Der Weltkrieg kommt nach Köln! Und mit ihm die Wüste Sinai, klobige Panzer, stolze Pferdchen und alles, was man derzeit mit EAs nächstem großen Ding Battlefield 1 verbindet. In einer knackigen Spielsession durften wir uns selbst mit Karabiner, Maschinenpistole und Klappspaten auf den Lippizaner unserer Wahl schwingen oder wahlweise durch den Wüstensand stapfen, um uns hinterher tagelang Krümel aus den Socken zu pulen.

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„Knackig“ ist hierbei aber ganz eindeutig ein Euphemismus für „kurz“. Gerade mal ein Match durfte gezockt werden, angesichts der Tatsache, dass vorher ein Brimborium gemacht wurde, das letztendlich genau so lange dauerte wie die Playsession, ist es schwer, einen kohärenten Eindruck zu gewinnen – in der Zeit hat ja noch nicht mal die Muscle Memory wirklich eingesetzt. Da wir euch bislang noch nicht mit einer Vorschau beglücken durften (Kollege Gregor hatte nach seinem letzten Erlebnis eine Kolumne darüber schrieben, wie ihn der Schrecken des Krieges selbst vor dem Bildschirm ereilt), wollen wir euch aber dennoch erzählen, was wir bei unserem Speed-Date mit Battlefield 1 erlebt haben.

Gegeben wurde ein Spielmodus namens „Rush“, was insofern recht ulkig ist, als dass in diesem einen Wort bereits eines der Geheimnisse von Battlefield 1 schlummert. Es ist eben nicht wirklich der Erste Weltkrieg, in dem Mobilität eines der Hauptprobleme war und in dem das Wort „Rush“, gesprochen vom eigenen Offizier, häufig ein Todesurteil war. In Battlefield 1 ist es, zumindest im gespielten Modus, der Lebensweg. Eine Seite muss eine Reihe von Funksendern auf der Karte mit Bomben sabotieren, die andere gegen genau dieses Vorhaben verteidigen. Das alles, wie erwähnt, im Sand der Wüste Sinai, mit recht weitläufigen und offenen Strecken, die für Infanterie schnell zur Todesfalle werden, doch dafür prima Schießbuden für Doppeldecker, Panzer und die bereits erwähnten Pferde abgeben.

Battlefield 1 - Eine pferdvolle Erfahrung

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Es knallt, es scheppert, es bockt - Battlefield ist wieder da.
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Solche Matches sind immer schwierig, wenn man die Karten und ihre Dynamik nicht kennt, aber durch großzügige Anleitung des HUDs fand man sich schnell zurecht. Die Verteidiger hatten den besonderen Vorteil, über die zu verteidigenden Radios Artillerieunterstützung rufen zu können, die dem gnadenlosen Ansturm der Angreifer Einhalt gebieten konnten. Ich war im Team der Verteidiger, und lasst euch sagen: Es war intensiv, schwierig und letztendlich haben wir knapp triumphiert. Natürlich hauptsächlich, weil im gegnerischen Team nur Luschen waren. Ha-ha!

Battlefield-Veteranen finden sich erstaunlich schnell zurecht. Man muss zum jetzigen Zeitpunkt niemandem mehr wirklich die Suppression- oder Squad-Systeme erklären, doch durch die eingeschränkten taktischen Möglichkeiten der altertümlichen Waffenarsenale wirkt es zumindest so, als müsse man besser denn je zusammenarbeiten. Wenn ein Support, mit blechern ratterndem Maschinengewehr, auf einen britischen Panzer trifft, bleibt nur: Fersen in die Hand nehmen oder ablenken, bis einer unserer Assaults mit dem Granatenbündel oder ein Kollege im eigenen Fahrzeug zur Hilfe eilt. Ein Stein-Schere-Papier-Prinzip… bloß mit Panzern statt Scheren.

Battlefield 1 - Waffen im Überblick

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Angesichts der allgemeinen Verwirrung bei den unerfahrenen Spielern konnten die Angreifer ihre Vorteile nicht gut genug ausspielen – ein wichtiger Faktor für unseren Sieg. Vor allem die mittlerweile mehrfach von mir angeteaserten Pferde kamen leider nicht so gut zur Geltung, wie man es sich gewünscht hätte. Doch obwohl niemand sie geschickt einzusetzen vermochte, sieht man auf Anhieb ihre potentiellen Stärken – sie sind etwas zäher, als man denken sollte, vor allem aber schnell, mobil, wendig und erlauben ihrem Reiter, eine geschickte Karabinerkugel oder den Schlag eines Krummsäbels ins Gesicht seines (in diesem Fall ottomanischen) Kontrahenten zu pflanzen. Ich kann kaum erwarten, mehr von den Kampfkameraden mit Mähne und sanften, braunen Augen zu sehen.

Battlefield 1 - Eine pferdvolle Erfahrung

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Die Pferdchen machen einen guten Eindruck, allerdings hätten wir gern mehr von ihnen gesehen.
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Ein vorher angekündigtes Feature, dessen Einsatz in unserem Match leider nicht zustande kam, waren die sogenannten Elites, für WKI-Verhältnisse Supersoldaten mit schwerer Panzerung und ebenso beeindruckenden Wummen. Mit Flammenwerfer, schwerem Infanterie-MG oder einem der frühen explosiven Anti-Tank-Rifles rücken sie jedem Aspekt der feindlichen Armee zuleibe. Und wenn alle Stricke reißen, dann gibt es auf der Sinai-Karte einen schwer gepanzerten Zug, der von Spielern unter besonderen Umständen gesteuert werden kann – inklusive seiner Maschinengewehre, schweren Kanonen und Artilleriestellungen. Gern hätte ich wenigstens eine dieser Rollen ausprobiert und mehr berichtet, doch es hat nicht sollen sein.

Dennoch ist der Eindruck durchaus positiv. Saftiges Waffengefühl, eine schöne Map-Dynamik und eine aus dem historischen Szenario abgeleitete Reduzierung aufs Wesentliche, die Battlefield 1 bislang sehr gut tut und schmaler in der Hüfte macht – die Hoffnung ist groß, dass dieser an sich sympathische Minimalismus keine ungesunden Ausmaße annimmt wie in, sagen wir, Star Wars Battlefront. Ich jedenfalls bin gespannter denn je auf das volle Spiel.