Irgendwann geschieht alles zum ersten Mal. Sei es das Lachen eines Kindes oder die Träne der Freude, in der sich dieses Ereignis spiegelt. Eine Schneeflocke, die vor einer scheinbaren Unendlichkeit das erste Mal den trockenen Staub der Erde küsst. Sei es der wahnsinnige Gedanke in einem lange schon faulenden Hirn oder der aufsteigende Mut, der sich nie zeigen wollte. Es gibt immer ein erstes Mal. Doch manchmal ist es nur eine Wiederholung. Für uns neu, ist für andere alt. Unbekanntes Terrain kann für Fremde schon lange ein Zuhause sein.

Batman: Arkham Origins - Release Trailer zu Cold, Cold Heart16 weitere Videos

Wo der Wahnsinn begann und die Hoffnung starb

Batman, die Inkarnation dessen, was Gerechtigkeit verkörpern sollte, mag nur eine erfundene Figur sein, eine Fiktion. Doch steht er für einen Gedanken. Und wenn seine Geschichten, seine Abenteuer, für viele auch nur ein Zeitvertreib sind, eine Möglichkeit, unseren alten Feind, die Zeit, totzuschlagen, so hat er doch mehr zu bieten, als nur unserer Belustigung zu dienen.

Es ist der Gedanke dahinter, die Abgründe des menschlichen Verstands und die Kraft, immer und immer wieder aufzustehen. Störrisch vielleicht, aber durchaus vorbildlich. Die Frage, die sich stellt, ist eine einfache, und sie könnte simpler kaum sein: Wenn Batman schon die Dunkelheit darstellt, wenn er der Rächer ist, der nur eine Regel kennt, der Gedanke, den man besser nicht denkt – was ist dann der Joker?

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 64/751/75
Düster und voller Grauen. Der vielleicht perfekte Antagonist.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Höhen und Tiefen, Hand in Hand

Niemand hat gesagt, dass ihr die Batman-Reihe so ernst nehmen solltet. Es hat aber auch keiner gesagt, dass ihr es nicht tun sollt. Lasst die Gedanken ruhig spielen, lasst euch von der Rache tragen und vielleicht kommt ihr zu einem Ergebnis, das euer Sein, eure Einstellung zerrüttet. Vielleicht seid ihr aber auch nur gelangweilt und wollt wissen, wie die Geschichte um den dunklen Ritter seinen Anfang nahm.

Doch so enttäuschend das jetzt auch sein mag und so verrückt der Gedanke bei einem Titel wie „Origins“ auch klingt: Ihr werdet die Antwort hier nicht finden. Nicht in diesem Text, nicht in diesem Spiel. Denn „Batman: Arkham Origins“ zeigt nicht, wie das Leben des Rächers begann oder wie er zu dem wurde, was er heute ist. Es zeigt die Abgründe, die entstanden sind, als gewisse Zahnräder ineinandergriffen und die Welt sich weiterdrehte.

Packshot zu Batman: Arkham OriginsBatman: Arkham OriginsErschienen für PC, PS3, Xbox 360 und Wii U kaufen: ab 4,99€

Wenn ihr euren müden Körper in den Sessel, die Couch oder sogar auf den harten Boden fallen lasst, taucht ihr nicht so tief hinab, dass ihr den Anfang der Geschichte erleben könnt. Ihr erreicht mit diesem Titel keine neuen Höhen und ihr findet keine neuen Tiefen. Er ist so schlicht, so körperlos wie seine Vorgänger.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Tolle Charaktere (wie Anarky hier), aber keine tolle Story. Nein, das nun wirklich nicht.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Hier und dort zaubert er ein Lächeln. Dann und wann einen Seufzer. Mehr als ein paar Mal sogar einen grummeligen Fluch, der eure Lippen verlässt. Doch er erfindet nichts neu, erreicht keine bekannten Glorien und schreibt die Kapitel nicht um. Ihr schlüpft nicht das erste Mal in das Kostüm der menschlichen Fledermaus. Und ihr durchlebt auch keine spielerischen Glanzleistungen, die nicht bereits aus „Arkham City“ bekannt wären.

Der Titel ist so schlicht, erzählerisch so einfach gestrickt, dass man ihm mühelos folgen kann, aber nie ein Limit der Denkleistung erreicht. Die Geschichte ist eine einfache, eine simple. Keine Überraschungen springen euch von hinten ins Genick, keine unvorhersehbaren Wendungen schleichen um die Ecke und reißen eure Augen auf. Nein, dieses Spiel spricht nur eine Seite an euch an: das kindliche Vergnügen, etwas Besseres mit eurer Zeit angefangen zu haben, als gar nichts zu tun.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 64/751/75
'Arkham Origins' ist weit davon entfernt, ein schlechtes Spiel zu sein. Aber es ist faul.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Joker Origins

Doch es gibt ihn noch, den Silberstreif am Horizont, den Grund, sich zu freuen und die erzählerischen Schwächen einfach nebensächlich sein zu lassen. Und er ist so verrückt, so banal und so verstrickt, dass er entweder einem genialen Geist entsprang oder einem faulen Tunichtgut, der sich geistig nicht überanstrengen wollte. Ob Faulheit oder Geniestreich: Der Anfang packt, zerrt und reißt mit.

Das gleiche Spiel noch mal: neue Story, alter Hut. Trotzdem fabelhaft, aber mit bitterem Nachgeschmack.Fazit lesen

Denn eigentlich ist es nicht gerade der Grund, jemanden einen Preis für Einfallsreichtum zu geben, wenn er die gleiche, überaus beliebte Figur immer und immer wieder verwendet. Ihr mehr Zeit auf der Bildfläche gibt als jedem anderen Charakter, der nicht das Glück hatte, die Heldenfigur zu mimen und ihr mehr Geist, mehr Tiefe schenkt, als es dem Protagonisten selbst vergönnt gewesen wäre.

Nein, diese Geschichte erzählt nicht die Anfänge des Batman. Sie erzählt, wie der Held fällt. Nicht durch Bruch seiner Knochen, wortwörtlich von einem Hochhaus oder geschlagen von einem Emporkömmling, sondern im Geiste, in seiner Psyche. Dieses Spiel verführt durch eine wundervolle Wendung, die einfallsloser und genialer kaum sein könnte.

Sie erzählt vom immer wahnsinnigen Joker und seinem ersten Treffen mit dem Beschützer Gothams. Sie zeigt den Fall des einen und die Wiedergeburt des anderen. Das ist so einfallsreich und tiefgründig wie ein Autor um Mitternacht nach einigen Drinks, schwerer Musik und schwacher Beleuchtung, die seinen Schreibfluss beflügelt und trotzdem hemmt. Doch gleichzeitig ist es eine Hymne an die Freude, geschrieben von fanatischen Batman- und Joker-Anhängern, die hier auf ihre Kosten kommen und auf einer Welle der Nerd-Fantasie treiben...

Batman: Arkham Origins - Screenshots bestätigen Batcave

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (5 Bilder)

Batman: Arkham Origins - Screenshots bestätigen Batcave

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 70/751/75
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Müde sind die alten Götter

Wo sind sie hin, die mutigen Ideen der verrückten Träumer, die nicht müde wurden, ihre Anhänger zu begeistern? Was ist aus ihnen geworden, den kompromisslosen Querdenkern, die der Welt etwas Neues in ihr gelangweiltes Gesicht klatschten und voller Stolz und mit funkelnden Augen ihr Werk betrachteten und sagten: „So und nicht anders.“?

Die Helden unserer Konsolen, die Schmiede unserer verstrichenen Zeit sind müde geworden. Gelangweilt räkeln sie sich im grünen Gras und genießen den Schein ihrer eigenen kleinen Sonne im Gesicht. Wer des Weges kommt und die Helden seiner Tage um eine Geste, ein Zeichen ihrer Gunst bittet, wird mit einem Gähnen weitergeschickt.

Der Weg in neue Welten wird von ihnen versperrt und wer hofft, die Herrlichkeit von einst noch einmal genießen zu können, wird bitter enttäuscht. Es gibt keine neuen Wunder, nur die alten im neuen Gewand. Gelangweilt und scheinbar nur mit dem kleinen Finger erschaffen die gütigen Schöpfer eine herrliche Welt und eine gute Zeit, um eben diese verstreichen zu lassen. Doch der Einfallsreichtum von einst ist dahin.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Anders sieht es aus, doch neu ist es nicht.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Eine Sage von Masse und Klasse

Doch böse Zungen mögen sich hüten, Lüge und falschen Spott regnen zu lassen: Es wäre falsch zu behaupten, dass dieser Titel nicht ein echter sei, dass er nur dem alten Gott Mammon diene und zu keinem Zauber mehr fähig ist.

Es ist immer noch eine schöne Welt, eine gute Zeit, die man da im Reich der Fantasie genießt. Aber der Wahrheit sei nicht genüge getan, wenn man ihren Kern umgeht und sich nicht traut, das Kind beim Namen zu nennen: Die schönste Welt, so bezaubernd sie auch anmuten mag, verliert ihren Reiz, wenn die Farben schwächer, grauer werden und sich der Reiz des Neuen in den Gruß an einen alten Freund verwandelt.

War der große Batman einst ein Zauberkünstler im Dienste der Wissenschaft, ist er nun ein Vertreter der Gewissheit, ein Diener dessen, was er kennt und was ihm bereits erfolgreich dienlich war. Doch wie paradox es scheint, wenn die Geschichte sich rückwärts bewegt, aber die Details ihr nicht folgen. Wie merkwürdig, wenn ich am „Anfang“ stehe und mich dessen bediene, was die Zeit mir erst reichen musste.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 64/751/75
Immer noch leere Straßen in der Stadt. Dafür neue Gegner: korrupte Polizisten.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nicht, dass die Alten, die Schöpfer, nicht abermals mit dem kleinen Finger winken würden und ein verschmitztes Kunststück aus dem staubigen Zylinder getrickst hätten. Schließlich ist man der Veränderung, dem Wandel noch immer dienlich, wenn auch nicht mehr mit dem Engagement eines Freigeistes.

Doch es wirkt sehr verzerrt, sehr unrealistisch, wenn der größte Detektiv der Welt, ein Meister in Kampfkunst, Wissenschaft und Technik, die Spielereien – die elektronischen Helfer – seiner Widersacher in seinen eigenen Besitz nimmt und dann doch Jahre braucht, sein wohlbekanntes Logo hinzuzugeben, und sich nicht von der Gewohnheit trennen kann, diese Spielereien, diese Helfer im Kampf gegen die Mächte des Irrsinns als etwas anderes zu bezeichnen als schlichte Prototypen.

So tut ihr das, was ihr schon einst getan habt, und ihr werdet den Unterschied lange nicht merken. In einer Wolke der Wiederholung dahindriften und der Monotonie eure kostbaren Minuten und Stunden, vielleicht sogar Tage und Wochen schenken. Ein lausiger Tausch, wenn man etwas anderes, etwas Neues erwartet hat.

Neu und anders gibt es trotzdem. Doch es ist nicht das, was wir, du, ich, er, sie und all die Fans da draußen sich erhofft haben. Vielleicht sogar zu fordern glaubten. Es ist der billige Tausch, das traurige Geschäft. Der Kompromiss, den man eingehen muss, wenn einem keine andere Wahl bleibt. Friss oder stirb. Willst du dieses Produkt zu deinem Vergnügen, gib den Schöpfern dein Geld und frag nicht, warum.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Unterm Strich: das gleiche Spiel noch mal.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Als Gegenzug bekommst du das, was du schon hast, und sogar ein wenig mehr. Doch – ich habe es bereits erwähnt – sie sind so müde geworden. So schwerfällig und von einer großen Leidenschaftslosigkeit gebeutelt. Was ihr bekommt, was ihr noch nicht kanntet und was sich dadurch noch schmerzlicher in den alten, neuen Abenteuern der Fledermaus vermissen lässt, ist kaum das, was ihr euch in euren zarten Träumen, in den stillen Nächten der Wünsche, gefordert haben könnt.

Ein Handschuh, der Blitze verströmt wie Zeus auf seine guten alten, von Wut durchzogenen Tage? Eisgerätschaften, die in ihrer unanfechtbaren Nicht-Existenz (aus Mangel an Erfindern) dem klebrigen Bruder der Spinnenflüssigkeit Platz machen mussten? Hier und dort was Neues. Heute Top, morgen Flop.

Hat es mit den neuen Gerätschaften Spaß gemacht? Aber ja. Weil es gute Ideen waren? Mitnichten. Wenn man etwas liebt, dann liebt man es. Es ist kein Mögen, kein Akzeptieren und schon gar kein Tolerieren. Es ist Liebe zu einer Welt, seinen Figuren und seinen Geschichten. Und wer liebt, der vergibt. Der übersieht. Der schluckt, was das Schicksal ihm serviert.

Aber trotzdem: Es ist nicht schön, nicht einfallsreich. Kein Balsam für die Seele, keine Schokolade für das Fan-Herz. Es sind Gadgets gewordene Ausreden, die das Spiel zu leicht machen (selbst wenn man den schweren, steinigen Weg gewählt hat), das Rad nicht neu erfinden und lediglich einer kurzweiligen Unterhaltung dienen. Sinnlos, freudlos, aber vorhanden. Und darum trotzdem gut... Gut?

Batman: Arkham Origins - gamescom-Screenshots des Dunklen Ritters

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (6 Bilder)

Batman: Arkham Origins - gamescom-Screenshots des Dunklen Ritters

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 69/751/75
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Batman tötet nicht, Batman verkrüppelt

Als ich durch die Reihen ging, da konnte ich sie riechen: die Angst. Der Horror, verschleiert hinter schönen Worten, die nichts anderes waren als Farbe auf einem Gemälde der nackten Panik und dem verzweifelten Wunsch, endlich Gewissheit zu haben. Wollt ihr sie noch immer, die Gewissheit? Die Antwort auf die brennende Frage in eurem traumatisierten Fan-Herzen?

Die Antwort ist: nein. Süßlich. Zucker. Freude. Doch wie war die Frage? Habt ihr sie denn nicht gelesen, habt ihr sie noch nicht gehört? Was war da noch in den Vorschauen zu sehen und welche Frage brannte sich in unser aller Gehirn? Batman tötet? War es so? Konnte man die Szene so interpretieren? Vielleicht nicht, doch trotzdem hing die Frage im Raum wie der Bi-Ba-Butzemann, und die Ungewissheit lief wie Schweiß den nackten Rücken herab.

Nein, der Figur des Batman wurde kein Leid angetan. Er ist, wie er ist, und er ist, was er ist. Wenn auch noch nicht zur Gänze, doch das wird sich ändern. Wird wie ein Sturm über seinen Geist, seine Psyche hinwegfegen und in einem vom Krieg gebeutelten Verstand mehr Chaos hinterlassen als jemals zuvor.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 64/751/75
Batman tötet nicht. Ist nicht sein Stil.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Auch die anderen Marionetten in diesem Spiel, das gänzlich unserer Unterhaltung dient, sind, wie sie sind. In neuen Kleidern vielleicht, mit neuen Aspekten. Kanten, Ecken, Rundungen des Charakters, seines Ichs. Aber im Kern die gleiche Figur. Manche von ihnen sind schon länger hier als der geflügelte Rächer. Und ihre Zeit wird sich neigen. Andere stehen ebenfalls am Anfang ihrer Geschichte und sie werden wachsen. Krumm. Schief. Verdorben. Für einige wird es nur noch schlimmer, für andere öffnet sich ein Weg aus Licht und Hoffnung.

Hier lodert er noch, der Kern aus Feuer und schmelzender Lava, die einst so mitreißend war wie das längst vergessene Unglück von Pompeji. Vor Jahren konnte uns noch der ganze Titel aus unseren Häusern – unserem symbolischen Schutz vor Unbekannten und nicht gewolltem Neuen – vertreiben und jagte uns in die Arme einer neuen, alten Liebe.

Die Figuren, diese Tänzer auf einem non-musikalischen Ritt, haben diesen Pfad nie verlassen. Facettenreich und tiefgründig muten sie an, als seien sie einer größeren, wichtigeren Geschichte entrissen worden und scheinen nun so fehl am Platze wie besagte Gadgets des dunklen Ritters, die sich neu in dieser Welt bewegen. Doch sie sind die beiden sprichwörtlichen Seiten einer Medaille. Die eine glänzt und strahlt und blendet die Augen, da sie in einer Umgebung verweilt, die noch nicht bereit für sie war. Und die andere vegetiert vor sich hin und sucht nach ihrer Daseinsberechtigung.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Dieser Herr fällt ein wenig aus der Rolle, aber was soll's.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Toto, ich habe das Gefühl, wir befinden uns immer noch in Kansas

Neu in einer Welt? Nicht in einer 'neuen' Welt? Ist es denn nicht ein anderer Ort, vielleicht ein größerer, den wir hier besuchen gehen? Wieso kenne ich diesen Pfad nur zu gut und weiß ganz genau, wohin er führt? Nicht dorthin, wo ich gehen wollte. Ich bettle, ich fordere, ich verzweifle. Aber nein. Es ist kein neuer Ort, den wir mit unserer Anwesenheit beehren. Es ist ein alter, bekannter und fürchterlich Vertrauter...

Im Hintergrund erstrahlt es in seiner ganzen Pracht, scheint uns auszulachen, zu verhöhnen. So nah und doch so fern. Man kann es fast greifen, fühlen, riechen. Doch mehr als ein unerfüllter Traum wird es für lange Zeit nicht sein: Gotham City. Nicht der Teil, den uns ein Videospiel schon gezeigt hat, sondern der, den unser Gehirn noch aus verschwommenen Erinnerungen zusammensetzen konnte.

Aus einer Zeit, als wir im Schneidersitz vor dem flimmernden, von Magie erfüllten Kasten saßen und bereits damals gebannt verfolgten, wie ein Mensch sich der Rache verschwor und einen Krieg begann, der auf den Straßen wie in seinem Herzen ausgetragen wurde.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 64/751/75
Willkommen zurück - Zum ersten Mal.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Doch der Ort mit den hohen Häusern, den schnellen Straßen und den lauten Passanten, die gebannt den Nacken streckten, um einen Blick auf die sagenumwobene Gestalt zu erhaschen, ist nicht das Ziel unserer Reise. Denn die verläuft lediglich durch die Zeit, nicht aber durch den Raum. Wir bleiben in einem Gebiet, das uns später als „Arkham City“ bekannt sein wird. Und auch, wenn wir es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kennen können und es sich in den Jahren sehr verändert hat, ist es doch so schrecklich bekannt.

„Neu, neu, neu!“, haben wir gerufen. „Nein, nein, nein!“, haben sie uns geantwortet. Alte Götter, müde Schöpfer.

Nicht 'nichts' hat sich geändert. Schließlich ist ja Zeit vergangen, wenn auch rückwärts. Doch unsere Hoffnung erkennt diese Veränderung nicht. Banal. Unbedeutend. Der Ort ist der gleiche. Die Straßen sind leer. Es ist wieder Winter. Kalt wie meine Hoffnung. Die Leute bleiben zu Hause, weil dies der Heilige Abend ist. Keine Seele, nur Verbrecher und Landstreicher. Polizisten. Irre. Und die Fledermaus... Schade. Traurig.

Batman: Arkham Origins - Frische Bilder zeigen Batman und Copperhead

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (3 Bilder)

Batman: Arkham Origins - Frische Bilder zeigen Batman und Copperhead

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 72/751/75
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ist das neu oder nur frisch gestrichen?

Sind Allegorien nicht etwas Feines? Wir können uns den ganzen Tag immer neuer Satzbauten bedienen, immer wieder etwas anders sagen. Ohne dies wirklich zu tun, sondern stetig auf dem gleichen Thema rumreiten. Und sind wir geschickt oder zumindest verwirrt genug, fällt es niemals jemandem auf. Welch Spaß für unseren eigenen Kopf.

Und so tropft auch in 'Arkham Origins' die Farbe langsam von der Wand. Kleine Tropfen aus dem Regenbogen sehnen sich dem Boden entgegen, verfallen der Schwerkraft und offenbaren, dass es hinter dem Offensichtlichen noch ein anderes Gemälde gibt. Und wir wischen den Schmutz, den sie Kunst nennen, ab, doch was wir entdecken, ist keine Perfektion, sondern das gleiche Bild noch mal.

Hier und dort mag die Kopie nicht perfekt sein. Wer genau hinschaut, entdeckt Veränderung, Verbesserung, einen weiten Weg, den man hätte einschlagen können, gegen den man sich aber entschied. Denn abgesehen von diesen kleinen Details ist es doch das Gleiche. Wieder ist die Steuerung in dieser Reihe unglaublich, konkurrenzlos, weit von jeglicher Negativkritik entfernt. Doch es ist nunmal kein Neuland. Kein Aufwand. Müde Götter...

Und um die Dinge klar zu nennen, erlaubt der ewige Nörgler sich, kurz aus seinem blumigen Schrieb zu entkommen und es zu sagen, so klar, dass es selbst der schwerhörige Troll unter den steinernen Brücke versteht, trotz Lärm auf dem Marktplatz und Wind in meinem Gesicht: zwei Mal „Kontern“ drücken zu müssen, um zwei Gegner auf einmal abwehren zu können, hat nichts mit Innovation zu tun, ist kein genialer Einfall und verdient sich keinen Applaus.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden11 Bilder
Die Steuerung ist erneut genial - Weil sie es bereits damals war.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Neu Neu Neu – Alt Alt Alt

Dieses Spiel, dieser Kontrast, dass ist es, was ich sehe, was ich spüre. Jede Minute, jede Sekunde die verstreicht, wird das Bild klarer und die Aussage festigt sich. Dies ist ein wahrlich aufregendes Spiel. Dies ist ein wahrlich leidenschaftsloses Spiel.

Alles, was dieses Werk bereits ausgemacht hat, kehrt zurück. Ändert sich zwergenhaft. Versucht uns zu schmeicheln und zu gefallen, will sich dafür aber nicht anstrengen... Nimm mich wie ich bin und nimm mich wie ich war, es macht keinen Unterschied. Aber erwarte nicht, dass ich mich ändere; vielleicht minimal, der alten Zeiten wegen.

Wenn du magst, so scheint es zu sagen, lege ich mich ein wenig mehr ins Zeug. Wenn du magst, so scheint es zu rufen, gebe ich dir deine geliebte Bathöhle. Gebe dir neue Feinde; neue Freunde. Etwas mehr Spielzeug? Einen Trick mehr, mit dem der Held den Schmutz bekämpft? Aber erwarte keine Revolution, erwarte nicht, dass es mir gefällt, dass ich mich ändern muss. Ich will bleiben wie ich bin und wenn etwas neu, etwas anders ist, dann werde ich nicht dahinterstehen. Nicht mit ganzer Kraft.

Doch dann, so antworte ich, darfst du dich auch nicht wundern. Darfst dich nicht beschweren, wenn ich dich zwar immer noch liebe, aber meine Zweifel habe. Weniger von dem Stolz hören lasse, mit dem ich dich einst vorgestellt habe. Weniger von dem Grinsen im Gesicht trage, welches deinen Namen trug. Einst warst du unerreichbar und von edlem Geblüt. Und noch ist deine Zeit nicht vorbei, noch kannst du damit beeindrucken. Doch die Zeit schwindet und – Tick Tack – sie geht bald zu Ende. Ändere dich, oder werde geändert.

Batman: Arkham Origins - Eine Ballade an die Einfallslosigkeit: das gleiche Spiel noch mal

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 64/751/75
Wenn der vierte Teil auch so wird, sehe ich schwarz.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Musik und Rhythmus finden ihren Weg zu den geheimen Plätzen der Seele
Träume träumen traumhaft schön und der Weg führt stets durchs Ohr. Wenn du auch nichts zu zeigen hast; wenn dein Bild so abartig ist, dass sich die Sonne davor fürchtet. Wenn du so ungelenk bist, dass es ein Graus ist, dir zuzusehen... Dann sorge doch wenigstens dafür, dass man dich gerne hört.

Eine schmeichelnde Melodie im Ohr hat Könige besänftigt, Geliebte erobert und verführt. Konnte Kriege beenden und neu entfachen. Solch eine Kraft hat sie und solch eine Kraft hat dieses Spiel.

Meisterhaft vermengen sich die Klänge des dunklen Rächers mit den freudigen Melodien der einen Zeit im Jahr, wenn der Schnee fällt und wir uns auf ein besinnliches Fest freuen. Dunkle, rhythmische Melodien, vermischen sich mit dem düsteren Klang, freudiger Lieder. Weniger ist manchmal mehr und das weiß dieser Titel nur zu gut, nutzt es aus, spielt damit.

Hinzu, eine Prise der besten Synchronsprecher, die wir uns für unsere simple Unterhaltung wünschen könnten. Geschickt führen sie durch mehrere Stunden Spaß und Freude, beherrschen ihren Job und lassen uns in dem Glauben, wirklich versinken zu können.

Der Vorgänger lies kaum Platz nach oben offen; vielleicht wenige Zentimeter. Doch die wurden genutzt. Endlich. Endlich wurde das Potenzial dieses großartigen Titels ausgeschöpft, verbessert, gesteigert. Nur in diesem Bereich, aber das ist okay. Wenigstens in überhaupt irgendeinem Bereich. Das lässt Hoffnung zu. Hoffnung auf einen vierten Teil, der den Atem raubt, die Sprache verschlägt und Geschichte schreibt. Vielleicht.

Batman: Arkham Origins - E3 Screenshots zeigen den Dunklen Ritter in Aktion

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (4 Bilder)

Batman: Arkham Origins - E3 Screenshots zeigen den Dunklen Ritter in Aktion

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 71/751/75
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken