Battle of Europe (PC Review)
von Martin Schnelle

Nach »Blazing Angels« kommt nun ein ganz ähnlich geartetes Actionspiel, das sich mit dem Luftkrieg in Europa beschäftigt.

Allerdings fliegt »Battle of Europe« in deutlich geringerer spielerischer Höhe als der Konkurrent - weniger Missionen, schlechtere Grafik, mäßigeres Gameplay. Aber sehen wir uns das mal im Detail an.

Wo geht es hin?
Als Pilot auf alliierter Seite kämpft ihr in 11 Missionen gegen die Deutschen im Zweiten Weltkrieg. Anfangs haben die Missionen noch geschichtliche Relevanz - etwa bei der Luftschlacht um England oder wenn ihr bei der Flucht der englischen Truppen über den Ärmelkanal in Dünkirchen helft. Hier gleich ein Hinweis auf die Lokalisierung: Umlaute wie »ä«, »ö«, oder »ü« gibt es nicht, ärgerlich für einen deutschen Publisher. Zum zweiten heißt es im Spiel »Dunkirk« - so heißt die Stadt im englischen, im deutschen haben wir immer noch Dünkirchen. So verteidigst ihr also Radarinstallationen und versucht, deutsche Flugzeuge am Angriff auf London zu hindern. Der Rest der Missionen führt über von Deutschland besetztes Gebiet und ist größtenteils fiktiv.

Bombenangriffe, schwere Geschütze und Schlachtschiffe
An Bord einer B-17 übernehmt ihr die Bordkanonen und versucht, sich deutscher Jäger zu erwehren, die einen Angriff auf Wilhelmshaven verhindern wollen.

Battle of Europe - Der Konkurrent von Blazing Angels! Wir verraten euch, ob sich das luftige Spielchen lohnt!

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Hier fliegt ihr das Flugzeug mal nicht selber, sondern schlüpft in die Rolle des Schützen. Es wird dann immer abstruser: Ihr sollt eine Me-262 stehlen und erfolgreich hinter die eigenen Linien bringen. Dann greift ihr im Tiefflug 1943 in Norwegen V2-Stellungen an - weder waren dort welche, noch gab es 1943 mehr als Versuchsraketen dieses Typs. Die Designer erfinden dann die Riesenkanone »Dora«, die vernichtet werden soll, bevor ihr abermals nach Norwegen kommt und dort die »Tirpitz« angreift, ein deutsches Schlachtschiff. Das wurde zwar in der Tat von Flugzeugen versenkt, aber nicht ganz so wie hier beschrieben. Zu guter Letzt greift ihr noch in den Kampf um Berlin ein und sollt den Führerbunker zerstören.

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Wobei hier in der Realität eher die Sowjets denn Amerikaner oder Engländer beteiligt waren. Als »Bonusmission« kapert ihr dann einen Prototyp des »Amerikabombers«, einen düsengetriebenen Arado-Nurflügler.
Damit jagt ihr den Rest der deutschen Flotte, die sich auf der Flucht befindet. Fragt sich nur, wo die eigentlich hin wollten.

Wir wollen uns aber mal von den geschichtlichen Ungereimtheiten nicht stören lassen und schauen uns die Flugzeuge mal genauer an, mit denen ihr aufsteigt.

Mannigfaltiges Fluggerät I n den ersten Missionen habt ihr die Wahl zwischen den britischen Standardjägern Hawker »Hurricane« und der Supermarine »Spitfire« - sowie der sich damals noch nicht im Dienst befindlichen Hawker «Typhoon«. Beim Angriff auf Wilhelmshaven steckt ihr dann in einer B-17, bei der Entführung der Me-262 natürlich in selbiger. Die »Tirpitz« attackiert ihr mit der Avro »Lancaster«, der deHavilland »Mosquito« oder der Bristol »Beaufighter«. Über Berlin steuert ihr eine »Airacobra«, die Gloster »Meteor« oder die Northrop P-61 »Black Widow«, in der letzten Mission dann besagte Arado E.555-1. Die Jäger unterscheiden sich kaum durch ihre Flugeigenschaften, die größeren Bomber fliegen natürlich weitaus träger. Ausgerüstet sind die Maschinen je nach Einsatz mit MGs, Bomben, ungelenkten Raketen und Torpedos. Eine echte Zielhilfe wie bei »Blazing Angels« gibt es für Bomben und Torpedos nicht, dafür richten sich MGs in einem gewissem Toleranzbereich automatisch auf den Gegner aus, der am ehesten in der Zielerfassung ist.Die Munition ist natürlich überaus großzügig bemessen, aber wir dürfen natürlich nicht vergessen, dass es sich hier um ein Actionspiel handelt. Die Maschinen lassen sich interessanterweise besser in Kurven ziehen, je mehr Gas ihr gebt. Es stehen mehrere Kameraperspektiven zur Verfügung, wirklich spielbar ist jedoch nur die Standardeinstellung. Hier seht ihr euer Flugzeug von hinten, alle Statusanzeigen werden eingeblendet. Trefft ihr Gegner spektakulär, hinterlassen diese oft Boni in der Luft, die das eigene Flugzeug verbessern, etwa in Bewaffnung, Geschwindigkeit oder Panzerung.

Mittelmäßig heimeliges Ambiente
Grafisch macht »Battle of Europe« nicht allzu viel her. Die Modelle haben relativ wenige Polygone, die Landschaft nicht allzu viele Details, die Texturen reißen auch nichts heraus. Trotzdem zeigte sich unsere Reviewbeta zumindest in der Mission mit dem Riesengeschütz recht zickig, was die Framerate angeht.

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Das ist aber ein Einzelfall, der Rest läuft flüssig. Musikmäßig erwartet den Piloten genre-typisch schmissige Musik, die aber, wie auch die englische Sprachausgabe (deutsch untertitelt), mit nicht allzu hoher Frequenz digitalisiert wurde. Das Ergebnis dringt deshalb etwas dumpf aus euren Boxen. Glücklicherweise gilt das nicht für die Soundeffekte, wirklich Aufregendes hat »Battle of Europe« aber auch in dieser Hinsicht nicht zu bieten.

Flexible Optionen Viel Abwechslung in den Missionen gibt es zwar nicht, dafür lässt sich der Schwierigkeitsgrad stark variieren.

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Neben den klassischen Grundeinstellungen »Leicht/mittel/schwer« könnt ihr die Reichweite des Radars einstellen - und werdet so schneller über den nächsten Gegner informiert. Das automatische Zielen lässt sich auch regulieren, ebenso die Anzeige der Flugzeigbezeichnungen in der Luft.

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Neben den klassischen Grundeinstellungen »Leicht/mittel/schwer« könnt ihr die Reichweite des Radars einstellen - und werdet so schneller über den nächsten Gegner informiert. Das automatische Zielen lässt sich auch regulieren, ebenso die Anzeige der Flugzeigbezeichnungen in der Luft.