Battle Mages (PC-Test)
(von David Skreiner)

Ein Echtzeit-Strategiespiel mit RPG-Elementen und vielen Quests, angesiedelt in einer klassischen Fantasy-Mittelalter-Welt und in 3D: Das Debut des jungen russischen Entwicklerteams Targem ist ein überraschend gelungener Genre-Mix:

Als Kampfmagier führt der Spieler seine Armeen in die Schlacht gegen das Böse.

Gute Magie, böse Magie, magische Steine

In der Fantasy-Welt von Battle Mages leben Menschen und Elfen friedlich nebeneinander.

Schon vor Jahrhunderten haben sich die Zwerge in ihre unterirdischen Stollen zurückgezogen. Magische Kristalle beschützen diese Welt vor dem Chaos: Nur innerhalb ihrer schützenden Aura ist das Überleben möglich. Außerhalb der Aura gibt es kein Licht, keine Magie, nur den sicheren Tod.

Vor kurzem verriet ein mächtiger Magier das friedvolle Reich: Er erschlich sich das Vertrauen der Königin, führte ihr Land einem verhexten Amulett in s Verderben, ließ die Elfenkönigin ermorden und klaute den Kristall. Bald fielen die Horden der Untoten und andere feindselige Kreaturen über das Land her ... Als frisch promovierter Kriegsmagier macht sich der Spieler auf, um mit seiner Armee nach einem mächtigen Zwergenartefakt zu suchen - dem Schlüssel zur Rettung der Welt vor dem Chaos.

Elite-Magier an die linke Flanke, die schwachen Bogenschützen hinter den Paladinen versteckt ... Angriff!
Soeben hat der Held die Akademie

Battle Mages: Sign of Darkness - Nachschub für alle Strategie- und Rollenspielfans! Der Überraschungshit im Test!

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der Battle Mages (Kriegsmagier) absolviert , die Abschlussprüfung bildet den Einstieg ins Spiel. Auf der Suche nach dem Artefakt führt der Spieler Armeetruppen in die Schlacht und greift zwischendurch mit Zaubersprüchen aus einer der drei angebotenen Magieschulen ein.

Chaos-Magier rücken Gegnern mit Feuermagie zu Leibe, Naturmagier können Verbündete heilen und Feinde vergiften, Energiemagier verstärken gern die Angriffe ihrer Einheiten. Meister-Strategen können auch den General spielen, dann können sie kaum Magie verwenden, erhalten aber überzeugende Boni und Spezialfertigkeiten für ihre Truppen. Mit "Erfahrung teilen" etwa erhält jede
Truppe für einen Kill nur 60% der Erfahrungspunkte, jede andere Einheit des Spielers aber 20%, ab vier Einheiten lohnt sich das richtig! Die verschiedenen Hauptfiguren unterscheiden sich nicht nur recht deutlich in Magie und Eigenschaften, sondern erhalten im Verlauf der 16 recht umfangreichen Abenteuer auch jeweils charakterspezifische Quests. Bald zieht man mit seiner Armee los, und landet in einem riesigen, lebendig wirkenden Reich: Monsterbanden, Stadtwachen und Patrouillen der Orks streifen umher, treffen zwei verfeindete Gruppen aufeinander, gibt's auch ohne Zutun des Spielers mächtig Haue. Immer wieder trifft man auf kleine Feindarmeen, erspäht Schätze, ein Dungeon mitsamt Bewachern oder gerät an strategisch günstiger Stelle (Kreuzungen ...) in einen Hinterhalt der KI. Sind Einheiten verletzt oder gefallen, frischt man sich in der nächstbesten Stadt wieder auf, und geht erneut auf Streife. Dabei reicht es manchmal, auf der Minikarte die nächste Stadt anzuklicken, sich mit der recht gutsteuerbaren Verfolgerkamera einer Einheit an die Fersen zu hängen und aufmerksam nach Gegnern und Schätzen Ausschau halten: Wirklich gut gelungen! Die fünf Geschwindigkeitsstufen erlauben es dabei, selbst in größeren Gefechten nicht ganz die Übersicht zu verlieren. Obwohl man zunächst wohl annimmt, das Spiel hätte nur zwei Geschwindigkeiten, erscheint doch "hohe Geschwin-digkeit" statt "Geschwindigkeit erhöhen" auf dem Bildschirm.

Perfektionisten stören sich gelegentlich am Pathfinding: Werden die Gegner als erstes von Pfeilen getroffen, laufen einige von ihnen schnurstracks an den Paladinen des Spielers vorbei und stürzen sich auf die ungepanzerten Fernkämpfer. Es empfiehlt sich, solche Einzelgänger mit Zaubersprüchen zu schwächen (oder erledigen), der General kann für solche Gelegenheiten eine kleine Kavallerietruppe in Reserve halten (nur stürzen sich die schwachen Reiter leider oft als erste ins Gemetzel).Oft genügt es, zwischen mehreren Gegnergruppen wieder die (automatische!) Schlachtformation einzunehmen, in der die Bodentruppen die schwachen Einheiten schützen.

Packshot zu Battle Mages: Sign of DarknessBattle Mages: Sign of DarknessErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Zahlreiche Scripts laufen in der Spielwelt ab, wenn die Stadtwache auf Orks trifft oder Orks auf Untote, gibt's ein KI-Gemetzel, in das der Spieler optional eingreifen kann. Auch die Zivilisten sind recht aktiv: Bauern gehen in den Wald oder auf die Felder, Städte produzieren Händler, die wiederum von Banditen überfallen werden ... Armeen verschiedener Rassen streifen durchs Land, frischen sich in befreundeten Städten auf und kämpfen mit Stahl und Magie gegen einen übermächtigen Feind: Battle Mages erinnert sowohl an WarCraft III als auch an Klassiker wie Master of Magic oder Age of Wonders.

Immer wieder warten zwischen den Städten "Dungeons", meist kleine Seitengebiete mit einigen Untoten oder Banditen. Oft kann man auch die recht schwachen Arbeiter der Gegner plätten, und die erbeutetenRohstoffe in einer freundlich oder zumindest neutral gesinnten Stadt verkaufen. Das füllt den Geldbeutel, außerdem stellt die Stadt nach einigen Transaktionen mächtigere Einheiten zur Verfügung.

Viele andere liebevolle Details erhöhen die Spieltiefe: Jeder der (meist sechs, acht oder nur vier) Soldaten einer Einheit kann individuell verwundet werden, Untote verursachen oft blutende Wunden (Dauerschaden), hier sind Heilfertigkeiten gefragt. An eroberten Schreinen kann man Mana und Lebenspunkte auffrischen. Ersatz für getötete Soldaten gibt's nur in Städten, die der Rasse der Einheit entsprechen. Sind zwei gleichartige Einheiten schwer beschädigt, kann man sie notfalls zusammen legen. Auffrischen ist jedoch besser, die Erfahrung der Einheit bleibt fast vollständig erhalten. Gut gelungen sind auch die automatischen Formationen: Mit gedrückt gehaltener Maustaste und Mausbewegung legt man die Formationsrichtung am Zielort fest, die Anordnung der Einheiten erfolgt automatisch. Meistens, wenn nicht gerade die Ork-"Angreifer" einen Alleingang wagen oder der Magier verloren geht, bilden die Truppen unterwegs eine Reihe, die Nahkämpfer vorneweg; am Ziel bilden die Nahkämpfer die erste Reihe und schützen so die Fernkämpfer. Insgesamt steuert sich Battle Mages sehr einfach und macht richtig Spaß.

Bei all dem ist die Kamera weit freier in der Handhabung als etwa bei Spellforce, auch die Sichtweite wirkt höher. Die Grafik von Battle Mages wirkt jedoch bei weitem nicht so detailliert und detailverliebt wie bei Spellforce mit seiner aufwändigen "Krass"-Grafikengine. Zudem ist Battle Mages zwar dreidimensional dargestellt, bleibt vom Gameplayher aber "flach": Selbst kleine Hügel und Wäldchen bleiben für die Truppen unzugänglich, Bogenschützen auf einem Hügel zu platzieren ist nur selten möglich.

Rollenspiel mit Einheiten als Helden
Anders als bei Spellforce ist auch der Rollenspiel-Aspekt gelöst: Der Avatar des Spielers ist nicht direkt als Einheit steuerbar, sondern optional als schwebende Figur einblendbar, für die Zaubereffekte ganz nett, ansonsten eher unnötig, und das Spielerinventar besteht im Wesentlichen aus der Zauberspruchverwaltung.

Dafür hat jede einzelne Einheit ihren eigenen Erfahrungswert, ein Inventar für Bonusitems, und immer wieder trifft man auf kleine Feindarmeen oder Dungeons mit teils recht mächtigen Gegnern. Wenn man die einzelnen Truppen als Party-Mitglieder sieht, spielt sich Battle Mages fast wie ein klassisches RPG!

Für jeden Sieg gibt's Erfahrungspunkte, mit denen der Kampfmagier neue Zauber lernt.

Auch die Truppen selbst steigen im Rang auf: Eine erfahrene Schwertkämpfer-Einheit ist einer frisch rekrutierten Truppe klar überlegen. Haben Truppen den Rang "Elite" erreicht, können sie zur nächstbesseren Truppe aufgerüstet werden, so wird aus Elite-Schwertkämpfern etwa eine Truppe Paladin-Rekruten.

Dieses Pflegen der eigenen Armee macht nicht nur Spaß, es erleichtert auch den Weg durch die Kampagne mit ihren Dutzenden Nebenquests: Mit den Upgrades kann man das Einheitenlimit überschreiten und so eine schlagkräftigere Armee bilden als ein Armeeführer, der Truppen leichtfertig in den Tod hetzt. Zahlreiche Artefakte können gefunden oder erobert werden: Wird eine Einheit damit ausgerüstet, gibt's weitere Bonuspunkte und zusätzliche Fertigkeiten. Bonusmana gibt's für die Eroberung von (oft schwer bewachten) Manaquellen. Insgesamt eine detailreiche, durchdachte und durchaus fesselnde Mittelalter-Fantasy-Welt mit vielen netten Details und recht ansehnlicher Grafik.Kinderkrankheiten, Details und Meckerei
Die Grafik ist mehr als ausreichend für ein Taktik-RPG. Sichtweite und Framerate bleiben auch im Kampfgetümmel hoch, und die Kamera ist fast völlig frei zu steuern. Battle Mages ist nicht in allen Details perfekt: Das Pathfinding nervt gelegentlich, wenn etwa ein Soldat aus der Sechser-Truppe einen Feind erspäht und allein in den sicheren Tod rennt, oder wenn die gegnerische Infanterie fast ungehindert die Bogenschützen des Spielers überfällt, dann ist Kleinarbeit angesagt, spaßig aber stressig. Positiv fällt die Synchronisation auf, auch wenn die eingeblendeten Texte gelegentlich eine Spur holprig wirken. Trotz allem, mit zahlreichen tollen Ideen, echter 3D-Grafik und durchdachtem Rollenspielanteil ist "Battle Mages" das wohl zurzeit beste Fantasy-Taktik-Welteroberungsspiel.

Spiele-Land Russland
Eine begabte Szene etabliert sich, immer mehr Spiele entstehen - teilweise "Nischen-Spiele" mitKinderkrankheiten, teils aufwändige Titel von herausragender Qualität mit echtem Hit-Potenzial. Die Liste an Erfolgen und viel versprechenden Projekten ist lang: Da ist etwa das in der Fachpresse bereits ausführlich angekündigte "S.T.A.L.K.E.R. - Shadow of Chernobyl" (GSC / THQ). Oder Nival, die über JoWooD das hervorragende "Silent Storm" (Runden-Taktik a la X-Com) brachten und zuvor schon mit Etherlords und Rage of Mages gepunktet hatten.

Bei Buka arbeitet man zurzeit "Moscow Rush", das auf den ersten Blick ähnlich aufwändig aussieht wie Mafia oder GTA 3(nur eben in Moskau). Oder der 3D-Schleich-Shooter "Stalin Subway", der bewaffnete Dissidenten gegen den KGB antreten lässt. Auch Battlefield soll Konkurrenz aus Russland bekommen, mit "Pacific Storm".

Klar dass auch das viel "gehypte" Doom bald kyrillische Konkurrenz bekommt, nämlich den Horror-SciFi-3D-Shooter "Operation: Matriarchy" Kein Zweifel:

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In Russland bewegt sich was. Aus einer lebendigen Szene entstehen zurzeit viele Projekte. Bei der ersten Russian Computer Game Developers Conference gab's dann auch zahlreiche Auszeichnungen, und der "Best Debut Game"-Pokal für das beste Erstprojekt eines jungen Teams ging verdientermaßen an Targem und Battle Mages.

Eine Erweiterung mit dem Titel Battle Mages: Sign of Darkness ist bereits in Arbeit und soll neue spielbare Rassen, neue Fertigkeiten, ein verändertes Inventarsystem, Wettereffekte, vier neue Kampagnen, neue Einheiten und weitere neue Details bieten. In Russland bewegt sich was. Aus einer lebendigen Szene entstehen zurzeit viele Projekte. Bei der ersten Russian Computer Game Developers Conference gab's dann auch zahlreiche Auszeichnungen, und der "Best Debut Game"-Pokal für das beste Erstprojekt eines jungen Teams ging verdientermaßen an Targem und Battle Mages.

Eine Erweiterung mit dem Titel Battle Mages: Sign of Darkness ist bereits in Arbeit und soll neue spielbare Rassen, neue Fertigkeiten, ein verändertes Inventarsystem, Wettereffekte, vier neue Kampagnen, neue Einheiten und weitere neue Details bieten.