sei man auf seine Weise konkurrenzfähig. Ehrlich gesagt bezweifle ich das noch ein bisschen, aber ich lasse mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen!

Zu Lande, inder Luft... und zu Wasser

Schiffe, ja sogar fette Schlachtschiffe, werden auch ins Gefecht geschickt. Ihre „gigantischen Kanonen“ (Dice) können ganze Küstenstriche in Schach halten - ich bin gespannt, wie man gegen sie vorgehen wird. Vielleicht sind ja die in Bildern angedeuteten Kampf-Zeppeline ein gutes Mittel dagegen? Andererseits könnten sie zu träge für diese Aufgabe sein. Auch hier: Nichts Genaues weiß man nicht. Die Schlachtfelder sollen übrigens den ganzen Globus abdecken, konkret benennt Dice französische Städte, italienische Alpenbunker oder auch die gleißende Hitze der Wüsten Arabiens. Darunter bekannte, aber auch unbekannte Orte - vielleicht lernt man als Hobbyhistoriker ja noch ein bisschen dazu.

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Auch die klassische, tatsächlich berittene Kavallerie ist dabei - wie die Pferdchen vom Balancing her hinhauen, ist noch unklar.
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Wo ich oben doch schon die Vehikel-Klassen erwähnt habe: So ganz klar ist nicht, wie sie sich in die reguläre Klassen-Aufteilung einfügen - vermutlich handelt es sich dabei um temporäre Einstufungen, mit denen man weitere Spezialisierungen für die laufenden Partien erhält. Bei den Basis-Klassen gibt es aber soweit keine Experimente - wieder gibt es vier Charaktere: Assault, Medic, Support (schwere Geschütze) und Scout (Sniper). Dice sagt, dass alle Klassen jetzt besser aufeinander abgestimmt werden, um das Teamplay attraktiver zu gestalten. Das Spielen von Support-Charakteren soll zudem zukünftig stärker belohnt werden, konkrete Aussagen dazu blieb man jedoch schuldig. Detaillierter wurde man da in Sachen Squads, die Dice jetzt als „persistent“ bezeichnet. Sprich: Wenn man ein Team mit Kumpels gebildet hat, wird es beim Wechseln des Servers nicht mehr auseinandergerissen.

Einen Einzelspieler-Modus wird es auch wieder geben - und auch der soll mehrere unterschiedliche Haupt-Charaktere rund um die Welt zu verschiedenen Kriegs-Schauplätzen führen. Die Entwickler versprechen, dass jetzt „mehr Battlefield in der Battlefield-Kampagne“ stecken soll. Hinter dieser etwas unglücklichen Aussage steckt das Vorhaben, die Level deutlich größer zu gestalten und mehr Mehrspieler-Mechaniken einzubauen - etwa soll man viel mehr auf Vehikel zurückgreifen können und unterschiedliche Lösungswege ausprobieren können. Während man auf dem Globus Krieg spielt, soll die Handlung die Veränderungen auf der Welt widerspiegeln. Allerdings ist nicht ganz klar, was Dice damit meint. Hier bleiben sie insgesamt sehr vage. Im Interview lässt sich Dice nur die Info aus der Nase ziehen, dass man zwar auf historischem Grund operiert, aber jederzeit mit Respekt vor den damaligen Geschehnissen.

Erster Weltkrieg? Da bin ich dabei! Ich freue mich, dass Dice diesen Weg eingeschlagen hatAusblick lesen

Und sonst so? Ja klar, es knallt prächtig und optisch ist das schon ein ziemlicher Hingucker. Aber ehrlich: Es ist ein erstes, womöglich aufgepepptes und dazu arg hektisch geschnittenes Video, das kaum seriöse Rückschlüsse zulässt. Die Rauch-, Gas- oder Feuereffekte wirken sehr bedrohlich und authentisch, auch die Staubverwehungen der kurzen Wüsten-Sequenzen sind toll anzuschauen. Wichtiger ist mir persönlich aber ein hoher Grad an Zerstörungsmöglichkeiten - und den hat Dice im Interview bestätigt.