Mit „Batman: Arkham Asylum“ wurde quasi über Nacht das Superhelden-Genre neu belebt. Mit der zweiten Episode („Arkham City“) wurde das Spielfeld dann deutlich ausgeweitet. Für den dritten Teil, „Batman: Arkham Origins“ ist jetzt aber ein neues Entwicklerstudio verantwortlich. Ob nun plötzlich ein Qualitätsabfall zu befürchten ist? Wir haben uns das detektivische Prügelspiel auf der gamescom angesehen und selbst ein wenig anspielen dürfen.

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Nachdem Rocksteady das Zepter für dieses mehrere Jahre vor den beiden Vorgängern angesiedelte Spiel dem kanadischen Warner-Studio übergeben habt, zeigt mir Spieldesigner Benoit Richer eine Passage mitten im Spiel. Ein Bösewicht namens Black Mask hat ein Kopfgeld in Höhe von 50 Millionen Dollar auf Batman ausgesetzt, der sich noch am Beginn seiner Superhelden-Karriere befindet.

Dem Schwarzen Ritter ist das natürlich schnuppe. Doch trotzdem muss er sich um eine ernstzunehmende Bedrohung kümmern, von der er weiß, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Falle handelt.

Batman: Arkham Origins - Neuer Farbanstrich und doch etwas blass

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Der dritte Teil der Arkham-Reihe zeigt die frühen Jahre der menschlichen Fledermaus.
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Neue Gadgets für Batman

Gewissenlose Kriminelle haben nämlich Gothams Pioneer’s Bridge mit Bomben gespickt und nur die Fledermaus kann die gefährlichen Dinger entschärfen. Damit Batman nicht einfach zu den Sprengsätzen spaziert, hat der Maskenmann eine ganze Schar von Schlägertypen aufgeboten.

Bevor sich der Comicheld auf seine Gegner stürzt, gilt es eine strategisch möglichst gute Position auszuwählen und die Schwachpunkte der Kontrahenten auszumachen: Wer ist bewaffnet, wer hat einen Körperschutz oder kann ihm anderweitig gefährlich werden? Dazu stehen dem Helden selbstverständlich wieder eine ganze Reihe von technischen Gadgets zur Verfügung, die etwa Figuren durchleuchten wie mit einem Röntgenscanner.

Packshot zu Batman: Arkham OriginsBatman: Arkham OriginsErschienen für PC, PS3, Xbox 360 und Wii U kaufen: Jetzt kaufen:

Batman trifft im dritten Arkham-Spiel erneut auf eine stattliche Anzahl von Feinden, die sich in Ausrüstung und Angriffsverhalten teils deutlich unterscheiden. Während einige Schläger schlicht mit ihren blanken Fäusten auf den schwarzen Kampfpanzer eindreschen, halten andere Eisenstangen in der Hand oder sogar Elektrostöcke, die Batman gehörig Schaden zufügen.

Batman hat auch mit neuem Entwickler das Kämpfen nicht verlernt. Spielerisch bewegt sich die Reihe aber wohl auch nicht vom Fleck.Ausblick lesen

Andere Radaubrüder tragen keine Waffe, sondern ein Schild in den Händen und machen es dem Ritter damit noch schwerer, Treffer zu landen. Doch auch Batman ist kein Kind von Traurigkeit und knallt den Angreifern mit seinen Händen und Füßen mächtig einen vor den Latz.

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An abgedrehten Widersachen wird es auch in Origins nicht fehlen.
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Neu im Kampf gegen die Bösewichte sind die Schockhandschuhe. Sie teilen bei jedem Treffer elektrische Schläge aus und eigenen sich zudem hervorragend dazu, den Multiplikator bei Kombos hochzutreiben. Wie die Entwickler erklären, sammelt ihr mit diesen Handschuhen schneller Punkte - solange ihre Energie reicht.

Ihr könnt die im Nahkampf äußerst effektiven Kleidungsstücke aber im Gefecht wieder aufladen, wenn ihr euch die geladenen Elektrostöcke der tumben Widersacher zunutze macht. Dazu ist es notwendig, die Gegner zunächst mit einem Komboangriff zu entwaffnen.

Weil die Feinde aber halbwegs clever sind, haben sie nicht nur eine Bombe an den verschiedenen Stützpfeilern der Brücke angebracht, sondern gleich mehrere. Beim Hacken des gesicherten Sprengmechanismus steht ihr in „Origins“ jedoch unter Zeitdruck: Wenn ihr das Minispiel nicht rechtzeitig löst, geht die Bombe hoch: Game Over!

Batman: Arkham Origins - Screenshots bestätigen Batcave

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Batman: Arkham Origins - Screenshots bestätigen Batcave

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Zu allem Überfluss ist eine der vom Bösewicht „Firefly“ deponierten Bomben bereits explodiert und hat dabei einen Teil der stählernen Brückenkonstruktion zum Einsturz gebracht. Dadurch geht dem Superhelden wertvolle Zeit verloren, denn den Weg zu den Bomben muss man sich nun hangelnd und kraxelnd erspielen.

Mit den richtigen Gadgets und der Geschicklichkeit des verkleideten Kriegers ist das letztlich allerdings nur ein kleines Problem. Dabei kommt unter anderem eine fernsteuerbare Kralle zum Einsatz, mit der sich Batman völlig neue Wege auf den Karten selbst erschafft.

Freeflow-Geprügel

Apropos Gadgets: Alle Werkzeuge von Batman haben mehrere Anwendungsgebiete. Der Schockhandschuh kann daher auch dazu verwendet werden, von Strom angetriebene Objekte so zu beeinflussen, dass sich beispielsweise Türen öffnen. Neu im Sortiment ist auch der Sonic Batarang.

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Die Schockhandschuhe zählen zu den cooleren Neuerungen und sind in Kämpfen von großem Wert - wenn ihr sie denn richtig einzusetzen wisst!
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Das Ding kann Feinde nicht nur direkt ausknocken, sondern sie auch anlocken, um anschließend abseits einer größerer Gegnerschar oder schlicht im Schatten aus dem Verkehr gezogen zu werden. Aber Achtung: Wenn ein Feind die Abwesenheit seines Kumpels bemerkt oder einen bewusstlosen Kameraden entdeckt, sucht er aktiv nach dem Eindringling.

Die Kämpfe im Freeflow-System spielen sich trotz einiger neuen Gadgets und einer Viertelstunde Spielzeit gefühlt kaum anders als in den vergangenen beiden Episoden. Batman bewegt sich wie ein heißes Messer durch Butter - gesetzt dem Fall, man wendet die Konterschläge rechtzeitig und geschickt an.

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Sieht gut aus? Täuscht leider ein wenig: Die Engine hinter dem Spiel ist mittlerweile doch etwas in die Jahre gekommen.
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Das lässt sich zum Beispiel im neuen Modus „100:1“ gut ausprobieren, denn hier kämpft zum Beispiel der oft geforderte Fan-Favorit Deathstroke (Pre-Order-DLC!) in einer Arena gegen Dutzende Feinde, bis er oder sie am Boden liegen. Deathstroke setzt dabei auch Spezialschläge und seinen berüchtigten Kampfstock ein, um die Widersacher niederzuknüppeln. Wie im restlichen Spiel kommt auch hier das neue Wertungssystem zum Tragen: Je besser man sich schlägt, desto mehr Erfahrungspunkte wandern auf das Spielerkonto, um Upgrades für die Charaktere freizuschalten.

Im Vergleich mit den ganzen Hochglanzspielen der nächsten Generation auf der gamescom merkt man dem vom kandischen Warner-Studio entwickelten Spiel aber auch an, dass die Engine schon etwas in die Jahre gekommen ist. Obwohl Batmans Bewegungen zwar absolut flüssig in Szene gesetzt wurden, wirken viele Texturen doch wenig detailliert und manchmal auch ausgefranst und viele Oberflächen farbarm. Letzteres mag aber noch als Stilmittel für ein Batman-Spiel durchgehen.